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Was steckt hinter dem Vandalismus?

„Zerstörungswut toppt alles“ - Warum in Kolbermoor immer wieder der gleiche Zaun beschädigt wird

Statt dem abermals beschädigten Zaun könnte womöglich auch eine höhere Bepflanzung dafür sorgen, dass auf dem Grünstreifen nicht geparkt wird.
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Statt dem abermals beschädigten Zaun könnte womöglich auch eine höhere Bepflanzung dafür sorgen, dass auf dem Grünstreifen nicht geparkt wird.

Die Kolbermoorer Dr.-Max-Hoffmann-Straße ist erneut Schauplatz von Vandalismus geworden. Über die Länge von rund 40 Meter wurde ein Holzzaun beschädigt - schon wieder. Wie die Stadt nun damit umgeht und was sich nun ändern könnte.

Kolbermoor – Erst am vergangenen Wochenende war es wieder passiert. Die Kolbermoorer Dr.-Max-Hoffmann-Straße war erneut Schauplatz von Vandalismus geworden. Über die Länge von rund 40 Meter wurde ein Holzzaun beschädigt. Schon wieder. Auf Nachfrage des Mangfall-Boten konnte sich die Polizeiinspektion Bad Aibling zunächst nicht dazu äußern, da bis dato keine Anzeige seitens der Stadt eingegangen war. Mittlerweile hat eine Privatperson Anzeige erstattet. Nun stellt sich die Frage, wie die Stadt mit dem Fall umgeht. Denn der besagte Zaun ist schon zum wiederholten Male Opfer von Sachbeschädigung geworden. Doch warum ausgerechnet immer dieser Zaun?

„Bagatelle“ passiert drei, vier Mal jährlich

Christian Poitsch vom Stadtmarketing kann die Aufregung nicht wirklich verstehen. Ihm zufolge handele es sich bei der Beschädigung des Zaunes um eine „Bagatelle“, die im vergangenen Jahr drei bis vier Mal passiert sei. „Wir sprechen hier über eine Gegend, in der viele Jugendliche unterwegs sind“, so Poitsch. Auch wenn er nicht belegen könne, wer es tatsächlich war, könnte er sich vorstellen, dass die Beschädigung des Zaunes einer Mutprobe unter jungen Menschen gleichgekommen sei. „Natürlich ist das ärgerlich, aber wir müssen das als Beschädigung im öffentlichen Raum hinnehmen“, so Poitsch. Holzzäune böten nun mal eine „gute Angriffsfläche“, da sie von der Konstruktion her nicht besonders stabil gebaut seien. Dennoch hoffe die Stadt, dass man die Täter irgendwann mithilfe von Zeugenbeobachtungen erwischen könne. Letztlich sei in besagtem Fall aber kein wirklich großer Schaden entstanden.

Grundsätzlich, betont er, passiere in Kolbermoor – gemessen an der Einwohnerzahl – „nicht überdurchschnittlich viel in Sachen Vandalismus“. Auch illegale Verschmutzungen durch Graffiti-Sprayer hielten sich in Grenzen. „In Summe sind wir also glücklich, dass wir hier nicht so massiv betroffen sind“, sagt Poitsch.

Auch Bauhofleiter Michael Glas sieht hinter dem beschädigten Zaun keine Auffälligkeit.

„Dieses Ausmaß an Zerstörungswut toppt jetzt alles“

„Mir wäre wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, dass es wieder der gleiche Zaun war“, so Glas. Letztlich passiere so etwas immer wieder an unterschiedlichen Stellen. Das gehöre dazu und der Bauhof kümmere sich um die Reparaturen. Er rechnet mit einem Schaden von 100 bis 150 Euro, die der erneute Zaunschaden bedeutet. Auch deshalb verzichte man als Stadt selbst auf eine Anzeige bei der Polizei. „Weil da normalerweise leider nichts rauskommt.“

Stadtgärtner Simon Reiter.

Deutlich emotionaler betrachtet Stadtgärtner Simon Reiter die Tatsache, dass der gleiche Zaun zum wiederholten Male beschädigt wurde. Dieses Mal sei es so schlimm, wie nie zuvor gewesen. „Dieses Ausmaß an Zerstörungswut toppt jetzt alles“, sagt Reiter. Ihm „tut das schon weh“, zumal hier Steuergelder verschwendet würden. Der jetzigen Schaden sei durch „mutwilliges Eintreten“ entstanden. „Dafür ist schon eine gewisse Kraft nötig“, so Reiter. Ohne es beweisen zu können, geht der Stadtgärtner „definitiv von jugendlichem Leichtsinn“ aus. Die Schuldigen zu finden, sei schwierig, da es dort keine Videoüberwachung gebe. Rechne man alle bisherigen Schäden an besagtem Zaun zusammen, zuzüglich der Reparatur- und Arbeitskosten, dann „sprechen wir von ein paar Tausend Euro“, schätzt Reiter.

Alternative zum Wiederaufstellen?

Doch wie geht es jetzt weiter, wird der Zaun erneut repariert oder gibt es eine andere Lösung? „Es gibt die Überlegung, den beschädigten Zaun erstmal liegen zu lassen“, sagt Reiter. So könne man auf die Tatsache aufmerksam machen und das Problem der Bevölkerung womöglich mehr ins Bewusstsein rufen. Zudem sei er mit dem Straßenbauamt in Kontakt.

„Vielleicht ist es auch eine Möglichkeit, den Zaun ganz abzubauen“, sagt Reiter. An dieser Stelle könnte dann mehr bepflanzt werden. Denn laut dem Stadtgärtner stehe der Zaun nur an seiner Stelle, um zu verhindern, dass dort Autos auf dem Grünstreifen parken. „Vielleicht erreichen wir das auch mit einer höheren Bepflanzung.“

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