Kolbermoor: Feuerwehr befreit Esel aus Reifen – nun musste das Tier eingeschläfert werden

Nach der Befreiung aus dem Reifen kümmerten sich die Einsatzkräfte rührend um das verunglückte Tier.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Tierischer Einsatz für die Kolbermoorer Feuerwehr: Ein Esel hatte sich am Montag in einem Traktorreifen verfangen. Die Einsatzkräfte befreiten das Tier, das anschließend in eine Tierklinik nach München gebracht werden musste, aus seinem Gefängnis. 

Update 28. April

Pedro musste eingeschläfert werden 

Kolbermoor – Der Esel Pedro (25) hat es nicht geschafft. Am Dienstag musste das Tier in einer Münchner Tierklinik eingeschläfert werden, teilte Besitzerin Irmgard Pross-Kohlhofer gegenüber den OVB-Heimatzeitungen mit. Die Lungenschäden seien so groß gewesen, dass es auch in der Klinik für Pedro keine Rettung gab. Die Besitzerin stand ihrem Pedro auf seinem letzten Weg zur Seite. Am Dienstagvormittag hatte sich Pedro wie bereits berichtet in einem Traktorreifen verfangen. Anwohner und Koppelbesitzer Werner Stieb sah die Not des Tieres und informierte die Besitzerin, die sofort die Kolbermoorer Feuerwehr verständigte. „Wir haben den Esel aus dem Traktorreifen befreit“, so Stieb. Der Esel war sehr schwach. 

Die Feuerwehrler stützten mehrere Stunden das Tier, damit es wieder auf die Beine kam. Pedro sammelte so viel Kraft, dass er die Fahrt in die Tierklinik gut überstand. „Wir haben so große Hoffnung gehabt, weil er sogar wieder Heu und Äpfel geknabbert hat“, sagt Pross-Kolhlhofer. Gegen 2 Uhr in der Nacht kam dann der Anruf aus der Tierklinik, dass Pedro es nicht schaffen würde. Seine Lunge sei zu schwer beschädigt. In dieses Organ war Wasser gelangt, als Pedro im Reife feststeckte. 

27. April 

Einsatz bei den Eselfreunde

Kolbermoor – „Esel unter Traktor eingeklemmt“ lautete die Meldung, die um Punkt 10 Uhr gestern bei der Kobermoorer Feuerwehr einging. Zwölf Feuerwehrmänner, darunter auch Kreisbrandrat Richard Schrank und Kreisbrandinspektor Max Goldbrunner, fuhren zum Einsatzort an die Schlarbhofener Straße zu den Tieren der „Eselfreunde Kolbermoor“.

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„Wir haben zunächst an einen schweren Verkehrsunfall gedacht“, sagt Schrank auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Vor Ort zeigte sich den Feuerwehrmännern allerdings ein anderes Bild: Ein Esel steckte in einem Traktorreifen fest. Wie er da hineingekommen ist, konnte Schrank nicht sagen. „Vielleicht ist er reingestiegen oder hat dort gespielt“, vermutet der Kreisbrandrat.

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Mit einem großen Tragetuch sicherten die Feuerwehrler den Esel für die Fahrt in die Tierklinik nach München. Feuerwehr Kolbermoor

Feuerwehrmänner stützen das Tier – über 2 Stunden lang

Er war fast leblos, erklärt Schrank. Anwohner und Besitzer hatten schon versucht, das Tier zu befreien – „aber so ein Traktorreifen ist schwer“, erklärt Schrank. Mit sechs Mann hat die Feuerwehr den Esel und den Reifen trennen können. Zusätzliche Unterstützung bekam die Wehr von einer Tierärztin.

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Der Esel konnte sich alleine nicht mehr auf den eigenen vier Beinen halten und so haben die Feuerwehrmänner das Tier rund zwei Stunden gestützt, „um den Kreislauf wieder in Schwung zubringen und das Tier wieder auf die Beine zu bekommen“, erklärt Schrank.

Denn der Esel, einer von zehn Tieren auf der Koppel, war stark unterkühlt. Er hatte eine Körpertemperatur von 32 Grad, sagt Schrank. Im Reifen habe sich auch Wasser gefunden. Das habe der Esel wohl inhaliert, wodurch es in die Lunge des Tiertes gelangt sei. Nach mehreren Stunden sei es dem Esel aber wieder etwas besser gegangen.

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Dennoch musste der verunglückte Esel zur näheren Untersuchung in eine Tierklinik nach München gebracht werden. Um eine sichere Fahrt zu gewährleisten, baute die Kolbermoorer Feuerwehr dem Tier im Anhänger eine Trage. „Das ist ein großes Tragetuch für Tiere“, sagt Schrank. Das habe man eingespannt und verzurrt – so dass der Esel unterstützt stehen und sicher nach München gebracht werden konnte.

Wie es dem Esel aktuell geht, war nicht zu eruieren. Die Besitzer des Tieres waren telefonisch nicht zu erreichen.

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