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Energieeffizient und trotzdem komfortabel

Wie die Mauders aus Kolbermoor Ressourcen schonen - und dabei viel Geld sparen

Schon die Jüngsten für den bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen begeistern, wollen Martina und Anton Mauder beim Synergie-Festival. Sie zeigen den Kindern, wie eine Solarwindmühle gebaut werden.
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Schon die Jüngsten für den bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen begeistern, wollen Martina und Anton Mauder beim Synergie-Festival. Sie zeigen den Kindern, wie eine Solarwindmühle gebaut werden.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Am Briefkasten der Familie Mauder pappt ein „springender Punkt“. In Kolbermoor ist das ein Zeichen dafür, dass bei ihnen viel für den sparsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen getan wird. Wie es den Mauders gelungen ist, Schritt für Schritt Energie und damit 2800 Euro pro Jahr einzusparen, haben sie jetzt den OVB-Heimatzeitungen erklärt.

Kolbermoor – Sorgsam mit den Dingen umzugehen, die ihnen anvertraut wurden, ist die Lebensphilosophie von Martina und Anton Mauder aus Kolbermoor. Das ist nicht nur im christlichen Glauben der Beiden verankert, sondern auch im naturwissenschaftlichen Denken der Pastoralreferentin und des Elektroingenieurs.

Sie haben ihr Haus und ihr Leben so gestaltet, dass sie keine natürlichen Ressourcen verschwenden. Trotzdem verzichten sie nicht auf Komfort. Wie das funktioniert? „In vielen kleinen Schritten“, beschreiben sie einen Prozess, der vor 16 Jahren begann und noch immer nicht abgeschlossen ist.

Schon beim Hausbau langfristig gedacht

2006 haben sie ihr Haus in Lohholz gebaut. Bei der „Hülle“ achteten sie auf gute Dämmung, denn: „Die Wärme, die ich nicht verliere, muss ich auch nicht erzeugen“, erklärt Anton Mauder. Der Keller ist in eine sechs Zentimeter dicke Perimeterdämmung gepackt. Mit einer 20 Zentimeter starken Steinwolle-Schicht ist das Dach gedämmt. Die Wände wurden aus hochporosierten Ziegeln gemauert und mit Leichtputz versehen. Dreifach verglaste Fenster halten Kälte und Lärm fern. „Ein wirklicher Komfort, denn auch an großen Fensterflächen hat man nie das Gefühl von Kälte“, beschreibt der Elektroingenieur.

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt für frische Luft und gleichzeitig für die Rückgewinnung von Wärme und Feuchtigkeit. Im Winter saugt sie die Luft aus einem erdverlegten Rohrleitungssystem an, nimmt dabei Bodenwärme auf und gibt die Luft vorgewärmt an die Räume ab. Im Sommer wird die Zuluft durch die Temperatur im Erdreich vorgekühlt. Gleichzeitig gewinnt ein Enthalpietauscher Wärme und Feuchtigkeit aus der Abluft zurück und gibt sie an die Zuluft ab.

Erdwärmepumpe und Solarthermieanlage bringen Wärme ins Haus.

Zum Heizen ihres Hauses verwenden die Mauders eine Wärmepumpe, die Bodenwärme nutzt und eine Niedertemperatur-Flächenheizung (Fußboden- und Wandheizung) mit Wärme versorgt. 2012 erfolgte dann der nächste Schritt, für den schon beim Hausbau alle erforderlichen Rohrleitungen verlegt wurden: die Installation einer thermischen Solaranlage. Der Pufferspeicher im Keller ist mit Erdwärmepumpe und Solarthermieanlage gekoppelt. Hier werden Heizungswasser und in einem separaten Leitungssystem auch Trinkwasser erwärmt. Der Kombispeicher wird primär über die solarthermische Anlage aufgeheizt. Reicht die Sonnenwärme nicht aus, springt die Erdwärmepumpe an.

