In Schulförderverein aktiv

Kolbermoorerin sagt: „Es ist schwierig, Menschen davon zu überzeugen, Verantwortung zu übernehmen“

Sie hat sich seit Jahren soziales Engagement auf ihre Fahnen geschrieben: Timea Schlicht ist seit wenigen Wochen neue Vorsitzende des Fördervereins Adolf-Rasp-Grundschule Kolbermoor.
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Sie hat sich seit Jahren soziales Engagement auf ihre Fahnen geschrieben: Timea Schlicht ist seit wenigen Wochen neue Vorsitzende des Fördervereins Adolf-Rasp-Grundschule Kolbermoor.
  • Ulrich Nathen-Berger
    vonUlrich Nathen-Berger
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„Mit gutem Beispiel vorangehen“: Seit wenigen Wochen ist Timea Schlicht neue Vorsitzende des Fördervereins der Adolf-Rasp-Grundschule Kolbermoor. Warum sie sich für Kinder und Jugendliche engagiert, erfuhren die OVB-Heimatzeitungen im Interview mit der 46-Jährigen.

Kolbermoor – Sie hat sich schon seit Jahren soziales Engagement auf ihre Fahnen geschrieben, seit wenigen Wochen ist Timea Schlicht Vorsitzende des Fördervereins der Adolf-Rasp-Grundschule Kolbermoor. Was sie antreibt, sich für den Verein und die Schulgemeinschaft stark zu machen, erfuhr der Mangfall-Bote im Gespräch mit der 46-jährigen Kolbermoorerin.

Was treibt Sie an, sich für den Förderverein zu engagieren?

Timea Schlicht: Die Bereitschaft, sich auch für andere einzusetzen, hat in der heutigen Zeit stark abgenommen. Ich möchte mit gutem Beispiel vorangehen.

War das der Grund für Ihre Kandidatur?

Schlicht: Es ist schwierig, Menschen davon zu überzeugen, Verantwortung zu übernehmen. Ich war vorher zwei Jahre als Schriftführerin im Verein aktiv. Die interne Zusammenarbeit ist sehr gut, deshalb habe ich zugesagt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit sozialem Engagement gemacht?

Schlicht: In den Kindergartenzeiten meiner Kinder war ich im Elternbeirat aktiv; auch in der weiterführenden Schule, die mein Sohn besucht, bin ich involviert als Klasseneltern-Sprecherin. Aber ich mache das nicht nur für meine Kinder.

Sehen Sie die Eltern zu wenig vertreten im schulischen Betrieb?

Schlicht: Ich kann nur für uns sprechen, ich weiß nicht, wie das bundesweit aussieht. Aber ich habe den Eindruck, dass sich Eltern mittlerweile sehr zurücknehmen, weil sie offenbar nicht gerne Verantwortung übernehmen und die gerne abschieben.

Wie beurteilen Sie die Weitergabe von Werten an die Kinder?

Schlicht: Die hat nachgelassen…

…woran machen Sie das fest?

Schlicht: An der Entwicklung der Kinder. Ich habe drei Söhne in unterschiedlichen Altersstufen, 26, zehn und vier; vor 20 Jahren haben nach meiner Erfahrung noch Werte gegolten, die mittlerweile in den Hintergrund geraten sind. Es fängt schon mit der Höflichkeit an, wenn Kinder oder Jugendliche in einen Raum kommen: Viele vergessen, zu grüßen. Oder der Respekt vor der Lehrkraft: Wenn die was sagt, sollten sich die Schüler dran halten – und nicht infrage stellen.

Wie gehen Eltern in Ihrem Bekanntenkreis mit dem Thema um?

Schlicht: Da kommt’s immer drauf an, mit wem man sich unterhält, aber im Großen und Ganzen sind viele bestrebt, ihren Kindern entsprechende Werte-Maßstäbe weiterzugeben…

Sind die Lehrer zu lasch?

Schlicht: Vielleicht haben die Lehrer nicht mehr die Befugnisse, die sie vor 20 oder 25 Jahren hatten. Offenbar sind sie aber auch zurückgerudert, weil Eltern sich oftmals bei der Schulleitung über sie beschweren.

Zurück zum Förderverein: Worin sehen Sie Ihre Aufgaben?

Schlicht: Die Kinder zu unterstützen in Dingen, die sich die Schule finanziell nicht leisten kann. Das machen wir über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Erlöse aus Aktionen. So wurde mit unserer Hilfe zum Beispiel der Pausenhof der Schule fertiggestellt. Wir organisieren Theateraufführungen, Lese- und Mathe-Wettbewerbe, jährliche Selbstverteidigungskurse für Kinder, bei der Schuleinschreibung den Kaffee- und Kuchenverkauf. Wichtig wäre für uns, dass noch mehr Eltern mitmachen, als aktives oder passives Mitglied.

Was sind Ihre Ziele?

Schlicht: Wir haben noch keine konkrete Planung für 2021, wir werden über Aktionen spontan entscheiden; auch in Abhängigkeit davon, wie die Schule auf uns zukommen wird. Derzeit müssen wir passen…

Welcher Zeitaufwand wird auf Sie zukommen?

Schlicht.: Natürlich wird die Organisation von Aktionen zeitaufwendig sein, aber ich rechne die Stunden nicht nach. Zudem bin ich nicht allein, wir sind als Förderverein eine Gemeinschaft und unterstützen uns in den Aufgaben gegenseitig.

Ihr Beruf hindert Sie nicht an Ihrer Vereinstätigkeit?

Schlicht.: Nein, ich arbeite als Vertriebsassistentin, es lässt sich gut koordinieren.

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