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Große Pläne für Kolbermoor

Bürgermeister Kloo im Interview: Diese neuen Großprojekte sind bereits in Vorbereitung

Bürgermeister Peter Kloo an seinem Lieblingsplatz im Herzen der Stadt. Er ist glücklich, dass das Ensemble aus Rathaus, Bücherei, Spielplatz und Gastronomie so gelungen ist und von den Kolbermoorern gut angenommen wird.
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Bürgermeister Peter Kloo an seinem Lieblingsplatz im Herzen der Stadt. Er ist glücklich, dass das Ensemble aus Rathaus, Bücherei, Spielplatz und Gastronomie so gelungen ist und von den Kolbermoorern gut angenommen wird.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Mehr als 20 Millionen Euro hat die Stadt Kolbermoor investiert, um einen lebendigen innenstädtischen Bereich zu schaffen. Vollendet wird das Projekt nun mit der Begrünung des ersten Abschnittes der Friedrich-Ebert-Straße. Im Interview erklärt Bürgermeister Peter Kloo, für welche neuen Projekte die Verwaltung gerade die Weichen stellt.

Im vergangenen Jahr wurden viele große Bauprojekte fertiggestellt. Jetzt ist es relativ ruhig geworden.

Peter Kloo: Das ist normal bei kommunalen Projekten. Im vergangenen Jahr haben wir neben unserem Rathausplatz weitere Großprojekte fertiggestellt. Ich erinnere nur an den letzten Abschnitt der Werkssiedlung, den Teilausbau der Rosenheimer Straße, die Tonwerksunterführung, die Kindergärten an der Grubholzer und der Hölderlinstraße oder das Feuerwehrhaus in Pullach. Jetzt ist es wichtig, auch den Umbau des Kolbermoorer Feuerwehrgerätehauses zu Ende zu bringen.

Grundsätzlich sind wir aber in einem Konsolidierungsjahr, bereiten die abgeschlossenen Projekte nach. In der Verwaltung laufen aber bereits die Weichenstellungen für die Projekte der kommenden Jahre. Und da stehen mit der Umgestaltung des Bahnhofs, dem Umbau von Musikschule und Mareis-Komplex, einem neuen Gewerbegebiet mit Wertstoffhof und größerem Bauhof oder auch im geförderten Wohnungsbau einige Großprojekte an.

Was ist am Bahnhof Kolbermoor geplant?

Peter Kloo: Mit dem Bau der Tonwerksunterführung und dem Umbau von Schranken wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass die Bahn ab April den Bahnhof umgestalten kann. Hier soll es künftig zwei barrierefreie Bahnsteige geben. Durch den bestehenden innenliegende Bahnsteig müssen die Passagiere bisher über die Gleise gehen. Jetzt werden die Höhenunterschiede ausgeglichen. Künftig können die Fahrgäste sowohl aus dem Norden als auch aus dem Süden barrierefrei in den Zug einsteigen. Danach sind wir an der Reihe. Unsere Aufgabe ist die Gestaltung des Ensembles aus Bahnhofsvorplatz mit Heimatmuseum und St.-Anna-Apotheke sowie der Försterstraße. Im Rahmen eines städtebaulichen Planungswettbewerbes wollen wir nach den besten Ideen suchen. Bereits in diesem Jahr werden wir am Spielplatz an der Bergstraße Fahrradstellplätze für die Pendler schaffen. Nach dem Umbau der Bahnsteige wird am Bahnhofsvorplatz ein Radl-Parkhaus entstehen.

Wie soll sich die Musikschule verändern?

Peter Kloo: Das alte Rathaus ist nicht barrierefrei und hat keinen zweiten Fluchtweg. Zudem braucht die Musikschule für den Unterricht mehr Platz, weicht jetzt schon oft auf Klassenzimmer der Schulen aus. Wir denken darüber nach, das ehemalige Rot-Kreuz-Heim abzureißen und dort einen Neubau mit Treppenhaus, Sanitäranlagen, Büros und Proberäumen zu errichten. Über einen Steg könnte er mit dem alten Rathaus verbunden werden. So wäre unsere Musikschule zukunftsfähig aufgestellt. Nach den passenden Ideen für dieses Projekt wollen wir im Herbst im Rahmen eines Architektenwettbewerbs suchen. Ich hoffe, dass wir dann im Frühjahr schon bei der Genehmigungsplanung sind. Einen seriösen Zeitplan für das Projekt aufzustellen, ist angesichts der aktuellen Lage am Bau allerdings schwer.

