Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Modulare Container-Übergangslösung für 2,8 Millionen Euro

Kita „Wollmäuse“ in Kolbermoor: Ein Traum für Kinder und Schnecken

Kita-Leiterin Carolin Andrasch freut sich über das neue Domizil für die24 kleinen „Wollmäuse“.
+
Kita-Leiterin Carolin Andrasch freut sich über das neue Domizil für die 24 kleinen „Wollmäuse“.
  • VonLars Becker
    schließen

Eine modulare Container-Übergangslösung für 2,8 Millionen Euro hat Kita-Leiterin Carolin Andrasch Anfang September mit den ersten kleinen „Wollmäusen“ bezogen. In drei oder vier Jahren zieht die Kindertageseinrichtung in ein komplett neues Gebäude in der Spinnerei um.

Kolbermoor – Die afrikanischen Riesenschnecken haben den Umzug in ihrem Terrarium einfach verschlafen. Die Lieblingstiere der Kinder in der neuen Kita „Wollmäuse“ in der Grubholzer Straße von Kolbermoor befinden sich derzeit in einer mehrwöchigen Ruhephase. Trotzdem klettern die Krippenkids immer wieder die Holzstufen zur Schnecken-Behausung hoch und legen hoffnungsvoll Salatblätter zum Füttern aus. Schließlich wollen sie ihren tierischen Freunden zeigen, wie toll ihre neue Heimat ausschaut.

Neue Heimat für 24 Zwerge

„Es ist wirklich sehr, sehr schön geworden – ein Traum für die Kinder“, strahlt Kita-Leiterin Carolin Andrasch. Anfang September ist sie mit den ersten sieben Krippenkindern in dem nagelneuen Objekt eingezogen, an dem Bauarbeiter noch die letzten Restarbeiten erledigen. Täglich kommen weitere Kids zur Eingewöhnung dazu. Insgesamt werden künftig 24 Zwerge in zwei Krippen-Gruppen hier betreut. „Ein Platz ist derzeit noch frei“, sagt Andrasch.

Von Bobycar-Bahn bis zum Schlittenhügel

Wer Interesse hat, sollte sich sputen. Denn die Möglichkeiten für die Kleinen sind hier extrem vielfältig. Genau so, wie es sich die Diakonie als Träger in ihrem Leitspruch vorstellt: „Kind sein, entdecken, erfahren, erleben.“ Vor allem der Garten ist – wenn der verlegte Rollrasen festgewachsen ist – ein echtes Spieleparadies. Ob Bobycar-Rennbahn, Indianerzelt, Hängematte, Sandkasten, kleiner Schlittenhügel oder Hochbeete zum Bepflanzen – hier hüpft das Kinderherz.

Lesen Sie auch: Der Verein „Kolbermoorer helfen“ feiert sein 20-jähriges Bestehen

Aber auch im Gebäude, an dem wegen Lieferschwierigkeiten noch die Holzverkleidung fehlt, ist jede Menge Platz. Jede Krippen-Gruppe hat einen großen Spiel- und einen Schlafraum. Im Spielflur begeistern sich die Kleinen neben dem Terrarium mit den afrikanischen Riesenschnecken besonders für die Faszinationsmatten, die ständig ihr Aussehen verändern.

Die modulare Container-Lösung kostet die Stadt Kolbermoor 2,8 Millionen Euro.

Im Oktober wird dann auch der Snoezelraum im Obergeschoss mit einer Wassersäule fertig sein. Die Idee stammt aus den Niederlanden und das Wort ist eine Kombination aus „snuffelen“ (kuscheln) und „doezelen“ (dösen). „Das ist einfach ein Platz, an dem die Kinder mal runterkommen können und sich eine Auszeit nehmen können“, sagt Carolin Andrasch. Ihr ist die Begeisterung über das neue Domizil bei jedem Wort anzumerken, zumal die Stadt Kolbermoor beim Neubau auch ihre Wünsche berücksichtigt hat.

Das könnte Sie auch interessieren: „Politikverdrossenheit ist groß“ - Kolbermoorer Jugendtreff initiiert „U-18 Wahl“

Dass es jetzt so ein Happyend gibt, war vor ein paar Monaten noch nicht abzusehen. Damals musste Kolbermoor nach einem Eigentümerwechsel eine schnelle Ersatz-Lösung für die Kinder (und ihr Terrarium mit den afrikanischen Riesenschnecken) in der Krippe Holzwürmchen in der Rosenheimer Straße 78a finden.

2,8 Millionen Euro sind gut angelegt

Die Stadt entschied sich wegen der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit für eine modulare Container-Lösung. Das am Ende wohl um die 2,8 Millionen Euro teure Ergebnis überrascht nicht nur Christian Poitsch vom Stadtmarketing Kolbermoor „sehr positiv: Es ist hell, großzügig und man würde nie denken, dass es aus Containern gebaut wurde.“ Im kommenden Jahr werden in dem zweistöckigen Gebäude noch zwei Kindergartengruppen mit insgesamt 50 Kindern eine neue Heimat finden. Sie kommen dann aus der Kita in der Pauline-Thoma-Schule. Auch sie werden hier mit einer Bibliothek, einem Kreativraum und einem Vorschulzimmer Top-Bedingungen vorfinden.

Übergangslösung für fünf Jahre?

Dabei ist der neue Kita-Standort eigentlich nur als Übergangslösung vorgesehen. In drei oder vier Jahren sollen die „Wollmäuse“ in eine komplett neue Einrichtung in der Spinnerei umziehen, die die Stadt schlüsselfertig kaufen wird. „Der Pachtvertrag für das Gelände in der Grubholzer Straße läuft erstmal für fünf Jahre“, erklärt Poitsch. Eine Verlängerung sei aber nicht ausgeschlossen, zumal der Betreuungsbedarf künftig noch weiter steigen werde.

Ein Spieleparadies mit Bobycar-Rennbahn, Tippi, Hängematte, Sandkasten und Schlittenhügel ist entstanden.

Wollmäuse – Das steckt hinter dem Namen

Der sympathische Name „Wollmäuse“ für die neue Kita in der Grubholzer Straße sorgte schon vor dem Einzug für Diskussionen. Schließlich wird der Begriff „Wollmäuse“ auch als Umschreibung für Staubflusen verwendet. „Das ist doch Dreck“, kritisierte die SPD-Abgeordnete Dagmar Levin vor ein paar Monaten in ziemlich derben Worten. Aus guten Gründen haben sich Kindergartenleitung und die Diakonie als Träger trotzdem dazu entschieden, an der Benennung „Wollmäuse“ festzuhalten.

Er ist nämlich ein Vorgriff auf den in drei bis vier Jahren geplanten Umzug der Kita in ein nagelneues Objekt in der Spinnerei. „Der künftige Standort und der Name passen einfach zusammen. Das haben bislang auch alle Kritiker verstanden, wenn wir es erklärt haben“, sagt Kindergarten-Leiterin Carolin Andrasch.

Ihre Gruppen hatten vor dem Umzug den Namen „Holzwürmchen“ getragen. Doch diese Bezeichnung verbleibt in der bisherigen Krippe in der Rosenheimer Straße 78a, die nach einem Eigentümerwechsel derzeit leer steht. „Da der nächste Umzug schon absehbar ist, wollten wir einen Namen, der bestehen bleiben kann“, so Andrasch.

Noch ein Hinweis für alle Wollmaus-Namenskritiker: Schon mal darüber nachgedacht, was Holzwürmer eigentlich so tun?

Mehr zum Thema

Kommentare