GEDENKSTÄTTE FÜR „STERNENKINDER“

Stele ein Ausdruck der Hoffnung

Das neue Denkmal für die „Sternenkinder“ bei der feierlichen Einweihung: Bürgermeister Peter Kloo (Mitte), Schmied Michael Ertlmeier sowie die Kirchenvertreterinnen Christina Petersen (links) und Judith Böttcher. Sedlbauer
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Das neue Denkmal für die „Sternenkinder“ bei der feierlichen Einweihung: Bürgermeister Peter Kloo (Mitte), Schmied Michael Ertlmeier sowie die Kirchenvertreterinnen Christina Petersen (links) und Judith Böttcher. Sedlbauer

Seit einigen Wochen ist der Alte Friedhof in Kolbermoor um eine würdige Gedenkstätte bereichert, die schon die Augen vieler Besucher auf sich gezogen hat: Auf einem freien Bereich gegenüber der Kindersektion hat ein Denkmal für „Sternenkinder“ seinen Platz gefunden – für Kinder, die schon vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind.

Kolbermoor – Den „Sternenkindern“ wurde bereits auf vielen Friedhöfen ein eigenes Denkmal gesetzt. So wurde auch der Kolbermoorer Stadtrat auf die Thematik aufmerksam und stellte vor einem Jahr mit der Gründung eines fraktionsübergreifenden Arbeitskreises die Weichen für das Projekt (wir berichteten).

Nun konnten Stadt und Kirche die Einweihung vornehmen. Bürgermeister Peter Kloo freute sich über die Teilnahme interessierter Bürger, vertreten waren zudem Zweiter Bürgermeister und stellvertretender Landrat Dieter Kannengießer, einige Stadträte sowie die Vertreter der Kolbermoorer Kirchen, die evangelische Pfarrerin Dr. Judith Böttcher und die katholische Pastoralassistentin im Vorbereitungsdienst, Christina Petersen.

Kloo betonte, dass sich gerade der Trauermonat November für den Start eines derartigen Projektes besonders anbiete. Er begrüßte auch den Einsatz der Stadtratskollegen, die sich schließlich für den Vorschlag des mit Kolbermoor sehr verbundenen Kunstschmieds und internationalen Fachbeirates für Metallgestaltung Michael Ertlmeier entschieden hatten, womit auch der Bedeutung Kolbermoors als Schmiedestadt Rechnung getragen werde.

Der Bürgermeister hob hervor, dass nun erstmals trauernden Eltern und Großeltern ein fester Gedenkort zur Verfügung stehe. Zudem sei als besondere Option auch das Anbringen eines kleinen Sterns aus Bronze am Denkmal möglich. Diesen könnten Eltern beim Standesamt erhalten und sogar, wenn gewünscht, mit einer Namensgravur versehen lassen. „So kann erstmals auf dem Friedhof eine bleibende Erinnerung an ein Sternenkind geschaffen werden.“

Im Anschluss erläuterte Kunstschmied Michael Ertlmeier sein Werk: Bewusst habe er die etwa 2,50 Meter hohe Stele gewählt, die mit ihrer Schlichtheit und ihrem Aufstreben zum Himmel zum Ausdruck der Hoffnung nach jeder Trauer werden solle. Obenauf befinde sich ein goldener Stern als Sinnbild für die „Sternenkinder“, die den Lebenden nur ein Stück vorausgegangen seien, wie Ertlmeier erklärte. Vollendet werde das Denkmal durch einen bewussten Rostprozess des unbehandelten Materials, der gleich einem Prozess der Trauer langsam fortschreite und schließlich zu einem Ende finde, so Ertlmeier weiter.

Pfarrerin Dr. Böttcher erinnerte daran, dass der so frühe Verlust eines Kindes für Eltern wohl den größten Schmerz bedeute, den man sich vorstellen könne. Halt und Trost an einem Ort der Trauer zu finden, sei dabei besonders wichtig. Daher begrüßte sie auch im Namen beider Kirchengemeinden diesen Gedenkort. Nach einer Schriftlesung von Pastoralassistentin Petersen segneten beide das Denkmal.

Zum Abschluss der Gestaltung sollen laut Bürgermeister Kloo noch Bänke rund um die Stele aufgestellt werden, die zum Verweilen und Gebet einladen. Auch das Entzünden von Grablichtern ist in drei eigens dafür vorgesehenen Halterungen möglich.

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