Themenabend beim Obst- und Gartenbauverein im Mareissaal - Großes Interesse an der Tomatenanzucht

Tipps rund um das Gemüsejahr erhalten

Kolbermoor - "Es muss nicht immer Gurke, Tomate und Paprika sein", meinte Diplom-Ingenieur Thomas Jaksch, und bewies mit seinem Powerpoint-Vortrag "Mit Siebenmeilenstiefeln durchs Gemüsejahr", wie vielfältig und bunt so ein Gemüsebeet aussehen kann. Trotz Biergartenwetters waren erfreulich viele Kolbermoorer der Einladung des Obst- und Gartenbauvereins in den Mareissaal gefolgt, um sich Tipps vom Betriebsleiter des Gemüseanbau- und Kleingartenbereichs der Hochschule Weihenstephan zu holen, wie der Zweite Vorsitzende Erich Endter eingangs feststellte.

Die meisten der aussagekräftigen Bilder stammten denn auch aus den Gemüsegärten in Weihenstephan, wo laut Aussage des Gartenexperten im Rahmen umweltgerechten Gärtnerns neue Erkenntnisse aus dem Erwerbsbereich auch in den Hobbygarten einfließen. So könne der kalte Monat Januar nicht als Alibi für einen gemütlichen "Winterschlaf" herhalten. Diese Zeit solle vielmehr genutzt werden, um Saatgutsorten in Katalogen auszuwählen, Frühbeete und Gewächshäuser vorzubereiten oder auch das Fensterbrett mit Sprossen, Kresse und Radieserl zu bepflanzen.

Einen Monat später erfolgt dann der Jungpflanzenanbau, zum Beispiel mit Rettichen. Testreihen auf dem Versuchsgelände hätten zudem bewiesen, dass der frühe Jungpflanzenanbau erfolgreicher ist als die spätere Direktaussaat im Freien.

Ab März kann dann der nicht zu feuchte Boden flach umgegraben werden, und die erste Direktaussaat von Wurzelgemüse, wie Möhren, Salat und Blumenkohl unter Vlies ist nun möglich. Die besondere Empfehlung des Gartenfachmanns ist der neue "Minikohl", der platzsparend und enger gepflanzt werden kann und von seiner Größe her besonders tauglich für die kleineren Haushalte ist.

Im April kommt schon die Erntesaison so langsam in Schwung, wenn Rhabarber oder der im Vormonat gepflanzte Grünspargel erntereif werden. Erbsen, Lauch oder Zucchini dürfen nur unter Vlies, der vor nächtlichen Frösten schützt, im Freien gepflanzt werden.

Als gärtnerischen Höhepunkt bezeichnete Jaksch die Pflanzzeit von Tomaten, Gurken, Paprika und Bohnen im Mai. Ein Tipp des Gartenfachmanns: die schwarze Mulchfolienauflage. Neben früheren und höheren Erträgen fördert sie die Mikroorganismen im Boden und hält Unkraut fern.

Breiten Raum nahm in diesem Zusammenhang das Thema "Tomate" ein, was sich auch in der anschließenden Fragerunde zeigte. Viele Krankheiten und Schädlinge lassen sich dabei allein schon durch die Wahl speziell veredelter Jungpflanzen vermeiden. Der Juni steht deshalb auch oft unter dem Zeichen vermehrter Maßnahmen vor und gegen Schädlingsbefall. Hier helfen Schutznetze im Freiland, Förderung von Nützlingen durch Zwischenpflanzung mit Sommerblumen oder auch der Zukauf von Nützlingen.

Auch das Thema "Düngung" streifte Jaksch kurz, bevor es unter dem Motto "ernten, pflegen, pflanzen" mit Riesenschritten auf den Juli zuging. Pflegen bedeutet unter anderem auch bedarfsgerechtes Gießen, wovon mal wieder die beliebten Tomaten besonders profitieren. An dieser Stelle hatte der Pflanzenexperte über die gewohnten Gemüsesorten hinaus eine besondere Empfehlung parat: einfach mal bunte Möhren- und Blumenkohlsorten anbauen. Diese schützen durch ihre sekundären Inhaltsstoffe vor Krebs und Infektionen und sehen zudem hübsch aus.

Im August ist dann oft "Fruchtalarm", wenn vieles gleichzeitig reif wird, und auch im September können noch verschiedene Schnittsalate (Babyleafsalate) gepflanzt werden, während im Oktober Wintersteckzwiebeln gesetzt und Schwarzwurzeln geerntet werden können.

Im Dezember hat der Hobbygärtner neben dem Umgraben der Beete nun Zeit, sich auch mal über etwas "Neues" Gedanken zu machen. Der Experte riet anhand anschaulicher Bilder, es beispielsweise mal mit Süßkartoffeln, Bulbine (eine Heilpflanze), der Kresse ähnlichen "Maca" zu probieren; oder der Erdmandel, die in der Pfanne geröstet eine besondere Leckerei ist.

Wie schon erwähnt, drehten sich viele Fragen anschließend rund um die Tomatenanzucht. So erfuhren die interessierten Teilnehmer zum Beispiel, dass der Nutzen der bewährten schwarzen Folie bei den Kübelpflanzen gering ist und zudem die Pflanzen überhitzt zu werden drohen. Auch sollte der Haupttrieb, auch bei stattlicher Höhe, nach Erfahrungen des Gartenexperten, der sicher nicht zum letzten Mal in Kolbermoor zu Gast gewesen sein dürfte, grundsätzlich nicht abgeschnitten werden.

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