Ausstellung in der Galerie Bruckmühl: Susanne Pittroff und Eva Schöffel zeigen ihre Werke

Susanne Pittroff „Zeitgleich“, Digitaldruck auf Bütten.
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Susanne Pittroff „Zeitgleich“, Digitaldruck auf Bütten.

Nach mehrmonatiger coronabedingter Pause kann die Galerie Markt Bruckmühl nun endlich den Kunstschaffenden wieder eine Plattform bieten. Zwei Münchner Künstlerinnen, Susanne Pittroff und Eva Schöffel, zeigen in einer gemeinsamen Ausstellung bis zum 11. Oktober ihre Sicht auf die Welt.

Von Ute Bößwetter

Bruckmühl – Zwar hat jede ihre unverkennbare künstlerische Handschrift, aber dem aufmerksamen Betrachter fallen Berührungspunkte ins Auge.

Eva Schöffel arbeitet mit Linolschnitten, Zeichnungen, Fotografien, auch mit Installationen. Karton ist ihr bevorzugter Werkstoff, das zeigt sich in mehreren ihrer Arbeiten, zum Beispiel bei den aus Karton zusammengefügten Mauersteinen, mit denen die Künstlerin einen imaginären Raum gebaut hat. Die „Steine“ haben durch Einwirkung von Sonnenlicht verschiedene Farbstufungen angenommen und sind ausgeklügelt zueinander positioniert. Hier reflektiert die Künstlerin die Bedeutung von menschlicher Behausung. Auch mit fotografischen Arbeiten ist Eva Schöffel in der Ausstellung vertreten. Mit langem Teleobjektiv hat sie Landschaften, Personen und Gebäude herangeholt und damit eine fast irreale Wirkung erzielt. So scheint das lang gestreckte Dach einer Scheune über einer Wiese zu schweben.

Susanne Pittroff hat ebenfalls Karton zum Medium einiger Arbeiten gemacht. Eine Bodeninstallation, deren Wellpappewürfel einseitig mit Buchstaben oder Chiffren bemalt sind, lässt den Betrachter nach gleichen Motiven auf den anderen Würfeln suchen und im Geiste entsprechend ordnen - eine mentale Herausforderung.

Eine neue Dimension

Ein weiterer Ausstellungsraum wird markiert durch zwei große auf dem Boden liegende Keile in unterschiedlichen Farben. Ihre Positionierung verleiht dem Raum eine neue Dimension. Durch Verschieben der beiden Keile ändern sich die Proportionen des Raumes erneut, alles bleibt in Bewegung. Das Thema „Bewegung“ wird in diesem Raum noch in weiteren Arbeiten angesprochen. Sie stellen das Prinzip einer starren Ordnung in Frage, alles kann neu überdacht werden.

Mensch nie direkt thematisiert

In den Werken beider Künstlerinnen wird nie der Mensch direkt thematisiert. Aber er ist da, seine Bedürfnisse, seine Aktionen sind hinter allem sichtbar. Deutlich wird das besonders bei der Installation „steps“ von Eva Schöffel: aus Gips geformte, auf das Wesentliche reduzierte Schuhe stehen auf dem Boden, daneben eine Fußwaage und an der Wand ein Objekt – Spiegel oder Fenster – alles Requisiten menschlichen Lebens.

Und Susanne Pittroff thematisiert mehrfach ein Lot, zum einen als Installation, zum anderen in zwei Zeichnungen. Das ist ein möglicher Schlüssel für das Schaffen beider: die Dinge des Lebens und ihre Bedeutung zu hinterfragen und auszuloten.

Die Ausstellung in der Galerie Markt Bruckmühl dauert bis zum 11. Oktober. Die Öffnungszeiten: Mittwoch 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils 11 bis 18 Uhr.

Als würde das Dach schweben: Eva Schöffel, ohne Titel, Fotografie 2012.

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