Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ein neuer Blickwinkel auf die Welt

Von der dunklen Gams bis zum schwebendem Raum: Vier Künstlerinnen präsentieren ihre Werke in Bad Aibling

Elisabeth Mehrl „Im Gold“. Bösswetter
+
Elisabeth Mehrl „Im Gold“. Bösswetter
  • VonUte Bößwetter
    schließen

Drei Malerinnen und eine Bildhauerin stellen derzeit in der Villa Maria aus. Die Titel der Arbeiten betonen Witz, Ironie und Bedeutung. Was die Werke besonders macht und welch „ungewöhnlicher Zauber“ von ihnen ausgeht.

Bad Aibling – Von Anmut und Schönheit, aber auch von Witz und leiser Ironie erzählen die Werke der vier Künstlerinnen, die derzeit in der Galerie Villa María zu sehen sind. Drei Malerinnen, Annelies Kaczinsky, Elisabeth Mehrl und Heidi Muggli, zudem Regina Marmaglio als Bildhauerin, lassen uns an ihrer Sicht auf die Welt teilhaben.

Mit verschiedenen Themen und Vorgehensweisen vermitteln sie ihre Aussagen. Es ist ein weiblicher Blick auf die Welt, zugleich ein versöhnlicher, und das ist, sagt Galerist Ernst Geyer, „in diesen Zeiten ein Lichtblick“. Mehr zur Galerie Villa Maria:

Sind auch die Arbeiten eher heiter, so liegt die Ernsthaftigkeit in der Sorgfalt der Ausführung und im großen Können aller.

Tiere wirken vertraut und doch fremd

Annelies Kaczinsky aus Rosenheim gestaltet ihre Bilder in Mischtechnik. Neben den aufgetragenen Farben verwendet sie alte Briefe, die sie als Collage in die Arbeiten einbaut - als grafische Elemente, die zusammen mit der wolkig aufgetragenen Acrylfarbe die Komposition ausmachen. Sie stellt dem Betrachter Tiere vor.

Gemse, Löwe und der Vogel Daisy wirken vertraut und doch fremd. Ein blühendes Feld voller intensiv gelber, nur hingetupfter Blumen in großem Format bringt den Hochsommer, und Rittersporn grüßt in leuchtendem Blau. Mit Übermalung und Verwischen gibt Annelies Kaczinsky ihren Bildern die endgültige Form. Mehr über Annelies Kaczinsky:

Der Schönheit verschreiben

Elisabeth Mehrl hat sich in ihren Arbeiten der Schönheit verschrieben. In immer neuen Kompositionen gestaltet sie Bilder von Schmuckstücken. Es geht der Malerin nicht um das getreue Abbild, sondern um das Spiel mit den Erwartungen. Die Bilder ermöglichen es dem Betrachter, die Inhalte als das zu sehen, was sie sind: Schmuckstücke aus kostbaren Materialien und Formen, die man begehrenswert findet. In dunklen Edelsteinen bricht sich das Licht, Perlenketten betören mit ihrem Glanz - die Schmuckstücke sprechen von Wohlstand und Tradition. Es kann dem Betrachter aber auch das Überflüssige, die Verschwendung, die Eitelkeit in den Sinn kommen. Elisabeth Mehrls Werke lassen diese Sichtweise ebenfalls zu. Mehr über Elisabeth Mehrl:

Bewusst eingeschränkter Themenzyklus

Heidi Mugglis akkurat gemalte Bilder von Gefäßen überraschen immer wieder aufs Neue. Der bewusst eingeschränkte Themenzyklus der Aiblinger Malerin ist überraschend vielgestaltig. Das Auge bleibt hängen an einer Komposition aus dunklen Schalen, die sich farblich kaum vom Untergrund abheben. Zwar kennzeichnen heller gemalte Rundungen den oberen Rand der Gefäße, aber die Körper der Schalen gehen nahezu übergangslos in die Grundfarbe des Bildes über. Dennoch erkennt das Auge die Formen. Mehr über Heidi Muggli:

Kerzengerade, mit Blick nach vorne

Die Bildhauerin Regina Marmaglio arbeitet konzentriert an der menschlichen Gestalt. Ihre aus Lindenholz geschnitzten Figuren stehen kerzengerade und schauen genauso gerade nach vorne. Ein wenig unbeteiligt ist ihr Blick - eigentlich verwunderlich, denn sie haben allerhand erlebt.

Sie sind gerade aus dem Wasser aufgetaucht, haben Fische gefangen und tragen Vögel auf dem Kopf, die augenscheinlich dort brüten. Es ist ein Panoptikum des Lebens, begleitet von der Frage nach noch nicht ausgeschöpften Optionen.

„Enrico“ von Annelies Kaczinsky.

Ihrer Gestalt nach zu urteilen sind die Personen nicht mehr jung, tragen aber alle einheitlich Ringelkleidung, eine Reminiszenz an die Kleidung früher Tage. Mehr über Regina Marmaglio:

Titel mit Witz und Bedeutung

Bleibt noch, auf die Bildtitel aller Arbeiten hinzuweisen. Jede der vier Künstlerinnen hat ihre Arbeiten mit Titeln versehen, die den Witz, die Ironie oder die Bedeutung betonen.

„Schwebend im Raum“ von Heidi Muggli

„Schwebend im Raum“, nennt Heidi Muggli ihre dunklen Schalen, die den Eindruck erwecken, als ob die äußere Reihe der Gefäße die innen ruhenden umkreist. Annelies Kaczinskys stoisch auf ihrem Felsen stehende Gemse trägt den temperamentvollen Namen „Enrico“.

Regina Marmaglio, „ausbrüten“

Die Arbeit von Regina Marmaglio mit auf den Köpfen eines Paares sitzenden Vögeln nennt sich „ausbrüten“, und zwei von Elisabeth Mehrls Bildtafeln mit Ketten tragen den Titel „Grammatik des Schönen“.

Von allen Werken geht ein besonderer Zauber aus.

Mehr zum Thema

Kommentare