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Städtische Galerie Rosenheim

Als Neubeuern ein Kultur-Hotspot war

Der Festsaal von Schloss Neubeuern im Jahr 1915. Heute finden hier die Neubeurer Schlosskonzerte statt.
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Der Festsaal von Schloss Neubeuern im Jahr 1915. Heute finden hier die Neubeurer Schlosskonzerte statt.

Die Städtische Galerie Rosenheim präsentiert in der aktuellen Ausstellung „La Belle Époque“ die Kunst des Jugendstils, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch auf Schloss Neubeuern geschätzt und gefördert wurde.

Neubeuern/Rosenheim – „Noblesse oblige – Adel verpflichtet“, war die Lebensmaxime der Schulgründerin und Schlossbesitzerin Julie Freifrau von Wendelstadt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Jan Freiherr von Wendelstadt, der Schloss Neubeuern 1882 erworben hatte, sowie ihrer Schwester Dora Freifrau von Bodenhausen und Schwägerin Ottonie von Degenfeld verwandelte sie das Anwesen nicht nur in ein Internat der gehobenen Klasse, sondern auch in ein kunstbeflissenes Kleinod im Inntal, das weit über die Grenzen Bayerns Bekanntheit erlangte.

Treffpunkt für Künstler, Musiker und Literaten

Auf Einladung der Schlossbesitzer kamen in Neubeuern um die Jahrhundertwende Bildende Künstler, Musiker, Literaten, Politiker und Diplomaten zusammen, um im künstlerisch-literarischen Zirkel, dem Neubeurer Kreis, Kunst und Kultur zu zelebrieren. Private Konzerte wurden organisiert, Theaterstücke aufgeführt und täglich, ganz nach britischem Vorbild, ein Fünf-Uhr-Tee sowie galante Dinners veranstaltet. Den alljährlichen Höhepunkt der kulturellen Unterhaltung bildete die Neubeurer Woche, mit der der Jahreswechsel gefeiert wurde.

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Bis heute dokumentieren prachtvolle Gästebücher des Schlosses den Glanz und Esprit der Zeit. Alle, die auf Schloss Neubeuern zu Gast waren und mindestens einmal übernachtet hatten, durften sich in das Gästebuch eintragen. Bereits äußerlich waren die Bücher ein Augenschmaus, ein reich verzierter Buchdeckel zeugte auf den ersten Blick von der Wertigkeit des gastgebenden Hauses. Im Inneren reihten sich geistreiche und kunstvolle Einträge aneinander. Als solches stellt die siebenbändige Ausgabe über die Zeitspanne von 1882 bis 1939 ein einzigartiges historisches Dokument dar.

In den Bänden der Jahrhundertwende finden sich unter anderem Gestaltungen von Franz von Stuck, Franz von Lenbach, Leo Putz, Théo van Rysselberghe, Henry van de Velde, Hugo von Hofmannsthal, Harry Graf Kessler und vielen mehr.

Ein ganz besonderes Porträt

Neben den wertvollen Gästebüchern ist in der Städtischen Galerie Rosenheim im Rahmen der aktuellen Ausstellung „La Belle Époque“ auch ein besonderes Portrait aus Schloss Neubeuern zu sehen: 1910 reiste der berühmte belgische Pointilist Théo van Rysselberghe im Auftrag des Unternehmers Hans Eberhard Freiherr von Bodenhausen – Schwager des Schlossherren – eigens nach Neubeuern, um dort die Familie des Freiherren zu malen. Während ein Gästebucheintrag und historische Fotografien den renommierten Maler in Aktion festhielten, wurde das Gemälde selbst aus unbekannten Gründen nach seiner Fertigstellung in verschiedene Teile zerschnitten und die Einzelteile verkauft. Eines der Fragmente, das den Sohn der Familie Hans Wilke zeigt, wurde 2019 durch Zufall wiederentdeckt und wird nun erstmals in der Städtischen Galerie öffentlich ausgestellt.

Bis 1. Mai

„La Belle Époque – Jugendstil“ in der Städtischen Galerie Rosenheim, dienstags bis sonntags, 13 bis 17 Uhr,

www.galerie.rosenheim.de re

Willy Hildenbrandt: Ausschinitt aus: „Ein Sommertag in Schloss Neubeuern“ (Tempera). Aus dem Gästebuch des Schloss Neubeuern, 1896.