KINDERBETREUUNG

Was wird aus den „Holzwürmchen“?

Die Kinderkrippe „Holzwürmchen“ hat einen neuen Eigentümer. Die Firma Steeelcase hat das Gelände veräußert. Nun will die Stadt Kolbermoor Gespräche über den Weiterbestand führen. Buhleier
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Die Kinderkrippe „Holzwürmchen“ hat einen neuen Eigentümer. Die Firma Steeelcase hat das Gelände veräußert. Nun will die Stadt Kolbermoor Gespräche über den Weiterbestand führen. Buhleier

Teile des Geländes der Firma Steelcase an der Rosenheimer Straße sind an einen Immobilieninvestor aus Rosenheim veräußert. Davon betroffen: die Kolbermoorer Kinderkrippe „Holzwürmchen“. Wie es weitergeht, will die Stadt nun in ersten Gesprächen mit dem neuen Eigentümer klären.

Kolbermoor – Seit geraumer Zeit verlagert das Unternehmen Steelcase, Nachfolger des Büromöbelherstellers Werndl, Bereiche seiner Verwaltung nach München – in das neu geschaffene „Learning & Innovation-Center“, eine neue Einrichtung zur globalen Produktentwicklung. Rund 120 Mitarbeiter aus den Bereichen Entwicklung und Forschung sind – zumindest beruflich – bereits in die Landeshauptstadt umgesiedelt (wir berichteten).

Noch vor Ort im Werk Rosenheim, das auf der Stadtgrenze zu Kolbermoor liegt: 340 Mitarbeiter in der Produktion und etwa 80 Mitarbeiter in „werksnahen Funktionen“. Die Folge: Es wird weniger Platz benötigt – weshalb der Verkauf der beiden Verwaltungsgebäude erfolgte. Das ist zwischenzeitlich über die Bühne, ein Immobilieninvestor aus Rosenheim, die Hartinger-Unternehmensgruppe, hat sich die Flächen gesichert – wobei die Firma Steelcase das nördliche Gebäude wieder für ihre noch in Rosenheim verbliebenen Mitarbeiter anmieten will. Nicht zur Disposition stünde die Produktion – sie soll weitergeführt werden, das versicherte zumindest zuletzt eine Unternehmenssprecherin gegenüber unserer Zeitung.

Mit veräußert wurde indes das Gelände der Kinderkrippe „Holzwürmchen“, das sich bereits auf Kolbermoorer Stadtgebiet befindet. Die im Herbst 2009 eröffnete Kindertagesstätte zur Betreuung Unter-Dreijähriger zählt zu den Einrichtungen der Stadt – weshalb die Entwicklung auf dem Steelcase-Areal im Kolbermoorer Rathaus mit besonderem Augenmerk verfolgt wird. „Es stehen jede Menge Fragen zur Klärung an“, kündigte Rathaus-Geschäftsführerin Elisabeth Kalenberg auf Anfrage unserer Zeitung an.

„Für die Kinderändert sich erst einmal nichts.“ Elisabeth Kalenberg, Rathaus

Denn: Die ursprünglich als Betriebs-Kita geplante Einrichtung wurde mit einer beträchtlichen Summe an öffentlichen Fördergeldern bezuschusst, weshalb sie schließlich als städtische Kinderkrippe im Herbst 2009 eröffnete. Das Gelände stellte indes das Unternehmen Steelcase zur Verfügung, die Mitarbeiter konnten dort ihre Sprösslinge betreuen lassen – zu den Konditionen der Stadt Kolbermoor, wie jedweder andere Bürger auch, führte Kalenberg aus. Betrieben wird die Kindertagesstätte von der Diakonie Rosenheim als Träger. Das Mittagessen erhielten die Kinder bis dato aus der Steelcase-Kantine „Viva-Café“, das Ende Juli ebenfalls geschlossen wird. Erhalten wird indes die zweite Werkskantine – die wiederum die Krippenkinder weiter mit Essen versorgen wird.

Doch wie geht es mit dem neuen Investor weiter? Diesbezüglich will die Stadt Kolbermoor baldmöglichst Gespräche mit dem neuen Eigentümer führen und die Möglichkeiten ausloten, wie Kalenberg erklärte. Sie hofft aber, dass der Betrieb weitergeführt werden kann, was der Investor in ersten Gesprächen bereits bekundet hat. „Der Stadt ist sehr daran gelegen, nach unserer Kita-Bedarfsplanung brauchen wir die beiden Gruppen“, so Kalenberg. „Die Diakonie macht eine gute Arbeit und die Kinder sind dort gut untergebracht.“ Insgesamt 24 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren stehen bei den „Holzwürmchen“ in zwei Gruppen zur Verfügung.

Für die Kinder, versicherte Kalenberg, ändere sich erst einmal nichts. Denn durch die öffentlichen Fördermittel in Höhe von gut einer halben Million Euro, die in den Bau geflossen sind, habe die Stadt eine gewisse Sicherheit. „Die Fördergelder sind zweckgebunden auf 25 Jahre“, erläuterte die Amtsleiterin. Würde die Krippe aufgegeben, müssten die Gelder vom neuen Eigentümer abgelöst werden – so ist es zumindest notariell verankert.

Zuversichtlich hinsichtlich des Weiterbetriebs zeigte sich auch Zweiter Bürgermeister Dieter Kannengießer, der stellvertretend die Amtsgeschäfte im Rathaus leitete, nach einem ersten Telefongespräch mit dem neuen Investor. Dabei habe ihm dieser versichert, dass der Krippenbetrieb beibehalten werden soll. „Das liegt mir sehr am Herzen“, unterstreicht Kannengießer.

Positive Signale vom neuenEigentümer

Positive Signale kommen auch vom neuen Eigentümer Michael Hartinger: „Wir sind interessiert daran, die Kindertagesstätte weiter zu betreiben“, erklärte er gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Auch für die beiden Bürogebäude ist ihm an einer langfristigen Lösung gelegen. Im nördlichen Gebäude, Hausnummer 76, wird vorerst Steelcase bleiben. Das südliche Gebäude, direkt am Mangfallkanal, will Hartinger neu vermieten – mit ersten Interessenten stünde er bereits im Gespräch, wie er erklärte. Auch das „Viva-Café“ würde der neue Eigentümer gerne beibehalten. Er will sich diesbezüglich auf die Suche nach einem neuen Pächter machen, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung ankündigte.

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