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Wann sind weitere Termine geplant?

Wo drückt der Schuh bei Radlern? Kolbermoorer Bürger gemeinsam mit der Mobilitätsmanagerin auf Fahrradtour

Die Veranstaltungsreihe „Mobilität vor Ort“ ist auch die Gelegenheit, um neue Fahrradprojekte der Stadt zu erläutern. Hier steht die Gruppe an der Stelle in der Bergstraße, an der das neue Fahrradparkhaus errichtet wird.
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Die Veranstaltungsreihe „Mobilität vor Ort“ ist auch die Gelegenheit, um neue Fahrradprojekte der Stadt zu erläutern. Hier steht die Gruppe an der Stelle in der Bergstraße, an der das neue Fahrradparkhaus errichtet wird.
  • VonJohannes Thomae
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Von Problemstelle zu Problemstelle radeln. In Kolbermoor bietet die Stadt mit der Mobilitätsmanagerin Fahrradtouren für Bürger an. Was den Radlern auf dem Herzen liegt und wo es Verbesserungsbedarf im Verkehr gibt.

Kolbermoor – Erfolgreiche Bürgerbeteiligung braucht zwei Säulen: Es sind dafür entsprechende Angebote der Stadt nötig und Bürger, die dieses Angebot auch tatsächlich wahrnehmen. Und schon von daher war der Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Mobil vor Ort“, der am Donnerstag dieser Woche stattfand, ein voller Erfolg. Dreizehn Bürgerinnen und Bürger fanden sich trotz Schmuddelwetter zu einer „Stadtteilbegehung“ per Fahrrad ein. Geführt wurden sie von Mobilitätsmanagerin Veronika Winkler, Stadtmarketingchef Christian Poitsch und dem Leiter des Ordnungsamtes, Thomas Rothmayer. Von nun an soll jeden Monat eine solche „Fahrradtour“ angeboten werden.

Doppeltes Zielder Veranstaltung

Das Ziel der Veranstaltungsreihe ist ein doppeltes: Den Bürgern die nächsten Maßnahmen in Sachen Mobilität unmittelbar vor Ort zu erläutern, etwa das kürzlich vom Stadtrat beschlossene Fahrradparkhaus an der Bergstraße. Vor allem aber geht es darum, zu erfahren, wo den Radlern aber auch allen anderen Verkehrsteilnehmern der Schuh drückt. Vorab hatte Veronika Winkler deshalb Hinweise zu Problemstellen entlang der Route erbeten. Die Auftakt-Tour begann dabei an der BMX-Anlage an der Aiblinger Straße, führte über den Bahnübergang an der Hasslerstraße und der Tonwerksunterführung zur Bergstraße, von dort über Filzen- und Flurstraße zum Rathaus.

Probleme treten nach der Meinung der Teilnehmer immer dann auf, wenn Radfahrstrecken unterbrochen werden, wie etwa vor dem Bahnübergang bei der Hasslerstraße. Hier hatte Christian Poitsch zumindest eine ansatzweise positive Nachricht: Wegen der fahrradfreundlicheren Umgestaltung des Übergangs sei man ja schon seit einigen Jahren mit der Bahn im Gespräch. Immerhin habe das Vorhaben dort jetzt eine „Vorgangsnummer“, man sei also in der Bürokratie der Bahn der Verwirklichung einen entscheidenden Schritt nähergekommen, auch wenn von einem konkreten Umsetzungszeitplan noch keine Rede sein könne.

Tonwerksunterführung nach Jahrzehnten der Planung fertiggestellt

Nach Jahrzehnten der Planung fertiggestellt ist aber die Tonwerksunterführung und diese sei, wie die Radler meinten, gegenüber der früheren Situation eine gewaltige Verbesserung. Allerdings für die Fahrradfahrer noch nicht gänzlich optimal, weil zum Beispiel durch die Beschilderung nicht klar ersichtlich sei, ob auf dem Weg in die Stadt nun der breite „Fußgänger“-Streifen befahren werden dürfe, oder die Straße zu benützen sei. Mobilitätsmanagerin Veronika Winkler erklärte, dass es sich hier um ein doppeltes Angebot handele – wer schnell unterwegs sein wolle, könne die Straße benutzen, wem es vor allem um Sicherheit gehe, dürfe – bei entsprechend reduzierter Geschwindigkeit – auf dem Gehweg fahren.

Fahrradstrecken zu planen, das zeigte sich den Teilnehmern hier deutlich, ist immer ein Kompromiss: Die Idee, mehrere Möglichkeiten zu schaffen, die der Alltagspraxis vieler Radler entgegenkommen, bedeutet den Verzicht auf eine eindeutig vorgegebene Streckenführung.

Ein großes Thema: Die Geschwindigkeit des Autoverkehrs

Ein großes Thema war natürlich die Geschwindigkeit des Autoverkehrs – für Radler läuft der immer viel zu schnell. Eine Teilnehmerin schlug „weiche“ Maßnahmen vor, wie sie in Frankreich und Italien üblich seien. Dort werde durch Schilder aber auch Aktionen immer wieder um Rücksichtnahme gebeten, zum Beispiel um genügend Abstand beim Überholen eines Radlers und das offensichtlich mit Erfolg: Als Radler fühle man sich dort deutlich sicherer als in Deutschland.

Veronika Winkler griff das gerne auf, denn für sie wie auch für Christian Poitsch und Thomas Rothmayer ist Rücksichtnahme sowieso das entscheidende Stichwort. Es klinge vielleicht wie ein Allgemeinplatz, sei aber tatsächlich die Basis aller Bemühungen, denn das große Ziel sei entspannte Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer.

Fortsetzungist geplant

Wichtig für die drei Rathausmitglieder natürlich auch die Frage, wie diese neue Veranstaltungsreihe bei den Besuchern ankommt, ob diese das Projekt für fortsetzungswert halten. Ein Teilnehmer brachte es kurz und knapp auf den Punkt als er meinte: „Die Tatsache, dass sich trotz dieses Hundewetters so viele einfanden, sagt doch alles“.

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