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Die Blues Brothers in Rimini

Der Sound der „Italo-Connection“fuhr schnell in die Beine. friedrich

Rosenheim – Eine gewisse Skepsis war bei manchen Musikfreunden zu vernehmen: Herbert Pixner unbestuhlt im Ballhaus – kann das gut gehen?

Auf dem Plakat mediterrane Typen mit dunkler Sonnenbrille und Discojäckchen wie in der Ära von Donna Summer und Giorgio Moroder? Doch schnell war klar, warum der Saal unbestuhlt war, denn zum Tanzen braucht man Platz, und der Sound der „Italo-Connection“ fuhr schnell in die Beine.

Herbert Pixner, der Multi-Instrumentalist und sein Partner, der Gitarrenvirtuose Manuel Randi waren erstmals mit einem Projekt in der Region, das mit dem bisherigen Herbert Pixner-Quartett nur wenig Berührungspunkte aufweist. Bühnenpower, Gaudi und Finesse gehen Hand in Hand und schaffen ein Klangspektrum, das mit dem Look der Blues Brothers von alten italienischen Schlagern über verrockte Pixner-Kompositionen bis hin zu Disco der Achtziger und Metal-Hymnen so einiges bietet – vor allem aber Überraschungen und viel Spielfreude.

Los ging’s mit einem langen Disco-Instrumental und ohrwurmigem Thema, um gleich in die Rockabilly-Richtung einzuschwenken, in einem Stück, das Platz hatte für die diatonische Harmonika Pixners, aber auch für feine Soli von Alex Trebo am Keyboard (ihn kennt man als Begleitmusiker der ladinisch singenden Damen von „Ganes“) und Mario Stagni am Bass. Die Band schaltete nach viel Dampf und Tanzrhythmen zur Entspannung einen Gang runter und interpretierte einen vom Pixner Quartett oft gespielten Bossa wieder neu, mit Anklängen an „Besame mucho“ und launig und humorig gesungen vom Martl Resch.

Es war klar, dass bei dem Gesamtkonzept die instrumentale Virtuosität nicht die allererste Rolle spielte, diesmal standen die Tanzbarkeit und der Groove im Vordergrund. Doch innerhalb der Tanzmusik entwickelte die Band ab und an feine Solopassagen, die jeweils Szenenapplaus nach sich zogen, allen voran die feinen flirrenden Saitensprünge Manuel Randis, der seine rockige Seite auslebte, bis hin zu einer Metal-Orgie, die auch beim Festival in Wacken gut ankäme.

Auch die Rhythmusgruppe war nicht von schlechten Eltern: Drummer Mario Punzi und Percussionist Max Castlunger schaukelten sich in einem heißen Schlagwerk-Dialog gegenseitig hoch und ergänzten eine Improvisationsphase im Konzert mit viel Power auf ihre Weise. Zwischendurch kehrte die „Italo-Connection“ immer mal zur Discomusik zurück, die einen roten Faden durchs Programm bildete. Dass sich Rock’n‘ Roll und alpenländische Musik nicht beißen, weiß man nicht erst seit Hubert von Goisern. Pixner setzte ein ums andere Mal feine Akzente mit seinem Lieblingsinstrument, auch wenn er Trompete und Saxofon erklingen ließ. Süditalienische Hitze und ein dramatischer Fußmarsch zur Tankstelle wurden musikalisch in „Breaking Bad“ umgesetzt, was an die Filmmusiken von Ennio Morricone erinnerte. Filmisch ging es weiter mit einer Reminiszenz an den „Schlangentanz“ und Quentin Tarantino – große Klasse. Zum Schluss erwies die Band noch mit einem feinen „Volare“ dem italienischen Schlager alle Ehre und hinterließ mit einem hochunterhaltsamen Konzert viele begeisterte Gäste.

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