Zu bürokratisch

Zum Bericht "Streit über Hygiene-Ampel" (Titelseite):

Liebe Leute, gehts denn noch? Da denke ich dabei an Christian Rach und das alte Sprichwort: "Wer nichts wird, wird Wirt - wer zu gar nichts passt, wird Gast!"

Noch haben wir die deutsche Wunderlichkeit, dass man mit einem Gesundheitszeugnis und ohne Beruf und ohne Geld eine Gaststätte pachten und bestreiten kann -bis es schief geht. Was Herr Rach sehr gut demonstriert. Ich gehe ungern beziehungsweise notgedrungen zum Essen in eine Gaststätte, wo ich Bedienpersonal rauchend in Ecken oder an der Kasse vorfinde, wo ungepflegte Hände den Teller anfassen. Dabei sind zum Beispiel Spatenkrallen und Ringe und Reifen auch (weil Bakterienfänger) unpassend. Ebenso unpassend ist wedelnde Lockenpracht. Aber auch mein erster Gang zur Toilette gibt Auskunft, ebenso wie stinkendes Frittenöl. Auf so eine Ampel ist wenig Verlass. Sie vermehrt von sich aus nicht die Kontrollen. Ich setze auf gute Berufsausbildung und viel höhere Hürden für Pacht/Betreibung von Orten, wo Menschen beköstigt werden. Ich setze aber auch bei aller Liebe für Volksfeste und die Erarbeitung der nötigen Finanzmittel für das Vereinsleben auf Nichtduldung wilder Schattengastronomie.

Es gilt und soll weiter gelten: "Zieh nicht in ein Dorf, wenn dich Hahnenschrei oder Kirchenglocken stören, und geh nicht in eine gastronomische Einrichtung, die hie und da auffällig ist." Den Rest regelt die Ökonomie ohne zusätzliche Bürokratie.

Dieter Winkler

Grassau

Kommentare