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100 Prozent erneuerbare Energie als Ziel

Festival statt Vorträge: Wie die Stadt Kolbermoor die Energiewende schaffen will

Der Energie-Atlas des Freistaates Bayern bildet die Photovoltaik-Anlagen ab, die derzeit in Kolbermoor Sonne ernten. Sie decken sieben Prozent des Strom- und ein Prozent des Wärmebedarfs der Stadt.
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Der Energie-Atlas des Freistaates Bayern bildet die Photovoltaik-Anlagen ab, die derzeit in Kolbermoor Sonne ernten. Sie decken sieben Prozent des Strom- und ein Prozent des Wärmebedarfs der Stadt.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Die Stadt Kolbermoor will ihre Energie bis 2035 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Dieses Ziel kann sie aber nur mit den Bürgern erreichen. Doch wie können diese angesichts explodierender Verbraucherpreise zu Investitionen motiviert werden? Wie ein Festival die Lösung bringen soll.

Kolbermoor – „Es beginnt mit dem Einsparen von Energie und der Verbesserung der Energieeffizienz und gipfelt im Ausbau erneuerbarer Energien“, erklärt Klimaschutzmanager Martin Roith. Doch Sparen ist aufgrund von Energiekrise und Inflation zu einem unliebsamen Thema geworden. Zudem will er die Bürger auch nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren. Deshalb greift er eine Idee des Landesamtes für Umwelt auf: ein „Synergie-Festival“, das das Thema in den Fokus rückt und dabei die Freude am Energiesparen und einem transformierten, zukunftsfähigen Lebensstil weckt.

Lust auf anderen Lebensstil wecken

„Durch die Corona-Pandemie sind Bürgerprojekte wie die Gründung eines Energiewendevereins oder der Energiestammtisch zum Erliegen gekommen“, macht Roith auf ein weiteres Thema aufmerksam. „Das Synergie-Festival soll diese Prozesse nun wiederbeleben und vor allem eines erreichen: Den positiven Beitrag beleuchten, den jeder Einzelne zum Klimaschutz beitragen könnte“, so Roith.

Er hat den Energie- und Wärmeverbrauch der Kolbermoorer aufgeschlüsselt: „Als Stadtkönnen wir nur ein Prozent des Verbrauches beeinflussen“, erklärt er. „35 Prozent des Strom- und 65 Prozent des Wärmeverbrauchs liegen bei den privaten Haushalten. Dort gibt es also ein großes Potenzial.“

Eine theoretische Berechnung: Würden alle geeigneten Dächer in Kolbermoor mit PV-Anlagen bestückt, könnten 73 Prozent des Stromverbrauchs gedeckt werden.

Ein Blick in den Energie-Atlas des Freistaates Bayern klärt darüber auf, das in Kolbermoor installierte PV-Anlagen aktuell sieben Prozent des Strom- und ein Prozent des Wärmebedarfs der Stadt decken. Aus Wasserkraft kommen demnach weitere 17 Prozent erneuerbarer Energie, aus Biomasse vier Prozent. „Würden auf allen geeigneten Dachflächen PV-Anlagen installiert, könnten wir in Kolbermoor zusammen mit Wasserkraft und Biomasse immerhin 94 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien decken“, erklärt Roith eine theoretische Berechnung.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, der nur dann zum Ziel führt, wenn sich die Bürger daran beteiligen. Deshalb sind auch Hochschulen, Handwerker und Verbraucherschützer zum Kolbermoorer Synergie-Festival eingeladen. „Es werden keine wissenschaftlichen Vorträge gehalten, sondern wir wollen ins Gespräch kommen und die Energiewende allgemeinverständlich aufarbeiten“, kündigt Roith an.

Themen sind unter anderem Geothermie, Solarenergie und Fernwärme. Handwerker beraten zu energetischen Gebäudesanierung oder zur Umrüstung der Heizung. Zugleich wollen sie um Nachwuchs werben, denn dem deutschen Handwerk und damit einer funktionierenden Energiewende fehlen aktuell rund 250 000 Fachkräfte.

Das erwartet die Besucher am 24. September

Das Synergie-Festival findet am Samstag, 24. September, rund ums Rathaus statt. Geplant sind vier verschiedene Stationen.

Im„Transforum“wird die Energiewende verständlich erklärt. Daran nehmen unter anderem die Uni Bayreuth, die Hochschule Rosenheim, Energieversorger wie INNergie und Bayernwerke, der Solarförderkreis, die Verbraucherzentrale Bayern sowie die Kreishandwerkerschaft teil. Auch Akteure der ezro – Energiezukunft Rosenheim, des Mobilitätsmanagements, der Fair-Trade-Steuerungsgruppe und des Klimaschutzmanagements der Stadt bieten Beratungen an.

Der Wärmeverbrauch einzelner Sektoren und Energieträger in der Stadt Kolbermoor (MWh/a). Private Haushalte sind die Hauptabnehmer.

Im „Kraftwerk“wird Nachhaltigkeit weiter gedacht. Hier gibt es Informationen zu den bereits realisierten und geplanten Klimaschutzprojekten der Stadt. Vorgestellt werden Ideen für einen nachhaltigen Lebensstil wie Kleider- und Büchertausch, Upcycling, Urban Gardening oder Artenschutz vor der Haustür. Geplant sind auch themabezogene Workshops für Groß und Klein sowie eine Solar-Bastelstraße oder ein Bilderbuchkino.

An der„Ladestation“erwartet die Besucher ein buntes Unterhaltungsprogramm. Mit dabei ist Toni Barlt mit seinem Projekt „Recyklang – Schrott zu Musik!“ Er zeigt, dass sich auf jedem Wertstoffhof kostenlose Klangobjekte finden lassen, aus denen Recycling-Instrumente entstehen können. Er präsentiert eine Mischung aus Schrott und Fantasie.

Geplant ist auch die Station„Energiewandler“mit Initiativen aus den Nachbargemeinden. Wer sich am Festival beteiligen möchte, kann sich schon jetzt unter der E-Mail klimaschutz@kolbermoor.de anmelden.

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