Die besten Kurzgeschichten für den „Grassauer Deichelbohrer“ gesucht

Zum Abschluss des Preisverleihungs-Wochenendes 2019 in der Grassauer Sawallisch-Villa trafen die Teilnehmer auf einen Original-Deichelbohrer im Museum Klaushäusel. Bovers

Im Sommer 2018 fanden sich in Grassau Kulturinteressierte zu einem Stammtisch, um herauszufinden, was sich kulturell in der Marktgemeinde noch bewegen ließe. Eine der diskutierten Ideen blieb lebendig: Einen Literatur-Wettbewerb könnte man gut vertragen! Nun geht der „Grassauer Deichelbohrer“ in seine zweite Runde.

Grassau

Es fanden sich drei, denen die Literatur und das Schreiben nicht fremd waren, und schon gab es einen Initiativkreis. Dieser betrieb die Sache weiter und im November beschloss der Gemeinderat einstimmig die offizielle Ausschreibung eines Kurzgeschichten-Wettbewerbs, dem sie den auffälligen Namen „Grassauer Deichelbohrer“ gaben.

470 Autoren nahmen 2019 teil

Die drei Literaten aus Grassau begaben sich an die Arbeit: Die Romanautorin Angeline Bauer, der Buchhändler und Autor Klaus Bovers und der Ideengeber Robert Höpfner, der bekannt ist für seine unverwechselbaren und pointierten Gedichtbände. Jeder hatte seine eigene Erfahrung in Sachen Literatur, doch mit diesem neuen Wettbewerb betraten sie Neuland. Zur Freude aller Beteiligten, einschließlich des Gemeinderats, wurde das Debut ein voller Erfolg. Zum Einsendeschluss am 1. September hatten 470 Autoren aus ganz Deutschland ihre Geschichten eingereicht und die fünfköpfige Jury hatte richtig viel zu tun!

Soleleitung gab dem Wettbewerb seinen Namen

Im Text der Ausschreibung erfahren die eingeladenen Autoren auch heuer wieder, was es mit dem seltsamen Namen des Preises auf sich hat. Den erdachten sich die Grassauer in Anspielung auf die hölzerne Rohrleitung, durch die im 19. Jahrhundert flüssige Salzsole von Reichenhall über Traunstein und Grassau bis zur Saline in Rosenheim gepumpt wurde.

Lesen Sie hier den Bericht über die Preisverleihung des Grassauer Deichelbohrers 2019.

Diese historische Pipeline bestand aus so genannten Deicheln, der Länge nach durchbohrten und zu einer Rohrleitung zusammen gefügten Fichtenstämmen. Das Durchbohren der Deicheln war ein anspruchsvolles Handwerk, das Konzentration und Augenmaß verlangte, um an Ende etwas in Bewegung zu bringen.

Wer historisch interessiert ist, kann in diesem Video sehen, wie das Deichelbohren vor sich ging.

Schreiben verlangt zwar anderes Werkzeug, doch durchdringend sollte es schon auch wirken, damit etwas in Fluss kommt. Und weil das Schreiben von Kurzgeschichten als durchaus anspruchsvoll gilt, sieht man in Grassau den Deichelbohrer als griffiges Symbol und begehrte Wettbewerbs-Trophäe, in der Hoffnung auf möglichst viele Teilnehmer auch in diesem Jahr.

Initiatoren hoffen auf viele Teilnehmer

Die Einladung ging 2020 auch nach Österreich, Südtirol und in die Schweiz, angesprochen wurden die Schaltstellen des Literaturbetriebs, doch eigentlich ist jeder eingeladen, also auch unsere OVB-Leser. Viele haben auch in den nächsten Wochen mehr Zeit als sonst. Wer sich also angesprochen fühlt und schon immer mal diese eine besondere Geschichte loswerden wollte, der holt sich einfach auf der Website http://literatur-grassau.de die Ausschreibungs-Bedingungen. Die Grassauer freuen sich über jede Einsendung, und die Jury fürchtet sich auch nicht vor Corona-Geschichten.

Die Bedingungen für die Teilnahme finden Sie hier!

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