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Auftakt

Auf Nummer sicher gegangen: Simon & Garfunkel Revival-Band eröffnet Festspiele Schloss Amerang

Beim Festival ist die Erfurter Coverband seit 2012 dabei: (von links) Ingo Kaiser, Guido Reuter, Michael Frank und Sebastian Fritzlar
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Beim Festival ist die Erfurter Coverband seit 2012 dabei: (von links) Ingo Kaiser, Guido Reuter, Michael Frank und Sebastian Fritzlar

Bei der Wahl des Eröffnungskonzerts der Festspiele Schloss Amerang ging Veranstalter Ortholf Freiherr von Crailsheim heuer auf Nummer sicher: Die Simon & Garfunkel Revival-Band zählt seit ihrem ersten Gastspiel in Amerang 2012 zu den alljährlichen Publikumsmagneten im sommerlichen Konzertprogramm – bis Corona 2020 die gesamte Branche lahmlegte.

Amerang – „Die Pandemie hat uns um gut 20 Jahre zurückgeworfen“, betonte von Crailsheim in seiner Begrüßungsrede und spielte damit auf den radikal eingekürzten Spielplan an, der keinen Platz für Wagnisse ließ. Über die aktuelle Krise im Veranstaltungssektor könnten auch ausverkaufte Konzerte wie dieses nicht hinwegtäuschen.

Empfang mit tosendem Applaus

Die Erfurter Band um Frontmann Michael Frank ist erfreulicherweise wieder gut im Geschäft. Der Blick auf den Tourneeplan lässt einen schwindelig werden. In Amerang wurden die Thüringer mit tosendem Applaus empfangen, was Frank auf astreinem Bairisch mit „Des is da Wahnsinn“ quittierte. Das Quartett eröffnete den Abend mit „Homeward Bound“, einer melancholischen Folk-Pop-Ballade, die der 23-jährige Paul Simon 1965 während einer Konzertreise in England schrieb, und die die Anfangszeit des US-amerikanischen Erfolgsduos markiert. Bis zur Trennung 1970 brachten Simon & Garfunkel allein Studioalben heraus: „Wednesday Morning, 3 A.M.“, „Sounds of Silence“, „Parsley, Sage, Rosemary and Thyme“, „Bookends“ und „Bridge over Troubled Water“. Ein enormes Repertoire mit zahlreichen Welthits, aus dem die Musiker der Revival Band nun schöpften und das Publikum Song für Song aus der Reserve lockten. Klassiker wie „Hazy Shade of Winter“, „The Boxer“, „Mrs Robinson“ und „Cecilia“ luden zum Mitsingen und Mitklatschen ein. Intime Momente entstanden vor allem in den Soloballaden Simons, „Slipsliding“ oder „You can call me Al“. Michael Frank hat Paul Simons weiches Timbre vollends verinnerlicht. Mit Guido Reuter, dem „Art Garfunkel“ der Revival-Band, gelang wohliger Harmoniegesang.

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Das Cover „El Cóndor Pasa (If I could)“ zeigt bereits 1970 Paul Simons Faible für indigene Musik. Titel und Melodie entstammen einer gleichnamigen Zarzuela von Perus bedeutendstem Komponisten Daniel Alomía Robles. Im Album „Graceland“ vereint Simon 16 Jahre später westliche Folk- und Popmusik mit afrikanischer Musik. Es wurde zusammen mit Musikern aus Afrika aufgenommen. Die Erfurter Band überraschte mit ihrer eigenen Interpretation des Songs „Diamonds on the Soles of her Shoes“, getragen von mitreißenden afrikanischen Rhythmen. Virtuos an ihren Instrumenten – Michael Frank an der Gitarre, Sebastian Fritzlar an Keyboards, Bass und Sambatrommel, Ingo Kaiser an Schlagzeug und Percussion und Guido Reuter an Flöte, Geige und Akkordeon – überzeugten die Musiker mit ansteckender Spielfreude.

Verwandlung in brasilianische Band

Einen Höhepunkt erreichte die Bühnenshow, als Schlagzeuger Ingo Kaiser bei „The Rhythm of the Saints“ sein Zopfband löste und die wilden Locken im Rhythmus seines Trommelschlags tanzen ließ. Gleichsam ungebändigt wandelte die Erfurter Band sich zur brasilianischen Samba-Kapelle. Für das gleichnamige Album aus dem Jahr 1990 hielt sich Paul Simon in Brasilien auf. Die Songs sind - wie bei „Graceland“ – sehr rhythmusbetont und von der einheimischen Musik inspiriert. Als es am Ende des Konzertabends „Bye Bye Love“ hieß, hielt es auch im Publikum niemanden mehr auf den Stühlen. Als wäre es nie anders gewesen.

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