Wiedersehensfreude und Förderstunden an der Adolf-Rasp-Schule in Kolbermoor

Weil sich manche Kinder mit dem Heimunterricht schwerer taten als andere, gibt es für diese jetzt spezielle Förderstunden und dafür steht auch Rektorin Carola Vodermaier immer wieder im Klassenzimmer.
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Weil sich manche Kinder mit dem Heimunterricht schwerer taten als andere, gibt es für diese jetzt spezielle Förderstunden und dafür steht auch Rektorin Carola Vodermaier immer wieder im Klassenzimmer.

So läuft der Unterricht derzeit an der Adolf-Rasp-Schule – Schulfest wurde abgesagt. Wo von der Rektorin Carola Vodermaier begeistert ist, lesen Sie hier.

Von Johannes Thomae

Kolbermoor – Carola Vodermaier, Rektorin der Adolf-Rasp-Grundschule, ist begeistert von der Disziplin ihrer Schüler: Abstand halten, Hände waschen – alles kein Problem. Die Schüler essen ihr Pausenbrot an ihren Tischen. Setzen ihre Masken auf, wenn sie danach raus dürfen. Und wenn sie vom Pausenhof zurückkommen, laufen sie nicht im Pulk die Treppen hoch, sondern nutzen nur den rechten Teil der Treppe, um Abstand zu jenen zu halten, die runter müssen. „Ohne Frage, die Kinder machen in der Beziehung den Erwachsenen einiges vor.“

Lehren auf Sparflamme

Überhaupt meint die Rektorin, dass sich die Sechs- bis Zehnjährigen mit der Corona-Krise gut arrangiert haben, auch wenn die Kinder sehr wohl spüren, dass die „neue Normalität“ anders ist. Schließlich sind ihre Klassen geteilt. Die einen gehen montags und mittwochs zur Schule, die anderen dienstags und donnerstags. Für den Freitagsunterricht wechseln sie sich im Wochen-Rhythmus ab.

Ein Unterricht auf Sparflamme also, der trotzdem für die Kinder ein Riesenfortschritt ist: „Sie sind wenigstens für die Hälfte der Woche mit Klassenkameraden zusammen“, so Vodermaier „und das ist das, was sie am meisten vermisst haben.“

Schließlich durften die Zweit- und Drittklässler 15 Wochen nicht in die Schule gehen. Nur die ersten und vierten Klassen konnten ab Mitte Mai zurück ins Klassenzimmern. Positiv ist, dass derzeit alle gerne in die Schule gehen, so die Rektorin. Negativ, dass einiges aufzuholen sei. Dabei lernten gerade die Erstklässler nicht nur Deutsch und Mathe, sondern erst einmal Schulkind zu sein: Längere Zeit still sitzen, sich konzentrieren, zum Beispiel. „Da hat uns die lange schulfreie Zeit etwas zurückgeworfen“, so die Rektorin, „denn diese Verhaltensweisen lernt man ja nicht im Homeschooling“.

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Bezüglich des reinen Stoffes sieht es besser aus, denn in Sachen Heimunterricht seien Lehrer und Eltern über sich selbst hinausgewachsen. Außerdem sei derzeit, im jeweils nur halben Klassenverbund und deshalb mit 13 statt 26 Schülern intensives Lernen möglich.

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Allerdings verweist sie auch auf ein Problem, das der Schule zur Zeit des Heimunterrichtes zu schaffen machte: Dass es in etlichen Familien an der notwendigen Infrastruktur fehle. Wer beispielsweise keinen Drucker hat, dem nützen auch die E-Mails mit Arbeitsblättern nichts.

Deshalb richtete die Schule eine „Abholstation“ ein: Gut 50 Eltern holten jeden Montag die Unterlagen ab. Wegen der „mangelnden technischen Ausrichtungen“ in vielen Familien habe man auch auf Videounterricht verzichtet. „Das hätte nur eine Schere zwischen den Kindern aufgemacht.“ Um dennoch den Kontakt zu ermöglichen, hat man ab Mai für die zweiten und dritten Klassen immer wieder kleinere Gruppe von drei bis vier Kindern für ein paar Stunden in die Schule geholt.

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So haben auch diese Kinder den Draht zu Lehrern und Mitschülern nicht ganz verloren. Einfallsreichtum war auch sonst gefragt: Schließlich gab es für die Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, in den Oster- und Pfingstferien eine „Notbetreuung“. Auch jetzt werden rund 45 von den gut 300 Schülern betreut, an den zwei Wochentagen nämlich, an denen sie keinen Unterricht haben.

„Grundschulabitur“ feiern

Nun gilt es, die letzte Hürde in diesem Schuljahr zu meistern. „Die letzten Wochen sind auch die Zeit der Feste und Unternehmungen und gerade die vierten Klassen sollten ihr ‚Grundschulabitur‘ ein bisschen feiern können“, sagt die Rektorin. Etwas, das derzeit nicht so einfach umzusetzen ist.

Das Schulfest musste auch schon gestrichen werden, aber kleinere Veranstaltungen, wie etwa im Klassenverbund Eis essen zu gehen, versucht man zu ermöglichen. Kleine Höhepunkte zum Abschluss eines Schuljahres, das sicher keiner der Beteiligten vergessen wird.

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