Streng geschützte Wildblume

Streng geschützt: die Frühlingsknotenblume. Foto BN
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Streng geschützt: die Frühlingsknotenblume. Foto BN

Seit geraumer Zeit gibt der Bund Naturschutz Ortsgruppe Kolbermoor jeden Monat einen Einblick in Bäume und Pflanzen unserer Region. Im vergangenen Jahr widmete sich die Serie den Wildfrüchten, 2014 sind nun die Wildblumen an der Reihe.

Kolbermoor - Für den Januar haben Gertrud Helbich und Katharina Meidinger vom Bund Naturschutz Kolbermoor die Frühlingsknotenblume auswählt.

Der Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum) gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und wird auch Märzglöckchen oder Märzenbecher genannt.

Sie ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die unterirdische Zwiebeln ausbildet. Die kleinen, etwa zwei Zentimeter dicken Zwiebeln liegen bis zu 30 Zentimeter tief im Erdreich. Schon im Januar sieht man die Blattspitzen aus der Erde ragen und sobald es wärmer wird, wachsen drei bis fünf etwa einen Zentimeter breite, dunkelgrüne Laubblätter.

An günstigen Standorten werden schon ab Februar die auffälligen Blüten ausgebildet, die Hauptblütezeit ist aber der März. Die glockenförmigen Blüten hängen meist einzeln am Blütenstandschaft. An jeder Spitze ihrer weißen Blütenblätter befindet sich ein gelbgrünes Pünktchen.

Der deutsche Name dieser Pflanzenart leitet sich von der frühen Blütezeit und dem unterständigen Fruchtknoten ab. Wie sehr viele Wildblumen enthält auch die Frühlingsknotenblume Giftstoffe, die vor allem in der Zwiebel zu finden sind.

Die Frühlingsknotenblume sondert nur wenig Nektar ab. Bienen und Tagfalter werden jedoch von dem veilchenartigen Duft der Blüten angelockt und sie bestäuben die Pflanze. Die befruchtete fleischige Samenkapsel wird von Tieren gefressen, die aber die schwarzen, kugeligen Samen wieder ausscheiden und so die Pflanze weiterverbreiten. Die Frühlingsknotenblume zählt zu den "vorsommergrünen" Pflanzen, da im Frühsommer ihre Laubblätter eingezogen werden und danach die Pflanze nicht mehr sichtbar ist.

Die Frühlingsknotenblume ist eine südeuropäisch-subatlantische Pflanzenart und sie wächst wild in Auwäldern und Laubmischwäldern. In Deutschland ist sie streng geschützt und man findet sie besonders auf feuchten, nährstoffreichen Ton- und Lehmböden.

Durch Entwässerungsmaßnahmen und Umwandlung naturnaher Wälder hat der Bestand an Frühlingsknotenblumen in den vergangenen Jahrzehnten stark abgenommen.

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