Bläser-Trio auf musikalischer Weltreise

„Die Abenteurer“ beim Konzert am Irschenberg (von links) Mulo Francel (Klarinette), Philipp Sterzer (Querflöte) und Andreas Binder (Waldhorn). Binder

Irschenberg – Sie waren einst die Bläserabteilung der preisgekrönten Rosenheimer Schülerband „Mind Games“, danach machte jeder für sich Karriere: Mulo Francel (Saxofon und Klarinette) mit Quadro Nuevo, Andreas Binder (Waldhorn) mit Harmonic Brass und Philipp Sterzer (Querflöte) als Professor für Psychiatrie an der Charité in Berlin.

Trotz der unterschiedlichen Wege fanden die drei Freunde immer wieder die Zeit, im Sommer als Straßenmusikanten in Italien um Verpflegung und Unterkunft zu spielen. Das ist seit einiger Zeit vorbei, doch „die Abenteurer“ spielen immer noch, wenn es der Terminkalender zulässt.

Beim Dinzler am Irschenberg passte das Ambiente der Kaffeerösterei mit ihren Kesseln, Rohren und Verpackungsmaschinen gut zur Musik der drei. Im Kontrast zum Heulen und Pfeifen des draußen tobenden Sturms weckten die Musiker Erinnerungen an Italien im Sommer, etwa mit „Südlichere Tage“, einem Stück aus der Anfangszeit. Sie entführten die Zuhörer aber auch in den hohen Norden. „Riddarhus“, ein ruhiges Stück, entstand für die Wikinger-Ausstellung 2016 im Rosenheimer Lokschuppen. Eigenkompositionen wechselten ab mit ungewöhnlichen Interpretationen von Jazz-Klassikern wie ein unglaublich schnelles „Sir Duke“ von Stevie Wonder oder „Take Five“ von Paul Desmond und Dave Brubeck. Zu den schon bekannten Stücken kamen neue, „Danuvius“ etwa, eine Interpretation des Titelstücks der neuen CD von Harmonic Brass oder eine Version für drei Bläser von Antonio Carlos Jobims „E luxo so“ im Arrangement von Philipp Sterzer.

Für den immer noch unerfüllten Wunsch, einmal als Zirkuskapelle spielen zu dürfen, haben die „Abenteurer“ ein Bewerbungsstück komponiert. „Zirkus“ ist eine hinreißende Nummer, die vergessen lässt, dass dabei nur drei Mann am Werk sind. Egal, ob im Zirkus, auf Italiens Straßen oder in einem Konzertsaal – es ist zu hoffen, dass Andreas Binder, Mulo Francel und Philipp Sterzer noch oft die Zeit finden, vergangene abenteuerliche Zeiten musikalisch aufleben zu lassen.

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