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Zum Tod des Gitarristen Robert Wolf

Die Bühne war ihm alles

Robert Wolf im November 2010 beim Gitarrenfestival "Saitensprünge". Foto Kraus
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Robert Wolf im November 2010 beim Gitarrenfestival "Saitensprünge". Foto Kraus
  • VonRaimund Feichtner
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"Unser langjähriger Gitarrist Robert Wolf ist vor einigen Tagen sanft entschlafen. Er starb im Kreise seiner Frau und guter Freunde an den Spätfolgen seines unverschuldeten Verkehrsunfalls im November 2008".

Diese Meldung steht seit wenigen Tagen auf der Internetseite des Ensembles Quadro Nuevo, und weiter heißt es: "Robert, Du wirst immer ein Teil von uns bleiben!".

Auf der Bühne zu stehen, bedeutete Robert Wolf "alles". Das sagte er dem OVB bei einem Interview im Jahr 2001. Dies war ihm einige glückliche und erfolgreiche Jahre vergönnt. Allein mit Quadro Nuevo spielte der Gitarrist mehr als 1500 Konzerte weltweit. Er erhielt 13 Jazz-Awards sowie fünf silberne Impala für außergewöhnlich erfolgreiche CD-Verkäufe in Deutschland und Europa.

Robert Wolf hatte sich den Erfolg hart erarbeiten müssen. Er wurde am 3. März 1957 in München-Freimann geboren. Schon als Jugendlicher zog er in den Chiemgau, lebte in Grassau, Prien, Gstadt und zuletzt in Amerang. Mit sechs Jahren begann Robert Wolf Klavier zu spielen, als Teenager entdeckte er die Gitarre für sich, die Dreh- und Angelpunkt für ihn wurde. Der Autodidakt hatte sich das Gitarrespielen selbst beigebracht und nie einen Lehrer. Von Beruf war Robert Wolf eigentlich Radio- und Fernsehtechniker. Sein Leben und seine Musik wurden von der Freundschaft mit dem spanischen Gitarristenstar Paco de Lucia geprägt. Ihn lernte Robert Wolf als Zuschauer auf einem Konzert kennen, indem er ein riesiges Transparent ausbreitete mit dem Text "Paco, du spielst wie ein Engel". Danach trafen sie sich jedes Jahr. Unter dem musikalischen Einfluss Paco de Lucias reifte Robert Wolf zu einem faszinierenden Gitarristen heran. Paco de Lucia wirkte später auf Robert Wolfs Solo-CD "Together" mit.

1993 lernte Wolf den Saxofonisten Mulo Francel kennen. 1996 gründeten die beiden Quadro Nuevo. Ihm gehörten zu Anfang auch noch D. D. Lowka (Kontrabass) und Heinz-Ludger Jeromin (Akkordeon) an. Seit 2002 spielt für Jeromin Andreas Hinterseher Akkordeon.

Die Gründung von Quadro Nuevo war der Anfang einer strahlenden musikalischen Karriere. Ein neues Quartett mit einem unverwechselbaren Sound war geboren. Ausschlaggebend für den Erfolg von Quadro Nuevo waren nicht nur die faszinierenden Kompositionen und das hervorragende Spiel, sondern auch der Sound des Ensembles. Für ihn war auch Robert Wolf zuständig. Sein Feund und Kollege Mulo Francel bezeichnet ihn als "Soundästhetiker". Es sei Wolfs Verdienst gewesen, dass ihre Musik in jedem Saal gut geklungen habe. Lange Jahre spielte Robert Wolf auch zusammen mit Fany Kammerlander am Cello und Reinhard Greiner an Trompete und Flügelhorn im Trio Faro ungewöhnliche Konzerte.

Das Ende kam am 30. November 2008. Bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall wurde Robert Wolf lebensgefährlich an der Wirbelsäule verletzt. Seitdem saß er gelähmt im Rollstuhl. Sein sehnlichster Wunsch, wieder Gitarre spielen zu können, erfüllte sich nicht. Die Harfenistin Evelyn Huber trat bei Quadro Nuevo seine Nachfolge an. 2010 waren Robert Wolfs Kompositionen und die Musik, die er liebte, mit dem Robert-Wolf-Projekt beim Bad Aiblinger Gitarrenfestival "Saitensprünge" zu hören. Unter anderem wirkten dabei die Cellistin Fany Kammerlander, der Gitarrist Knud Mensing, der Trompeter Reinhard Greiner, der Pianist Stefan Gabanyi und das Damenstreichquartett Toxic Garden mit.

Zu hören sein werden Robert Wolfs Kompositionen und das Spiel des Meistergitarristen auch künftig auf den vielen CD-Aufnahmen.

Robert Wolf wurde bereits vor einigen Tagen nach seinem eigenen Wunsch im Kreise enger Freunde und Familienangehöriger in Amerang zu Grabe getragen. rf

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