Berühmte Chiemseemaler im Haus des Gastes in Gstadt

„Alte Mühle am Samerberg“ von Johannes Schmid-Schilding. Giesen
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„Alte Mühle am Samerberg“ von Johannes Schmid-Schilding. Giesen

Üblicher Weise präsentiert die Gailer Galerie Fine Art Chiemsee zweimal im Jahr Gemälde berühmter Chiemseemaler im Haus des Gastes in Gstadt. In diesem Herbst zeigt die Galerie anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens besonders hervorragende Beispiele süddeutscher Malerei.

Gstadt– Zu sehen sind zum Beispiel ein Porträt der Tochter Doris von Friedrich August von Kaulbach (1901) oder die „Fronleichnamsprozession am Chiemsee“ (um 1919) von Josef Wopfner.

Der Ausstellungsschwerpunkt aber liegt auf den Bildern von Johannes Schmid-Schilding (1895 in München bis 1975 Schilding am Samerberg), dessen Bilder einesteils Zeugnisse der regen Betriebsamkeit in Großstädten sind, andererseits die Naturnähe des kleinen Schilding am Samerberg wiederspiegeln.

Gerade aus dieser Periode befinden sich authentische Bilder in der Ausstellung, so zum Beispiel die alte Mühle am Samerberg, die 1924 sowohl Constantin Gerhardinger als auch Johannes Schmid-Schilding an ihren Staffeleien gleichzeitig malten, was ein altes Foto bezeugt. Die mühsame Feldarbeit der Bauern erscheint immer wieder in seinen Bildern, die ruhige weitläufige Landschaft mit Blick in die Berge und ins Inntal.

Aus dem Ersten Weltkrieg kehrte Schmid-Schilding an die Münchner Kunstgewerbeschule zurück, studierte an der Münchner Akademie in der Zeichenklasse von Hermann Groeber und wurde sodann in der Münchner Malschule von Franz von Stuck zugelassen. Ihn interessierte jede neue Stilrichtung, die er begierig aufsog, behielt aber dennoch stets seinen eigenen Weg bei.

Nach dem Tod von Franz von Stuck 1928 verschlug es Schmid-Schilding als freischaffenden Künstler erst nach Berlin, ab 1933 nach Leipzig. Kurz nach der Eheschließung 1937 zog er nut seiner Frau nach Rom, wo er viel Anerkennung erfuhr. Während des Zweiten Weltkriegs verließ er jedoch die ewige Stadt 1943, wobei er viele Werke zurücklassen musste. Er fand Zuflucht in der kleinen Ortschaft Schilding am Samerberg, wo er sich weitestgehend ungestört der Malerei widmen konnte. 1957 zog er erneut nach Rom, aber seinen Lebensabend von 1971 bis zu seinem Tod im Januar 1975 verbrachte der Künstler wieder in Schilding.

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