Da Kolbermoor hartes Trinkwasser hat, war auch eine Wasserenthärtungsanlage sinnvoll, um Kalkablagerungen und Funktionsstörungen zu vermeiden. Geschirrspülmaschine und Waschmaschine wurden ganz oder partiell auf Warmwasserbetrieb umgestellt. Die Dusche ist mit einem Wasserspar-Duschkopf ausgestattet. Der wirtschaftliche Effekt: „Nachdem wir die Solarthermie in Betrieb genommen haben, konnten wir mehr als 50 Prozent des bisherigen Heizstrombedarfs einsparen, was etwa 700 Euro pro Jahr entspricht.“ Die Amortisation der Anlage wird auf 16 Jahre geschätzt, hängt aber – wie auch die jährlichen Kosteneinsparungen – vom Strompreis ab.

Jüngstes Projekt: Der Austausch des Holzofens gegen einen Kaminofen mit Wärmetauscher, der nicht nur für romantisches Holzfeuer sorgt, sondern gleichzeitig in Heizung und Warmwasserbereitung eingebunden ist.

Ihren Strom ernten die Mauders vom Dach: 2011 installierten sie eine PV-Anlage mit 15kWpeak. Der durchschnittliche Jahresertrag liegt bei 13.000 Kilowattstunden (kWh). „Wir verbrauchen den Strom vorrangig im Haus, der Rest wird ins Netz eingespeist“, erklärt Mauder. Um parallel dazu den eigenen Stromverbrauch zu reduzieren, stellten sie ihre Beleuchtung auf LED um, kauften einen neuen Gefrierschrank und gingen mit einem Energieleistungsmesser den verborgenen „Stromfressern“ auf die Spur. „Oft sind das genau die Geräte, von denen man es nicht denkt“, klärt Martina Mauder auf. Wie etwa der Wasserkocher, der aus zu sein scheint, aber trotzdem Energie zieht. Seitdem verwenden sie fast nur noch ausschaltbare Steckdosen. Die Geräte nun „auf Umwegen“ ein- und auszuschalten, bedurfte nur einer kurzen Umgewöhnung.

Nachhaltigkeit ist den Mauders auch bei der Ernährung wichtig. Die Ernte aus ihrem Garten wird zu Marmeladen, Säften und Gemüse verarbeitet. Der Thermomix macht das Kochen schneller. Statt eine Mahlzeit in drei Töpfen auf dem Induktionsherd zuzubereiten, können damit beispielsweise Kartoffeln, Gemüse und Fisch gleichzeitig gegart werden. Wieder eine Einsparung.

Auch Kleinigkeiten reduzieren Verbrauch

„Allein durch diese scheinbaren Kleinigkeiten konnten wir unseren jährlichen Stromverbrauch um 25 Prozent senken.“ Seit 2017 hat dieser sich zwar wieder um 1500 kWh erhöht. Damit wird aber das Elektroauto geladen, das es der Familie wiederum möglich macht, 700 Liter Diesel mit einem Heizwert von 7000 kWh pro Jahr zu sparen. Zudem ist die Wallbox so programmiert, dass sie nur dann lädt, wenn überschüssiger Solarstrom vorhanden ist. „Der selbst erzeugte Strom deckt 62 Prozent unseres Gesamtbedarfs, das entspricht etwa 600 Euro Kostenersparnis pro Jahr“, hat Mauder berechnet.

Insgesamt spart die Familie mit ihrem ausgeklügelten System etwa 2800 Euro pro Jahr. Nachts und im Winter muss Strom zugekauft werden. Deshalb beobachten die Mauders, welche Entwicklungen es bei Stromspeichern gibt, wann die Technik ausgereift und bezahlbar ist.

„Wir sind keine Asketen und verfolgen keinen absolutistischen Ansatz“, betonen sie, „aber wir wollen so sorgsam wie möglich mit den Ressourcen umgehen, denn wir sind nicht die letzte Generation auf dieser Erde.“ Jeder – ganz egal ob Häuslebauer oder Mieter – könne etwas tun, um Energie zu sparen. „Bei der Planung des Neubaus, mit kleinen Einsparungen im Haushalt oder mit einer Solaranlage auf dem Balkon.

Viele weitere Tipps zum Energiesparen gibt es auf dem Synergie-Festival am Samstag, 24. September, in Kolbermoor.

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