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„Viele Gründe, Denkmal zu erhalten“

Zum Artikel „Kini-Statue kostet 50000 Euro“:. Mit Urkunde des Staatsministerium des Innern vom 27. August 1863 wurde die Vereinigung der Orte Aiblingerau, Pullach und Kolbermoor zur politischen Gemeinde „Gemeinde Kolbermoor“ angeordnet.

Das war unter der Regentschaft von König Max II. Er war der erste Monarch Bayerns, der zu den sozialen Fragen eine klare Stellung bezog. Das selbstständige Leben der aus einer Fabrikansiedlung gebildeten Gemeinde Kolbermoor begann 1864 mit der Regentschaft von Ludwig II. Dieser war nicht nur Schlösserbauer, sondern war an technischen Entwicklungen interessiert. Die Spinnerei in Kolbermoor war in der technischen Ausrüstung mit an der Spitze der Spinnereien.

Die Wittelsbacher Regenten des 19. Jahrhunderts waren alle aufgeschlossen für die industrielle Entwicklung Bayerns. Das gilt gerade für das untere Mangfalltal und eben auch für Kolbermoor (Spinnerei, Torfgewinnung und Ziegeleien). König Max II. hatte mit der konstitutionellen Verfassung im Jahre 1818 die rechtliche Grundlage zu dieser Entwicklung geschaffen. Diese Verfassung ist auch Geburtsstunde des Landtages als „2. Kammer“.

Aus der jüngeren Historie Kolbermoors darf daran erinnert werden, dass am Ende des 1. Weltkrieges in der Rätezeit das Denkmal unbeschädigt erhalten blieb. Rektor Hans Lorenz, Gründer und Ahn der Musik- und Singschule, hat die Beziehungen zu Kiem Pauli, der von den Wittelsbachern gefördert wurde, sehr gepflegt. Die Chöre dieser städtischen Schule singen bis heute sehr gerne in den Baudenkmälern der Wittelsbacher. Erinnert sei aber auch an Joseph Pfaffinger, Landwirt und Spinnereiarbeiter von der Aiblingerau. Als bekennender Königstreuer musste er in der Hitlerzeit die Gestapo-Haft ertragen. Herr Pfaffinger war in der Weimarer Zeit und auch nach dem Umsturz von 1945 als Mitglied des Marktgemeinderates im Ehrenamt tätig. Kolbermoor hat viele und gute Gründe, das Denkmal zu schützen und zu achten.

Ludwig Reimeier

Kolbermoor

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