Altbekannte und seltene Mariengesänge in Stephanskirchen

Anja Schwarze-Janka singt das „Ave Maria“ von Franz Schubert.
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Anja Schwarze-Janka singt das „Ave Maria“ von Franz Schubert.

Im Rahmen des „Sommer dahoam“ in Stephanskirchen fand in der Pfarrkirche Maria Königin des Friedens an Maria Himmelfahrt ein Konzert mit Mariengesängen statt. Es sangen Anja Schwarze-Janka (Sopran) und Katharina Grube-Trenker (Alt).

Stephanskirchen – Die Sonne warf ihre letzten Strahlen des warmen Tages durch die bunten Milchglasscheiben, als die Leute vor dem Konzert ihre Plätze einnahmen, und erzeugte eine warme, angenehme Stimmung im Altarraum der modernen Kirche. Auf diese Stimmung sprangen die beiden Sängerinnen Anja Schwarze-Janka (Sopran) und Katharina Grube-Trenker (Alt) mit ihrem sorgfältig ausgewählten Programm an Mariengesängen auf. Begleitet wurden die beiden von Aaron Voderholzer an der Orgel, der das Konzert mit einem Bach-Präludium einleitete.

„Mariengesänge im Wandel der Zeit“ lautete das Motto des Abends; die Sängerinnen begannen im 16. Jahrhundert mit einem Werk von Jakob Arcadelt, arbeiten sich über Stücke von bekannten Komponisten wie Anton Diabelli oder Anton Bruckner, aber auch über weniger bekannte wie von Meinrad Spieß und Gabriel Fauré bis hin ins 20. Jahrhundert zu Jules Massenet.

Die beiden Sängerinnen schafften es, jedem der Stücke eine eigene Note beizumessen und dem Musikstil der jeweiligen Zeit gerecht zu werden. Beim Ave Regina und Salve Regina von Meinrad Spieß zum Beispiel steigerten sie sich gegenseitig zum Höhepunkt des Stückes und harmonierten prächtig. Aber auch wenn sie jeweils alleine auf der Bühne standen, war ihre Begeisterung für die Musik deutlich zu spüren: Anja Schwarze-Janka überzeugte mit dem Ave Maria von Franz Schubert und Katharina Grube-Trenker blühte beim Ave Maria von Anton Bruckner richtig auf.

Eine selten zu hörende Rarität war sicherlich das Stück „O Santissima Vergine“, ein toskanisches Volkslied. Eigentlich ist man, sofern man dieses Lied kennt, eher Versionen mit Klavierbegleitung oder gezupfter Begleitung gewohnt, weswegen die Orgel zunächst ein wenig wuchtig erschien. Aaron Voderholzer meisterte diese Herausforderung aber mit Bravour und ließ sein Instrument ganz sanft mit den Stimmen der Sängerinnen harmonieren.

Der Abend passte sich wunderbar ein in das Programm des „Sommer dahoam“, das der neu gegründete Kulturclub in Stephanskirchen kurzerhand wegen der Coronakrise ins Leben gerufen hatte.

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