KOLBERMOORER IM PORTRÄT

Ihr Sternzeichen: „Knallfrosch“

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In Kolbermoor ist es nicht anders als in anderen Städten und Gemeinden: Viele ehrenamtlich aktive Menschen leisten ihre Arbeit eher im Hintergrund, während die meisten Bürger nur die Früchte ihres Engagements kennen und oft nicht wissen, wer dahintersteht. So ist es auch mit Angelika Fabian.

Kolbermoor – Angelika Fabians „Projekt“ kennt fast jeder: das „Zwergerlhaus“ gleich hinter dem „Hundertmeterbau“ an der Mitterharter Straße.

Wenige jedoch wissen, wer mit vielen Helfern dafür sorgt, diese soziale Einrichtung zu betreiben und somit zu einer Entlastung der Kolbermoorer Eltern beiträgt. Erst seit drei Jahren ist Angelika Fabian Vorsitzende des Deutschen Familienverbandes Mangfall-Inn, dem Betreiber der Einrichtung, doch aktiv engagiert ist sie schon lange. Da sie sich nicht zu sehr im Vordergrund wiederfinden wollte, lenkte sie viele Jahre als Schriftführerin aus der zweiten Reihe die Geschicke des Zwergerlhauses, das zunächst nur in einzelnen Räumlichkeiten in ehemaligen Geschäftszimmern oder im ehemaligen Waschhaus hinter dem alten Krankenhaus untergebracht war. Nach langer Suche konnte schließlich das heutige kleine Häuschen in der Mitterharter Straße bezogen werden.

Durch kluge Planung und ehrenamtlich tätige Erzieherinnen kann bis heute eine kostengünstige Betreuungsmöglichkeit für Kinder ab einem Jahr garantiert werden. Besonders stolz ist Angelika Fabian, die früher selbst bei der legendären Pauline Thoma Flötenunterricht nehmen durfte, auf die zweimalige Auszeichnung mit dem „Felix“ des deutschen Chorverbandes, einem besonderen Gütesiegel für musikalische Erziehung in Kindergärten und Kindertagesstätten, das unter ihrer Ägide durch das Zwergerlhaus erworben werden konnte.

Neben der Haupttätigkeit im Ortsverband des Familienverbandes in Kolbermoor ist Fabian aber auch auf landesverbandlicher Ebene als Delegierte und im Dialog mit anderen politischen und sozialen Organisationen tätig und unterstützt auch den Bundesverband, der sich in seiner langjährigen Geschichte Erfolge wie die Einführung des Kindergeldes und die allgemeine Lernmittelfreiheit mit auf die Fahnen schreiben konnte.

Für ihre engagierte Tätigkeit verlieh der Deutsche Familienverband Angelika Fabian das goldene Abzeichen sowie die Dr.-Wilhelm-Siekmann-Medaille.

Von ihrem großen musikalischen Engagement zeugt zudem die aufopferungsvolle Tätigkeit für den Gesangsverein „Concordia“ Kolbermoor, der mit seinen 153 Jahren den Titel des ältesten Vereines der Stadt trägt. Vor 25 Jahren als Mitglied des Kirchenchores der Heiligen Dreifaltigkeit vom damaligen Kirchenmusiker Gerd Müller auch in die Concordia eingeführt, war Fabian als rührige Sängerin bald schon nicht mehr aus dem Vereinsleben wegzudenken. Folgerichtig übernahm sie vor 13 Jahren auch das Amt der Vorsitzenden. Ihr ist es wohl mit zu verdanken, dass der gemischte Chor auch heute noch unter anderem zu den traditionellen Auftritten am Volkstrauertag oder an Heiligabend zu hören ist.

Auch weitere rege Vereinsaktivitäten wie Konzerte, der jährliche Ausflug oder Treffen zum geselligen Beisammensein organisierte die Vorsitzende mit Unterstützung durch ihr Team. Besonderen Spaß machten ihr seit jeher lustige Einlagen zu Geburtstagen oder Nikolausfeiern, was kaum verwunderlich ist; gibt Fabian doch auf Nachfrage ihr Sternzeichen als „Knallfrosch“ an – ganz exklusiv für ihr Geburtsdatum, den 31. Dezember, zu verstehen.

Auch einen Zweck für den Probenalltag des Vereines hat ihre Tätigkeit, springt sie doch bereitwillig als Probenleiterin und Dirigentin ein, wenn die Chorleiterin Heidi Seegerer verhindert ist. Für alle diese und noch viele weitere Aktivitäten kam auch der Bayerische Sängerbund nicht umhin, Angelika Fabian mit dem silbernen Verbandsabzeichen auszuzeichnen, unter anderem auch für ihre Tätigkeit als Zweite Vorsitzende des Sängerkreises Wendelstein, die sie bis heute ausübt.

Neben dieser Fülle an ehrenamtlichem Engagement ist Angelika Fabian immer noch in einer Vollzeitstelle bei der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten (KVB) in Rosenheim beschäftigt. Fabian hält auch diesem Arbeitgeber schon lange die Treue. Seit 1970 ist sie bei der Bahn in verschiedensten Positionen tätig und hat dort unter anderem auch die Pflegeabteilung der Krankenkasse mit aufgebaut.

Doch selbst an Werktagen ist ihre Arbeit mit Feierabend nicht beendet: So gibt und gab sie in Kolbermoor mit viel Freude Kurse im Stricken oder Kochen, die meist im Zwergerlhaus in geselliger Runde stattfinden. Neben diesen „Haupttätigkeiten“ führen aber auch noch weitere Vereine wie die Schützengesellschaft oder der Eisenbahnerverein Fabian als aktives Mitglied auf ihren Listen.

„Nirgends ist esso lustig wiein einem Verein!“ Angelika Fabian

Wie sehr die Mitgliedschaften und Vernetzungen in den städtischen Gemeinschaften ihre Beziehung zu Kolbermoor seit dem berufsbedingten Zuzug der Familie vor vielen Jahren gestärkt haben, erfuhr die gebürtige Oberaudorferin bei einem zwischenzeitlichen Umzug nach Bad Aibling. So kehrte sie schon nach wenigen Jahren wieder zurück – und bekräftigt diese Entscheidung bis heute. „Aus Kolbermoor ginge ich nicht mehr weg“ – ein klares Bekenntnis zu ihrer Stadt.

Dass sie diese aber auch ein Stück weit in Gefahr sieht, möchte Fabian nicht verschweigen. Große Sorge macht ihr die Mitgliederentwicklung nicht nur in „ihren“ Vereinen, kämpfen doch in Kolbermoor viele Verbände von Jahr zu Jahr ein bisschen mehr ums Überleben. Angelika Fabians Wunsch ist es, dass die Jugend den Wert einer Gemeinschaft wieder zu schätzen weiß und dieser Trend so umgekehrt werden kann. Ihre Meinung dazu: „Nirgends ist es so lustig wie in einem Verein!“

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