Süß und vitaminreich

Gedeiht an sonnigen, trockenen Standorten: die Felsenbirne. Foto Bund Naturschutz Kolbermoor
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Gedeiht an sonnigen, trockenen Standorten: die Felsenbirne. Foto Bund Naturschutz Kolbermoor

In diesem Jahr stellt der Bund Naturschutz Ortsgruppe Kolbermoor einmal im Monat eine Wildfrucht vor. Für den Mai wurde die Felsenbirne ausgesucht.

Kolbermoor - Die Gewöhliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis) gehört zu den Kernobstgewächsen. Der botanische Gattungsname Amelanchier ist keltisch-gallischen Ursprungs und bedeutet nichts anderes als "Äpfelchen".

Die Felsenbirne ist in Mittel-, Süd- und Osteuropa verbreitet und in den Alpen kann man sie bis in eine Höhe von 2000 Metern finden. Sie ist ein anspruchsloses Pioniergewächs und gedeiht gut auf sonnigen, trockenen Steilhängen, aber auch in lichten Kiefern- und Eichenwäldern.

Seit dem 16. Jahrhundert kultiviert man die Felsenbirne auch als Zierstrauch in Grünanlagen und Gärten.

Der dornenlose, sommergrüne Strauch erreicht nach Angaben von Gertrud Helbich und Katharina Meidinger vom BN Kolbermoor Wuchshöhen zwischen ein und vier Metern. Die meist aufrecht wachsenden Zweige haben in jungem Stadium eine dunkelbraune, später eine schwärzliche Rinde. Die Felsenbirne hat eiförmige Blätter, die anfangs auf der Unterseite weiß-filzig behaart sind.

Besonders schön und auffallend werden die Blätter im Herbst, wenn sie sich orange bis dunkelrot verfärben. Zwischen April und Mai, noch vor dem Laubaustrieb, beginnt die Felsenbirne zu blühen. Ihre traubigen Blütenstände bestehen aus drei bis zehn weißen Einzelblüten. Insekten übernehmen die Bestäubung und für mehrere Schmetterlingsarten sind die Blüten eine wichtige Nektarquelle.

Im August reifen kugelige Beeren heran, die dunkelrot bis schwarzblau gefärbt sind und am Fruchtansatz schmale Kelchblätter tragen. Sie enthalten mehrere glänzende unverdauliche Samen, die vor allem durch Vögel verbreitet werden.

Die reifen Früchte der Felsenbirne können direkt vom Strauch gegessen werden; sie schmecken süß und enthalten viele Vitamine und Mineralien. Man kann sie zu Saft oder Marmelade mit marzipanartigem Beigeschmack verarbeiten. Getrocknet kann man sie auch als Ersatz für Korinthen verwenden.

Da die Früchte unter anderem auch Flavonoide (Vitamin P) enthalten, das zur Festigung und Erweiterung der Blutgefäße beiträgt, wirken sie sich positiv auf die Herzleistung und den Blutdruck aus.

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