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Barockes Magnificat, moderne Psalmen

Ein buntes Mai-Konzert gab der Kammerchor Rosenheim mit einem Instrumentalensemble unter Konrad Heimbeck in der Kirche Heilig Blut. Janka

Rosenheim – Ganz maienbunt waren die Sängerinnen des Kammerchors Rosenheim angezogen für das Mai-Konzert in der nicht ganz vollen Kirche Heilig Blut.

Und wie einen bunten Maienstrauß hatte Konrad Heimbeck das Programm gestaltet – mit einem barocken „Magnificat“ und drei modernen Psalmen.

Doch am Anfang stand der Psalm 8 („Herr, unser Herrscher“) von Heinrich Schütz (1585 bis 1672), vom Chor und dem Instrumentalensemble zusammen musiziert, machtvoll und zugleich schwingend-weich gesungen. Gleich darauf floss, a cappella gesungen, das „Kyrie“ aus der „Missa Papae Marcelli“ von Palestrina ruhig dahin, doch rhythmisch sanft akzentuiert und mit transparentem Stimmgewebe.

Johann Simon Kreuzpointner ist 1968 in Altötting geboren und wirkt heute als Kirchenmusiker in St. Pölten. Insgesamt schwankt seine Musik zwischen Bruckner-Anklängen und Kirchentagsmusik. Der Psalm 67 („Gott sei uns gnädig“) beginnt demütig bittend mit einer ostinaten Streicherfigur, über der die Oboe klagt, wandelt sich dann mit Pauke und Trompeten ins Jubeln und endet demütig-bescheiden, der Psalm 145 („Der Herr ist gnädig“) ist unermüdlich preisend. Der Komponist saß am Orgelpositiv und bedankte sich am Schluss beim Chor, der sich seiner Musik mit großer Empathie angenommen hatte.

Herb-romantisch, dabei ganz homophon gehalten und syllabisch komponiert ist „Gott ist meine Rettung“ des 1964 geborenen lettischen Komponisten Rihards Dubra – vom Chor sanft schwebend gesungen.

Hauptwerk des Abends war das „Magnificat“ von Johann Rosenmüller (um 1630 bis 1684). In schneller Abfolge wechseln sich Soli und Chorstellen ab, im Einzelnen knapp, aber reichhaltig komponiert: Wenn von der Niedrigkeit der Magd die Rede ist, haben die tiefen Stimmen das Wort, gleich zwei Sopransolistinnen besingen das darauffolgende Loblied, breite Notenwerte herrschen vor, wenn das Große gepriesen wird, das der Herr getan hat, die Mächtigen werden in die tiefsten Basstöne gestürzt, die machtvollen Taten Gottes spiegeln sich in machtvollen Chor-Koloraturen wider, vom Chor ebenso machtvoll gesungen.

Das lang bewährte Solistenquartett (Ursula Preißler, Luitgard Hamberger, Richard Eschlbeck, Martin Hörberg) war um Anna-Maria Sitte ergänzt, die mit klarem Sopran glänzte. Die beiden Oboen (Sophia Hörberg und Maria Kaltenbrunner) bliesen beseelt.

Mit Marienlob klang das Konzert aus: In mystisches Licht getaucht war das „Ave Maria“ von Vyautas Miškinis (1954 geboren), russisch-gläubig ist „Bogoroditse devo“ von Sergei Rachmaninov (1873 bis 1943), beides mit Inbrunst vom Chor gesungen, den Schluss machte das „Regina coeli“ von Mozart (1756 bis 1791), mit heiterer Beschwingtheit im Chor und mit fröhlichem Engelsflügel-Geflatter in den Geigen. Trotz herzlichen Beifalls gab es keine Zugabe. Leider.

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