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Abschied von einem Theatermacher

Marinus Brand in den 80er- Jahren im Städtischen Museum Rosenheim. Schlecker

Rosenheim – Er war eine stadtbekannte Persönlichkeit, obwohl er seiner Heimatstadt bereits vor über zweieinhalb Jahrzehnten den Rücken gekehrt hatte.

Nun ist Marinus Brand in Peiting gestorben. Den Rosenheimern ist er als Verwalter des Heimatmuseums, vor allem aber als Schauspieler und Regisseur unvergessen.

Geboren und aufgewachsen in Rosenheim machte Brand, Jahrgang 1950, eine Ausbildung zum Drucker, übernahm dann aber 1977 zusammen mit seiner Frau Brigitte als Verwalterehepaar das Städtische Museum, das damals noch als Heimatmuseum firmierte – und war damit faktisch Museumsleiter, obwohl es die Stelle so gar nicht gab.

Brand begann damit, das Museum nach Außen hin zu öffnen. Er entwickelte die ersten Sonderausstellungen im Museum, so etwa die Schau „Vom Poststall zur Stadtpost“ und wirkte an der für Rosenheim wichtigen Schau „Rosenheim im III. Reich“ mit.

Seine Leidenschaft gehörte aber dem Theater. 1973 gründete er zusammen mit einigen Mitstreitern die Inntaler Bauernbühne. Die „Inntaler“ begannen zunächst mit den üblichen bayerischen Komödien, zeigten dann aber modernes Volkstheater, damals eine Novität in Rosenheim. Als Regisseur und Schauspieler war Brand die treibende Kraft. Die „Inntaler“ inszenierten beispielsweise die Uraufführung von Manfred Bachers Stück „Flurbereinigung“ und spielten Felix Mitterers „Kein Platz für Idioten“. Brand stellte darin in herzberührender Weise einen Behinderten dar. Mit dem von Brand verfassten Stück „Räuber Kneissl“ gastierten die „Inntaler“ sogar im Münchner Volkstheater.

Brand hatte aber größere Pläne. 1985 kam der Film „Xaver und sein außerirdischer Freund“ von Werner Possardt in die Kinos, eine wilde, bairischsprachige Mischung aus Science Fiction und Heimatfilm. Brand spielte darin eine der Hauptrollen.

Mitte der 90er-Jahre kam es zum privaten und künstlerischen Bruch mit Rosenheim. Brand war in der Folge am Theater Belacqua in Wasserburg aktiv, bevor er für lange Jahre nach Kreta zog. Schließlich kehrte er nach Bayern zurück. Die letzten Jahren lebte er mit seiner zweiten Frau in Peiting. Er arbeitete immer wieder als Schauspieler, etwa in der Serienproduktion „Heimat“ von Edgar Reitz oder in Werbespots wie für „Müller Milch“. Vergangene Woche ist Marinus Brand einem Krebsleiden erlegen. Er wurde 68 Jahre alt. ku

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