Wie geht es weiter mit dem Mareissaal?

Peter Kloo: Wir wollen ihn langfristig als Veranstaltungszentrum für unsere Stadt sichern und gleichzeitig das Gasthaus zum Mareis so gestalten, dass er gut zu bewirtschaften ist. Wir haben den Ist-Zustand ermittelt, das Gutachten ausgewertet und wissen jetzt, wo das größte Problem liegt: Die Küche ist viel zu groß. Da müssen wir ran. Wir müssen sie so umgestalten, dass ein Drittel zur Küche für den Gasthof wird. Ein Drittel direkt am Saal soll zum Vorbereitungsraum für einen Caterer umgestaltet werden. Ein weiteres Drittel wollen wir dem Foyer zuschlagen, das viel zu klein ist. Die Verwaltung setzt diese Ideen gerade in Pläne um, die wir dem Stadtrat Anfang kommenden Jahres vorstellen wollen. Und dann hoffe ich, dass wir den neuen Mareis-Komplex 2024 wieder eröffnen können.

Großprojekt Nummer vier ist das Gewerbegebiet in der Schwaig.

Peter Kloo: Wir haben dafür jetzt alle erforderlichen Gutachten beisammen. Wesentlich war hier vor allem der Hochwasserschutz und die Frage, wie wir das etwa sechs Hektar große Gebiet so bebauen können, dass das Oberflächenwasser dort zurückgehalten wird, wo es entsteht. Im September finden dazu weitere Planungsgespräche statt. Im Dezember wollen wir den Bebauungsplan zum ersten Mal öffentlich auslegen. Unser Ziel ist es, in diesem Gewerbegebiet Platz für die Ansiedlung von Handwerksbetrieben zu schaffen. Da gibt es bereits sehr viele Anfragen. Zudem wird ein neuer Wertstoffhof entstehen, was wiederum die Erweiterung unseres Bauhofes ermöglicht. Im westlichen Bereich planen wir angrenzend an die bestehende Bebauung außerdem geförderten Wohnungsbau.

Ein eigenes Neun-Euro-Stadtbus-Ticket, E-Carsharing, der Ausbau der Radwege, eine Lastenrad-Show – Kolbermoor gibt in Sachen Klimaschutz ganz schön Gas.

Peter Kloo: Ja, ich bin auch wirklich glücklich, dass wir im Klimaschutz- und Mobilitätsmanagement zwei Kollegen haben, die für die Sache richtig brennen und tolle Projekte auf den Weg bringen. Das Synergie-Festival am 24. September und unser energetisches Quartierskonzept für den Kolbermoorer Norden sind Meilensteine im Klimaschutz. Unser Radwegenetz nach Großkarolinenfeld oder Lohholz auszubauen, ist ein wichtiges Thema. Jetzt starten wir mit den ersten 100 Metern Radweg im Rathauspark. Im nächsten Jahr ist der Ausbau der Friedrich-Ebert-Straße zur Fahrradstraße geplant.

Nach 15 Jahren Drängen haben wir jetzt auch die Aussicht, dass der Bahnübergang in der Aiblinger Straße in Richtung Lohholz von der Bahn ausgebaut wird, der jetzt noch den Radweg unterbricht. Aber vermutlich wird dieses Projekt erst in fünf bis sechs Jahren umgesetzt. Wie groß das Interesse am Radfahren ist, haben unsere Bürgerversammlungen vor Ort gezeigt, die wirklich sehr gut besucht waren. Im November wird wieder eine „normale“ Bürgerversammlung stattfinden, aber ich hoffe, dass wir vorher nochmal Gelegenheit finden, mit dem Rad in Richtung Lohholz eine Bürgerversammlung on tour anzubieten.

Wie schätzen Sie die Stimmung in der Stadt ein?

Peter Kloo: Nach der langen Corona-Zwangspause sind natürlich auch die Kolbermoorer froh, dass sie sich wieder treffen und für ein paar Stunden ihre Alltagssorgen vergessen können. Sei es beim Fest am Rathaus, beim Bürgerfest, bei der Schmiedebiennale oder zuletzt beim Siedlerfest – die gute, ausgelassene Stimmung ist sicht- und spürbar. Und ich freue mich wirklich ganz besonders darüber, dass unser neues Rathaus-Areal so schön geworden ist. Wir haben uns einen lebendigen Platz gewünscht, an dem das Leben bis spät in den Abend pulsiert. Und dieses Konzept ist aufgegangen.

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