In der Pauline-Thoma-Schule

Start der Ausstellung in Kolbermoor ohne Vernissage

Von Gletschern fasziniert: Penny Seitz-Würdemann mit ihren Eisbergen.
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Von Gletschern fasziniert: Penny Seitz-Würdemann mit ihren Eisbergen.
  • Ulrich Nathen-Berger
    vonUlrich Nathen-Berger
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Die Interessengemeinschaft „Kolbermoorer Maler“ zeigt von Samstag, 31. Oktober, bis Sonntag, 8. November, ihre Werke in der Pauline-Thoma-Schule in Kolbermoor. Verzichtet werden muss heuer auf eine Vernissage, zu der 2019 etwa 250 Besucher kamen.

Kolbermoor – Die Zeit drängt und Penny Seitz-Würdemann hat ein kleines Problem: Irgendwie muss es die Künstlerin bis morgen noch schaffen, ein geeignetes Transportmittel für ihre großformatigen Werke aufzutreiben. Die 1,40 mal 1,80 Meter großen Gletscher-Bilder passen nicht in ihr Auto. Aber am Freitag bereiten die Kolbermoorer Maler in der Pauline-Thoma-Schule ihre Ausstellung vor, die ab Samstag geöffnet sein wird. Dennoch sei sie zuversichtlich, eine Lösung zu finden, sagte sie gestern lachend im Gespräch mit dem Mangfall-Boten.

Ihre Gletscher-Bilder bergen eine besondere Entstehungsgeschichte. „In den vergangenen Jahren war ich immer mal wieder in Island und Grönland. Die Reisen haben mir sehr viele Impulse fürs Malen gegeben“, sagt Penny Seitz-Würdemann, die mit einigen Werken in der Ausstellung vertreten sein wird.

Eigene Technik mit Marmormehl

„Die Landschaft ist fremd und wirkt doch irgendwie so magisch anziehend, dass ich unbedingt die Eisberge wiedergeben wollte.“ Dafür habe sie ihre eigene Technik entwickelt, „mit Mamormehl und selbst angerührter Farbe aus Pigmenten“.

Anregungen für Bildmotive bekomme sie zudem bei Spaziergängen in der Natur, so die 80-Jährige. „Ich möchte das, was ich sehe, umsetzen in meine eigene Farb- und Formensprache.“ Drei bis vier Mal im Jahr besucht sie bis heute die Akademie der bildenen Künste Kolbermoor, um sich weiterzuentwickeln.

Ihren Einstieg als Künstschaffende fand Seitz-Würdemann in der Seidenmalerei. Als Gymnasiallehrerin hat sie textiles Gestalten gelehrt und war in dieser Kunstform selbst aktiv, unter anderem für eine Opernproduktion auf Gut Immling. Einige ihrer Arbeiten waren im Textilmuseum in Heidelberg-Ziegelhausen ausgestellt, ein stilisierter Klostergarten in Seidenmalerei in einer Ausstellung im Kloster Stift zum Heiligengrabe in Wittstock (Brandenburg) zu sehen.

„1984 habe ich mit der Malerei auf Leinwand und Papier begonnen. Auch Ölfarben habe ich probiert, aber die Dämpfe nicht vertragen“, erzählt die Kolbermoorerin. Jetzt arbeite sie mit Acrylfarben, ihr Stil sei „naturalistisch und naturalistisch-abstrakt“.

Der realistischen Malerei verschrieben

Der realistischen Malerei in Aquarell- und Acryltechnik hat sich Brigitte Schindler verschrieben. „Malen tut meiner Seele gut“, sagt die 68-Jährige, die schon als Kind gern gemalt hat. Intensiver beschäftigt sie sich mit dem Hobby seit ihrem 24. Lebensjahr. Ihr Ansporn: „Ich wollte in einer damaligen Beziehung meinem Partner beweisen, dass ich nicht der Depp der Nation bin, sonder auch etwas Besonderes kann.“

Malkurse belegte sie unter anderem bei Professor Max Rieder (1909-2000) und Peter Scheurer.

„Was mich fasziniert und an die Staffelei bringt, sind Landschaften und Farben. Regelrecht festgebissen habe ich mich am Thema Blumen.“

Künstlerische Vorbilder hat die Kolbermoorerin nicht. Sie habe ihren eigenen Weg gefunden, betont sie, gibt aber zu, dass sie sicherlich Techniken anderer Künstler adaptiert hat. „Ich zeichne mein Motiv erst vor, dann modelliere ich es mit den Farben. Manchmal arbeite ich einen halben Tag an einem Werk, mit Acryl kann es schon mal eine Woche dauern, weil die Farben zwischendurch immer wieder trocknen müssen.“

Am Ende sei sie nicht immer zufrieden: „Das fertige Bild schaue ich mir lange an. Dazu hängt es an einer Stelle, wo ich immer wieder einen Blick drauf werfen kann. So sehe ich, was ich noch ändern muss.“ Oder auch nicht: Wenn sie das Bild nach drei Tagen nicht mehr sehen kann, „wird’s übermalt, oder es wandert in die Tonne…“. Da hilft auch kein „stimulierender“ Rotwein, „den habe ich mir abgewöhnt, weil ich den Pinsel oftmals aus Versehen ins Weinglas getaucht habe“, bekennt sie lachend.

Nicht „so lustig“ wirkt sich die Corona-Pandemie auf den künstlerischen Schaffensdrang der 68-Jährigen aus. „Das Thema lähmt mich, ich habe bislang nichts mehr gemalt, weil mich das alles so aufregt und mir an die Seele geht“, sagt sie. „Ich kann am besten malen, wenn alles um mich herum stimmig ist.“

In der Ausstellung der Kolbermoorer Maler will sie Blumen-Aquarelle und zwei Hundeportraits präsentieren: „Der Django schaut ein bisserl bissig, der nettere ist der Waldemar.“

„Malen tut meiner Seele gut“, bekennt Brigitte Schindler freimütig. Riediger

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