"Bahn unterm Hammer"

"Warum muss diese Bahn an die Börse gehen?", fragt zu Beginn des Films "Bahn unterm Hammer" der Finanzkolumnist der Financial Times, Lucas Zeise. Und der Film gibt kuriose Antworten: Damit der Steuerzahler mehr Subventionen an die Bahn bezahlen muss, damit Bahnfahren teurer wird, damit die Bahn auf wenige ICE-Korridore reduziert wird und "Investoren" Bahngrundstücke verscherbeln können...

Die Filmemacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz zeigen, wie die Bahn bereits seit Jahren auf Privatisierungskurs gesteuert wird und welch fatale Folgen dies für die Kunden hat. "Je länger wir für den Film recherchiert und gedreht haben, desto irrsinniger erscheint uns die Bahnprivatisierung", sagen die Filmemacher Herdolor Lorenz und Leslie Franke über den Werdegang des Films. "Es gibt keinen sachlichen Grund für die Privatisierung, Bahn- und Wirtschaftsexperten raten ab, aber es gibt einen enormen Druck auf die Politik, die Bahn zu verkaufen. Am besten mit Gleis und Bahnhof und allen Zügen."

2008 wurde der Börsengang der Bahn endlich abgesagt. Grund war angeblich die schlechte Lage an den Finanzmärkten. Tatsächlich hatte sich zu der Zeit ein erheblicher Druck der Öffentlichkeit gegen die Privatisierung der Bahn aufgebaut. Dennoch, Verkehrsminister Ramsauer verkündete erst kürzlich, private Investoren an der DB Mobility seien jederzeit "hoch willkommen" (im Wasserburger Kino Utopia).

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