Malerei und Metallkunst von Willy Reichert, Peter Reich und Philipp Schumann

Bilder und Eisenwaren auf der Burg

"Umweltsünden" (links hinten) und "Skizzen" (rechts hinten), Öl auf Leinwand von Willy Reichert; im Vordergrund "Schbeck`s", Edelstahl, Gemeinschaftsarbeit von Peter Reich und Philipp Schumann.  Foto . Teine
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"Umweltsünden" (links hinten) und "Skizzen" (rechts hinten), Öl auf Leinwand von Willy Reichert; im Vordergrund "Schbeck`s", Edelstahl, Gemeinschaftsarbeit von Peter Reich und Philipp Schumann. Foto . Teine

Fantasiereich verdrehte Metallskulpturen sind vor großformatigen Stillleben gruppiert. Ineinander verschachtelte Ringe aus kühlem Stahl stehen mutig im Kontrast zu Landschaften und geheimnisvollen Szenen in warmen Farben, ausgeführt in Öl, Acryl oder auch in Mischtechnik. In Bildern mit Früchten, Blumen und Alltagsgegenständen tauchen immer wieder Buchstaben und Ziffern auf wie verborgene Botschaften aus einer anderen Welt.

"Bilder und Eisenwaren" haben Kunstmaler Willy Reichert und die Metallkünstler Peter Reich und Philipp Schumann ihre Gemeinschaftsausstellung in den Galerieräumen auf der Burg in Wasserburg genannt. In seiner Einfachheit könnte der Ausstellungsname auch ein Ladenschild zieren. Ebenso mag er angesichts der Qualität der gezeigten Arbeiten fast zu bescheiden erscheinen. Dennoch trifft es genau den Kern: Eine Malerei, die der Metallbildhauerkunst angenehm kontrastreich gegenüber steht. Betrachtet man das Ausstellungskonzept als Ganzes, harmonieren "Bilder und Eisenwaren" nicht nur miteinander, sie ergänzen sich sogar.

In einer Gemeinschaftsarbeit haben Peter Reich und Philipp Schumann schmale, gebogene Edelstahlrohre zu einem Rutenbündel verdreht. Trotz Umfang und Gewicht scheint die Skulptur leicht und frei im Raum zu schweben. Dahinter präsentiert sich ein Gemälde von Willy Reichert, auf den ersten Blick ansprechend und farbenfroh. Erst beim genauen Hinsehen gibt die atmosphärisch-leichte und von einem transparenten Nebelschleier umhüllte Darstellung ihren Inhalt preis: "Umweltsünden", kaschiert und ansprechend verpackt als bildliche Metapher einer oft bizarren Ästhetik unserer Zivilisationsgesellschaft. Peter Reichs Plastiken in Stahl sind oft rund verschlungen und zugleich geometrisch strukturiert. Sie verführen wie seine Komposition "Ausschnitt I und II" auch zum Anfassen. Werden die aufgeschnittenen Segmente der zwei korrodierten Eisenstelen berührt, so geraten sie in Schwingung wie überdimensionale Saiten aus Metall. Dem gegenüber steht die komplexe Formgebung der Arbeiten von Philipp Schumann. In ihrer dreidimensionalen Tiefe erinnern sie an die perspektivische Unmöglichkeit surrealer Räume.

Die Bilder zeigen die Schaffensvielfalt und Kompetenz des längst profilierten Kunstmalers. Die Skulpturen hingegen bringen die kreative Formensprache einer nachkommenden Künstlergeneration klar zum Ausdruck. Beides zusammen wiederum bietet den Besuchern eine bemerkenswerte und vor allem sehenswerte Ausstellung.

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