Zum 80. Geburtstag

Bilder eines abstrakten Impressionisten: Fried Stammberger in Prien

Rot und Schwarz sind die vorherrschenden Farben im Zyklus „Florales“.
+
Rot und Schwarz sind die vorherrschenden Farben im Zyklus „Florales“.

Ein Ausstellung zum 80. Geburtstag: Unter dem Titel „Florales“ sind im Prien Werke von Fried Stammberger zu sehen.

Prien – Fried Stammberger zählt nicht nur zum Kreis der renommiertesten Rosenheimer Künstler, er ist auch seit den 1990er Jahren regelmäßiger Aussteller bei den Chiemgauer Kunstausstellungen in Prien. Das Heimatmuseum Prien nimmt nun seinen 80. Geburtstag zum Anlass, rund 30 Bilder des Künstlers aus dem ab 2006 entstandenen, Zyklus „Florales“ zu zeigen.

Blumenteppich aus Farbmaterie

Stammberger schildert in diesen Arbeiten nicht die übermächtige Natur, die er auf seinen zahlreichen Wanderungen entdeckt hat, sondern legt einen samtigen, gegenstandsbezogenen, aber kaum mehr gegenständlichen Blumenteppich aus Farbmaterie über die Leinwand. Seine floralen Bilder assoziieren vegetabile Formen, stellen sie aber nicht mehr dar. Das Vordergründige tritt zurück.

Das könnte Sie auch interessieren:

“Die 80er! in der Städtischen Galerie Rosenheim“

Beeinflusst von Claude Monet, den Stammberger als Künstler erst spät für sich entdeckt hat, empfindet er aber wesentlich abstrakter und unter vollständiger Zurücksetzung des Vordergründigen. Unwillkürlich denkt man auch an die späten Aquarelle William Turners, die bereits weit vor den französischen Impressionisten eine Entmaterialisierung des Dinghaften in diffuses Licht und flimmernde Farbe vorgegeben haben. Iris Trübswetter ist zuzustimmen, wenn sie bei diesen Bildern Stammbergers von einem „abstrakten Impressionismus“ spricht.

Es ist das aggressive, leuchtende, leidenschaftliche und sinnliche Rot, das bei Stammbergers Arbeiten hemmungslos den ersten Rang auf der Farbpalette einnimmt. Als Farbe des Blutes, der Wärme, des Lebens, dominiert es die Farbskala des Künstlers. Blau, Gelb und Grün erscheinen nur als Abwandlungen seiner auf Schwarz und Rot basierenden floralen Bilder.

Nicht leicht zu enträtseln

Auch wenn sich seine sensiblen Bilder und das Bildsujet Stammbergers dem Betrachter als künstlerisches Signum, als eigene künstlerische Handschrift eingeprägt haben, sind sie dennoch nicht leicht zu enträtseln. „Der Weg zu seiner Malerei bleibt so dem Intellekt schwieriger zu gehen als dem Gefühl“ formulierte es Klaus Jörg Schönmetzler bereits 1982 in einem Essay.

Der Kunstkritiker Andreas Kühne fasst 2007 zusammen: „Einerseits haben sich diese Bilder vollständig vom Gegenstand und auch von gegenstandsnahen Formen, Strukturen und Konturen befreit, andererseits nähern sie sich durch den rhythmischen und dynamisierten Farbauftrag und die dadurch erreichten lyrischen Stimmungen wieder einer modernen „Landschaftsmalerei“. In einer malerischen Ausdrucksform, die sich in ihrer Radikalität deutlich von jeder nur „sensiblen Valeurmalerei“ unterscheidet, hat die „Suchwanderung“ Fried Stammbergers ein Ziel gefunden“.

Bis 25. Oktober

Die Bilder Fried Stammbergers sind noch bis einschließlich 25. Oktober täglich außer Montag von 14 bis 17 Uhr im Heimatmuseum Prien zu sehen.

Kommentare