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Kulturfestival

Bluegrass und Figurentheater im Aschauer Schwimmbad

Bluegrass boten Johnny & the Yooahoos, eine Formation aus Mühldorf.
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Bluegrass boten Johnny & the Yooahoos, eine Formation aus Mühldorf.
  • VonElisabeth Kirchner
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Das ehemalige Hallenbad in Aschau, das seit Jahren geschlossen ist und im kommenden Frühjahr mitsamt der Turnhalle abgerissen werden soll, wurde für das vierwöchige Aschauer Kulturfestival wieder zu neuem Leben erweckt. Corona sorgte für ein vorzeitiges Ende.

Aschau – Ungewohnte Klänge gab es bei den letzten Veranstaltungen von „Kultur taucht wieder auf“, dem Aschauer Kulturfestival, zu hören. Und so gab es neben Jazz, Gesang, Improvisationstheater und Figurentheater – auch die Kleinsten durften das Schwimmbad als Theaterraum erleben – neue und außergewöhnliche Töne mit „re:tone.“

Meditativ-fesselndes Musikerlebnis

Wortwörtlich steht re:tone für eine Symbiose aus Sound-Design und Musik, das Schaffen einer musikalischen Realität, die im Moment entsteht. Improvisation wäre zu kurz gegriffen, denn basierend auf stark modulierten Klängen und analogen Synthesizern bauen Ziehharmonika, Violine und Klarinette die Brücken zwischen analoger und digitaler Welt. Die drei Musiker Jakob Vasak, Patricia Schuh und Thelonious Hamel entführten in Klangwelten, die im leeren Schwimmbad nicht nur ob des Ambientes neue Dimensionen bekamen. Aus einem Ton entwickelten sich Akkorde, aus einer Melodie spannen sich Variationen, die um sich kreisten und doch immer wieder zum Ausgangston zurückkehrten. Das gut eineinhalb Stunden dauernde Konzert strahlte meditativ-fesselnde Ruhe aus.

Bluegrass aus Mühldorf

Mit deutlich weniger Elektronik kam das nächste Konzert aus. Johnny & the Yooahoos boten Bluegrass, jene Musik also, die in den 40er Jahren des vorherigen Jahrhunderts im Südosten der USA entstanden ist. Das Quartett aus dem Landkreis Mühldorf und aus Burghausen begeisterte mit vielstimmigem Gesang, Banjo, Mandoline, Gitarre und Kontrabass. Mal flott, mal sacht-verträumt – Retro-Flair mit grandiosen Stimmen und mit virtuoser Beherrschung der verschiedensten Lauteninstrumente. Dazu noch die vier elegant aussehenden Herren ganz klassische mit Hemd, Weste, Krawatte und Chino-Hosen gewandet. Gelungenes bayrisches Bluegrass, das die zahlreichen Besucher im Hallenbad mit lautem, langen Applaus goutierten.

Figurentheater für Kleine und Große

Nicht nur Kinder sind das Publikum des Figurentheaters mit Stefanie Hattenkofer.

Auch für kleine Zuschauer hatten sich die Kulturmacher rund um Winfried Wolke etwas einfallen lassen: Stefanie Hattenkofer gastierte mit ihrem Figurentheater im Hallenbad. Mit dem Stück „Ein Besen für Hexe Hilda“ verzauberte sie nur die Herzen ihres jungen Publikums, sondern auch die der Eltern. Denn was macht eine gute, eine wahre Hexe aus? Nur ein echter Besen, aber um den zu bekommen, muss Hexe Hilda mit ihrem Spielzug-Besen allerlei Abenteuer bestehen.

Schwimmbecken ist wieder verwaist

Leider hat Corona dem letzten Kultur-Wochenende mit Jazz-Konzert und Märchen-Theater für Erwachsene einen Strich durch die Rechnung gemacht. Statt Kultur, vollbesetzten Stühlen und Leben im wundersamen Auditorium des Schwimmbeckens präsentiert sich das Aschauer Hallenbad nun wieder verwaist.

Winfried Wolke und seine Mitstreiter geben allerdings die Hoffnung nicht auf, dass sich noch einmal der Vorhang für Veranstaltungen heben kann, ehe das alte Schwimmbad samt Turnhalle im kommenden Frühjahr endgültig abgerissen wird. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kultur an diesem ganz besonderen Ort noch einmal auftauchen darf.

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