Bilder voller Kraft und Mut

Rot und Schwarz sind die vorherrschenden Farben in den Afrikabildern von Peter Tomschiczek. Bößwetter

Bad Aibling – Die Galerie Villa Maria zeigt eine Schau des Malers Peter Tomschi czek mit einem breiten Spektrum von Arbeiten aus verschiedenen Werkgruppen und Schaffensphasen.

Die zum Teil großformatigen Exponate in Mischtechnik umfassen den Zeitraum von 1996 bis 2020, Aquatintaradierungen stammen aus den frühen 90er-Jahren und zeugen von sicherem Können des Künstlers auch auf diesem Gebiet. Die Gemälde aus unterschiedlichen Serien – Afrikabilder, Gatterwege oder Bilder vom Meer – sind einander gegenübergestellt, und alle Themen leben von ihren unterschiedlichen Farben und Stimmungen. Dominiert in den Afrikabildern das Rot, vereinzelt mit Schwarz kombiniert, so weisen die Gatterwegbilder einen ganz eigenen Grünton auf. Und die Bilder vom Meer zeigen dieses vitale Blau, wie es nur bei tiefen Gewässern vorkommt, in denen sich der Himmel spiegelt.

Kenntnisreicher Freund der Natur

Tomschiczek ist ein Freund der Natur, ein äußerst kenntnisreicher, und er macht die Natur wieder und wieder zum Thema seiner Arbeiten. Immer liegt diesen Bildern eigene Erfahrung, Gesehenes und Erlebtes zugrunde, denn Tomschiczek erfindet nicht, er rekonstruiert. Er tut dies mit der geistigen Paarung von Erlebtem und Imagination. Nichts wird im herkömmlichen Sinne „abgebildet“, alles wird einer intellektuellen Verarbeitung unterzogen und findet seinen Niederschlag im Gemälde.

Der Betrachter muss sich erst langsam in die Bildinhalte einsehen. Kann das Bild aus der Serie „Obervolta“ in auffallendem Rot und wenig Schwarz, eine dramatische, uns fremde rituelle Handlung thematisieren? Weist das Grün der Gatterwegexponate auf die dichten Salbeifelder der kroatischen Inseln hin?

Der Maler hat vor langen Jahren dort auf einer kleinen Insel für sich und seine Familie ein zweites Zuhause geschaffen. Und ist dieses tiefblaue Meer, für dessen Darstellung der Künstler mit Materialien wie Sand, Steinen und Pappe eine Oberfläche mit Höhen und Tiefen schafft, das Meer vor der dalmatinischen Küste?

Wer Gelegenheit hat, dem Maler zuzuhören, erfährt die Geschichten zu den Gemälden. Zwar lebt das Gesehene in Tomschiczeks Arbeiten weiter, letztlich aber weisen seine Werke über diese Zusammenhänge hinaus, sind von einer elementaren Ausdruckskraft, die für sich alleine spricht.

Zahlreiche Auszeichnungen

Eine Vielzahl von nationalen und internationalen Ausstellungen und Auszeichnungen begleiten Tomschiczeks künstlerischen Weg. Von allen Ehrungen, die ihm zuteil wurden, ist die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch den Bundespräsidenten im Jahr 2003 besonders zu erwähnen. Diese Auszeichnung würdigt zum einen seine Leistung als Maler, zum anderen sein Engagement für den künstlerischen Nachwuchs. Die Ausstellung in der Villa Maria zeigt einmal mehr: Tomschiczeks Arbeiten verströmen Kraft und sie machen Mut.

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