Besitzer entsorgen Autos auf Kolbermoorer Parkplatz und stellen Stadt und Polizei vor Probleme

Die TÜV-Plaketten an beiden Fahrzeugen wurden entfernt.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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„Wann werden sie endlich abgeschleppt?“, fragt sich eine Kolbermoorerin. Sie ärgert sich über „kaputte, verwaiste Autos“ auf einem Parkplatz an der Hasslerstraße. 

Kolbermoor – Die TÜV-Plaketten sind abgekratzt, die Scheiben eingeschlagen, die Glasscherben liegen neben den Fahrzeugen auf dem Boden. Der rote und gelbe Pkw sind verwaist. Seit Monaten stehen sie auf dem Parkplatz am Spinnereigelände – parallel zur Hasslerstraße.

Stadt soll Autos abschleppen lassen?

„Das kann ja nicht wahr sein“, ärgert sich eine Kolbermoorerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, über die kaputten Fahrzeuge. Warum entsorgt die Stadt sie nicht endlich, fragt sie. Der Stadt sind die Hände gebunden, denn bei dem Parkplatz handelt es sich um Privatgrund. Auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen soll das Gelände der Quest AG gehören.

Parkplatz gehört nicht der Quest AG

„Die Quest AG ist keinesfalls Besitzer des Parkplatzes, natürlich auch nicht der umliegenden Gebäude oder aber auch des Fachmarktzentrums. Das gesamte Gebiet gehört einem ausländischen Investmentfonds“, teilt das Unternehmen schriftlich mit. Aber: „Uns ist bekannt, dass entsprechende Maßnahmen zur Entfernung der Fahrzeuge bereits eingeleitet sind. Die Autobesitzer wurden angeschrieben und nach entsprechenden Fristsetzungen werden die Fahrzeuge auf Veranlassung des Eigentümers entfernt“, heißt es weiter.

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Ein Rucksack und Tüten befinden sich in dem Pkw.

Eigentümer des einen Autos nicht ermittelt

Auch bei der Bad Aiblinger Polizei weiß man um die beiden Kolbermoorer Fahrzeuge.  „Uns liegen Anzeigen vor“, sagt Michael Fritz von der Bad Aiblinger Polizei. Bisher habe man den letzten Eigentümer noch nicht ermitteln können, erklärt er weiter. Aber: „Die Ermittlungen laufen.“ Dem letzten Eigentümer würden im Falle des Abschleppens die Kosten in Rechnung gestellt, so Michael Fritz. Auch das Landratsamt sei informiert, erklärt er.

Die Scheiben des Pkw sind eingeschlagen. Weinzierl/re

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Ordnungsamt sucht nach Autobesitzern

Thomas Rothmayer, Chef des Ordnungsamtes, sagt, dass er seit Monaten an den abgestellten Fahrzeugen vorbeifahre. „Stünden sie auf städtischem Grund, wären sie längst beseitigt worden“, erklärt er weiter. Auf seinem Schreibtisch landen immer wieder Hinweise zu verwaisten Autos. Er versucht, über die Zulassungsstelle den Halter ausfindig zu machen und nimmt schriftlich Kontakt zu ihm auf.

Wer trägt die Kosten?

In vielen Fällen melde sich der Besitzer und hole das Fahrzeug ab. Im Sommer 2019 rief die Kommune den Abschleppdienst: Ein Halter hatte sein Fahrzeug neun Monate an der Wachtelstraße geparkt. Meldet sich der Halter nicht, auch wenn die gesetzten Fristen enden, wird abgeschleppt. Daraufhin werden erneut Fristen gesetzt. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder das Abfallwirtschaftsamt des Landratsamtes kommt zum Zug oder das Auto könne seitens der Behörde versteigert werden. Vom Erlös des Verkaufs des Fahrzeugs würden alle Kosten abgezogen, der Rest dem Eigentümer übermittelt.

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Zurückliegender Fall in Kolbermoor

Von Dezember 2018 bis Sommer 2019 erregte ein blauer BMW an der Wachtelstraße in Kolbermoor die Gemüter. Die Anwohner beklagten sich im Sommer, dass der Halter es seit Dezember nicht einen Millimeter bewegt habe. Sie informierten die Polizei.

BMW-Besitzer musste zahlen

Auch die Stadt Kolbermoor hatte Kontakt zum Halter gesucht, weil er gegen das Bayerische Straßen- und Wegegesetz verstoße, hieß es. Bis 2. August hatte die Stadt Kolbermoor eine Beseitigungsaufforderung ans Fenster des Fahrzeugs geklebt. Übrigens: Der TÜV war seit Sommer 2018 abgelaufen, es folgte ein Strafzettel, dann wurde die Zulassung entzogen. Im August hat es der Kommune dann gereicht und sie ließ das Fahrzeug abschleppen und brachte es auf eine „öffentliche Dienststelle“ der Stadt.

Letztlich habe sich der Halter dann doch noch gemeldet, um sein Fahrzeug abzuholen. 500 Euro hat ihn das gekostet, so Rothmayer. Die Kosten setzten sich aus der Abschlepprechnung sowie den Verwaltungskosten zusammen.

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