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Experiment geglückt

Auf Rosenheimer Parkhausdeck: Barock und Popmusik statt Autolärm

Lieder aus dem Barock bot das Ensemble Horolog mit Sängerin Veronika Burger.
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Lieder aus dem Barock bot das Ensemble Horolog mit Sängerin Veronika Burger.

Die Corona-Pandemie produziert Fantasie: Nachdem die Kultur monatelang parken musste, geht sie jetzt ins Parkhaus: Michael Gartner hatte die Idee, das oberste Deck des Parkhauses am Hammerweg unter dem Titel „KulturParkHaus-Festival“ zu bespielen. Das Ergebnis? Ein hörenswertes Aufeinandertreffen!

Rosenheim – Mit Erfolg: Die Akustik ist so gut, dass selbst die leisesten Lautentöne zu hören waren und die Stimme der Barocksängerin Veronika Burger bis in die letzten Reihen reichte. Die Bierbänke haben leger-rustikalen Charme, Platz ist genug für Abstände, der Wind weht alle Aerosole weg, die Vögel zwitschern freudig mit und auch die Kirchenglocken dröhnen drein, Motorlärm dringt überraschend wenig ein. Das Experiment ist überaus geglückt.

Akteure aus der Region

Die Akteure stammen fast ausnahmslos aus dem Rosenheimer Raum: Das Barockensemble Horolog besteht aus der Sängerin Veronika Burger, der Geigerin Julia Krikkay, der Gambistin Tilla Seymann und dem Theorben-Spieler Fernando Olivas mit eindrucksvollem Vollbart: Er kommt aus Mexiko. Das Musicalensemble Fürstätt besteht aus den Vokalisten Tobias Heinz und Julia Schmarsel, die von Michael Gartner am E-Piano begleitet wurden.

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Die Mischung aus Barock-Liedern und Pop-Songs überzeugte und zündete: Die Lieder aus dem Barock waren ja zu ihrer Zeit gleichsam die Popmusik. Außerdem sind sie sich thematisch gleich: Es geht immer um die Liebe. Das vermittelte Veronika Burger in ihren charmanten Ansagen, in denen sie erzählte, wie die Barocklieder meist Amor anflehen oder gar beschimpfen. So mischten sich munter Songs von Elton John mit denen von Henry Purcell, von Stevie Wonder mit denen von Giulio Caccini, die mit ihren kunstvollen Fiorituren sich den umspielungsverliebten Popsongs annäherten.

Liebestrunkener Überschwang

Unterschiedlich waren vornehmlich die Gesangsstile: Veronika Burger führte ihren klaren und gut geschulten Sopran mühelos, wechselte zwanglos von fahlen Klagetönen zu liebestrunkenem Überschwang voll von Vibrati, beherrschte auch die leise Ironie, wenn sie in „The Willow Song“ eines Anonymus die Weide besingt, an der sie sich vielleicht aus Liebenskummer aufhängen will, und ließ deutlich die Blutstropfen aus dem Haar der Furie Alekto fallen, die durch Musik besänftigt wird in „Music for a while“ von Henry Purcell. Die Instrumentalisten seufzten dabei empathisch mit.

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Popsongs gaben Julia Schmarsel und Tobias Heinz zum Besten.

Vibrierend vor Vitalität waren die Musical-Stimmen: Geradezu rührend sang Tobias Heinz „Candle in the Wind“ von Elton John und mitreißend-lebensfreudig „I see clearly now“ von Jummy Cliff, innig-zart und voller Intensität auch im Piano gestaltete Julia Marsel „May it be“ von Enya aus dem Film „Herr der Ringe“ und vitalistisch-überströmend „You gotta be“ von Des’ree. Gegenseitig sangen und feuerten sie sich an in „A million dreams“ von Justin Paul/Benj Pasek.

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Den Stevie-Wonder-Song „Sunshine of my live“ sangen und spielten alle zusammen – hätte man öfter machen können. Mit „Halleluja“ bedankten sich alle Akteure für den herzlichen Beifall der knapp 100 Zuhörer.

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