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Tennisclub mit "solidem Konzept" für Hallenbau

Präsident Peter Zach erläuterte das Konzept. Foto  Lindl
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Präsident Peter Zach erläuterte das Konzept. Foto Lindl

Einen "handfesten" Finanzierungsplan für den geplanten Tennishallen-Neubau präsentierte die Vorstandschaft des Tennisclubs Kolbermoor den rund 100 Mitgliedern im Rahmen einer Info-Veranstaltung im Mareissaal. Wenn die überwiegende Mehrheit der Tennisspieler dem Konzept in der Mitgliederversammlung zustimmt, könnten die Bälle bereits zur Wintersaison 2015 in der neuen Halle über das Netz fliegen.

Kolbermoor - Das Interesse an einer Tennishalle scheint groß zu sein, wie der gute Besuch der Info-Veranstaltung zeigte. Der Vorstandschaft war es wichtig, die Spieler nicht nur über den Sachstand zu informieren, sondern ihnen vor allem Raum für konkrete Fragen zu geben, wie Robert Quelle, stellvertretender Tennisclub-Vorsitzender, erläuterte.

Wo genau die neue Halle auf dem Vereinsgelände an der Hermann-Löns-Straße verwirklicht werden soll, führte Vorsitzender Peter Zach aus. Demnach sei der nötige Platz für die Halle vorhanden, lediglich der bestehende Geltungsbereich des Bebauungsplanes müsste von der Stadt erweitert werden. Hierzu hätten bereits Vorgespräche stattgefunden, wobei die Stadt grünes Licht signalisiert habe. Dass die Stadt dem Vorhaben "grundsätzlich positiv gegenübersteht", bestätigte Bürgermeister Peter Kloo.

Auf die Frage, warum die Tennishalle am Glasberg vor rund einem Jahrzehnt abgerissen worden war, wenn nun der Bedarf für eine neue Halle angeführt werde, hatte Hannelore Ring (Bauamt) eine Erklärung: Die damalige Halle, in Privateigentum, sei stark renovierungsbedürftig gewesen und deshalb abgerissen und durch Wohnbebauung ersetzt worden.

Bürgermeister Kloo erinnerte im Mareissaal daran, dass in vielen anderen Gemeinden Tennishallen schließen mussten. "Deshalb war ich zunächst auch etwas skeptisch", räumte er ein. Doch er sehe als Bürgermeister und als Anwohner der Hermann-Löns-Straße, welch gute Arbeit, vor allem im Nachwuchsbereich, vom Tennisverein geleistet werde.

Kloo bezeichnete das vorgelegte Konzept der Vorstandschaft als "sehr durchdacht". "Deshalb würde ich mich freuen, wenn das Konzept in der Mitgliederversammlung auf positive Resonanz stößt."

Wie wichtig die Haltung der Tennisspieler in der kommenden Versammlung sein wird, stellte der Vorsitzende heraus: "Bei einem knappen Abstimmungsergebnis für oder gegen einen Hallenbau wird das Projekt nicht weiter verfolgt. Wir werden das Konzept nur gemeinsam mit allen Mitgliedern, nicht mit zwei Lagern umsetzen", betonte Zach.

Realisiert werden soll eine Halle mit zwei Spielfeldern, wobei der Zugang direkt über das bestehende Clubheim (ohne dessen Umbau) erfolgen wird. Somit können auch die bestehenden vier Toiletten, die acht Duschen und die Gastronomie des Clubhauses genutzt werden.

Zusätzliche Stellplätze sind nach Auskunft der Stadt nicht erforderlich, zum Heizen ist ein Gastank vorgesehen und als Bodenbelag soll ein sogenannter Schwingboden verlegt werden. Zur Beaufsichtigung und Einteilung der Plätze im Winter ist vorgesehen, Mitarbeiter in Kurzzeitjobs einzustellen. Die neue Halle, so Zach, werde nicht verpachtet und vermietet, sondern sei eine "reine Vereinshalle ohne gewerbliche Nutzung für Mitglieder und Nichtmitglieder.

Den Finanzierungsplan stellte Herbert Köhler vor. Köhler sei nicht in der Vorstandschaft und habe als neutraler Banker, der sich beruflich seit über 35 Jahren mit Finanzierungsplänen beschäftige, die Zahlen des Tennisclubs geprüft. "Das Konzept hat Hand und Fuß, steht auf soliden Beinen und berücksichtigt einen gewissen Puffer für Risiken", bilanzierte der Banker.

Die Kosten für die schlüsselfertige Halle bezifferte Köhler auf rund 575000 Euro netto. 80000 Euro würden Investoren zur Verfügung stellen und 10000 Euro der Verein durch Eigenleistung aufbringen. Die Restsumme werde durch einen Zuschuss des Bayerischen Leistungssportverbandes (BLSV) und durch ein Bankdarlehen abgedeckt.

Bei einer durchschnittlichen Hallenbelegung im Winter von 70 Prozent würden nach Abzug von Aufwendungen etwa 11000 Euro pro Jahr "als Sicherheitspuffer" übrig bleiben, so Köhler, wobei die Spieler zwischen 15 und 20 Euro (je nach Tageszeit) für eine Stunde Tennis zahlen müssten. "Selbst bei einer Hallenbelegung von nur 50 Prozent würde die Rechnung noch aufgehen." Auf die Frage nach Rücklagen räumte der Banker ein, dass diese nicht vorhanden seien. Doch laut Aufstellung werde jährlich ein Überschuss erwirtschaftet, der verwendet werden könne. Viele Fragen kamen aus dem Publikum im Hinblick auf die privaten Geldgeber und auch zur Haftung.

Zach informierte darüber, dass er dieses Finanzierungsmodell mit privaten Anlegern bereits als Projektleiter bei Umbaumaßnahmen im Golfclub Reit im Winkl erfolgreich begleitet habe. Die Rückzahlung an die Investoren erfolge nach individuellen Vereinbarungen aus den erwirtschafteten Überschüssen, Sicherheiten seien nicht erforderlich und die einzelnen Mitglieder könnten finanziell nicht haftbar gemacht werden.

Dem Wunsch nach mehr Transparenz, wie von der Zuhörerschaft gefordert, will Zach bei der Mitgliederversammlung am Freitag, 28. März, Rechnung tragen: "Bis dahin kann ich die festen Zusagen von drei privaten Geldgebern vorlegen." Des Weiteren wies der Vorsitzende darauf hin, dass es keinerlei Beitragserhöhung für die Mitglieder im Zusammenhang mit dem Hallenneubau geben wird.

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