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Kunstwoche in Nußdorf mit Konzert und Lesung

Bilder, Klänge und Worte den Tieren gewidmet

Ein Bayer und ein Somalier fanden bei der Lesung in Nußdorf in der Geschichte des "kleinen Prinzen" zueinander.  Foto re
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Ein Bayer und ein Somalier fanden bei der Lesung in Nußdorf in der Geschichte des "kleinen Prinzen" zueinander. Foto re

"Bilder-Klänge-Worte" war das Motto einer Kunstwoche von "Kunst und Werk Nußdorf". Zu den Tierbildern der Kunstausstellung in der Nußdorfer Turnhalle kam dort das Konzert "Noten für vier Pfoten" zugunsten des Tierhilfsprojekts "Hoffnung".

Großen Beifall gab es gleich für den Kinderchor St. Quirinus unter Leitung von Annette Kopf. Die heiteren, leicht szenisch vorgetragenen Lieder, am Klavier begleitet von Michael Gartner, zeigten, dass eine Kindheit ohne Tierlieder kaum vorstellbar ist. Welch großartige Geschöpfe Tiere sind, erläuterte anschließend Dr. Birgit Pichler anhand neuer wissenschaftlicher Studien. Wie eng Tiere zum Leben der Menschen gehören, zeigte das Programm des eigens für diesen Auftritt von Renate Pröbstl gegründeten Chores der Tierfreunde. Die Initiatorin der Bilder-Klänge-Worte-Woche führte die Zuhörer mit den verschiedensten Tierliedern durch ein Jahr: Die Fülle des Frühlings und des Sommers wurde in bekannten Volksliedern besungen. Aber auch der Nußdorfer Dreiviertel-Gsang beschrieb die Tierwelt dieser Jahreszeiten mit ihren fein vorgetragenen Liedern. Begleitet wurden sie dabei souverän und einfühlsam von Susanne Dräxl-Sinhart an der Harfe. Sie musizierte danach mit ihrem Mann und ihren drei Kindern. Robert Sinhart begleitete mit seiner "Diatonischen" anschließend auch Petra Resch, die den "Zeiserl"-Jodler erklingen ließ.

Dann begann man im Konzert allmählich den Herbst zu spüren. Der Jahreszeitenbaum an der Bühne wurde mit bunten Blättern geschmückt, die vierstimmigen Sätze wurden von dreistimmigen, dann von zweistimmigen abgelöst, die Ruhe und Eintönigkeit des Winters verdeutlichen sollten. Schließlich schloss sich der Jahreszeitenkreis. "Nach grüner Farb' mein Herz verlangt" erklang traurig und sehnsüchtig, vorgetragen von Walter Mies, der dabei auf seiner selbst gebauten Leier spielte. Dass das Konzept von Renate Pröbstl, die den Chor leitete, aufging und die vielen Musikstücke zu einem wirklichen Gesamtklang wurden, war besonders Leo Pichler am Klavier zu verdanken, der nicht nur sicher begleitete, sondern äußerst geschickt und feinfühlig die einzelnen Lieder miteinander verband.

Nach der Pause wurden die Dirndlkleider dann abgelöst von schick-frechen Schwarz-Rot-Kostümen, in denen der Inn-Harmonie-Chor Reitmehring auftrat. Temperamentvoll, gekonnt, begeistert und begeisternd zeigte er, dass Tierlieder in aller Welt und zu allen Zeiten eine wichtige Rolle im Musikleben spielten und spielen. Dass die Leiterin des Chores auch eine hervorragende Sopranistin ist, erfuhren die Zuhörer in der "Forelle" - meisterlich begleitet von Felix Spreng - aber auch in den Duetten zusammen mit Katharina Gruber-Trenker. Zum Schluss marschierte unter Leitung von Tine Steinbacher das A-cappella-Ensemble Chaingang ein. Löwen und Kuschelbären tauchten in ihren vielbeklatschten Liedern auf. Und als alle Chöre, auch die Kinder, am Schluss John Rutters "Alle Dinge dieser Welt" sangen, trafen sie noch einmal ins Herz der Zuhörer.

Die Kunstwoche schloss eine Lesung zum Thema "Das Tier und wir" ab. Diese Lesung war passend von Renate Pröbstl inszeniert. Über Tiere in Mythen und Sagen führten Dagmar Bohrer-Glas, Johanna Krinninger, Renate Pröbstl und Florian Lechner zu den Tieren des Wassers, der Luft, Tieren am und im Boden in Europa bis hin zu Exoten wie Panthern und Elefanten. Aber wie gut war das gemacht! Da tanzte Johanna Krinninger die australische Riesenschlange, sang Dagmar Bohrer-Glas Morgensterns "Drei Spatzen", jede Zeile frech fragend wiederholt von ihren beiden Kolleginnen, da mimten alle drei Mungos, die den Jüngsten aus ihrer eigenen Familie verbannten, weil er sich weigerte, Kobras zu töten.

Höhepunkt war eine Szene aus "Der kleine Prinz" . Natürlich handelte es sich um die Geschichte mit dem Fuchs, der dem Wesen vom anderen Planeten erklärt, wie man Freunde gewinnt. Aber nicht Fuchs und Prinz waren auf die Bühne gekommen. Es kamen ein Somalier und ein Bayer mit Gamsbart! So wie der Fuchs in der Erzählung es riet, schenkten die beiden einander immer mehr Aufmerksamkeit, bis sie schließlich gemeinsam in die gleiche Richtung abzogen, einer die Kopfbedeckung des anderen tragend. Eine sinnvolle Aktualisierung!

Das Publikum dankte den Vortragenden und Florian Lechner mit großem Applaus, der auf seinen Klangschalen die abendliche Stunde musikalisch umrahmt hatte.

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