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Stadtgärtner in der Mangfallstadt

So hübschen die Kolbermoorer Gärtner die Stadt auf

Rücken dem Unkraut zu Leibe: Lukas Scharl, Simon Reiter und Sebastian Demmel (von links) vom Kolbermoorer Bauhof. Foto: Heinz
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Rücken dem Unkraut zu Leibe: Lukas Scharl, Simon Reiter und Sebastian Demmel (von links) vom Kolbermoorer Bauhof.
  • VonKatharina Heinz
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Die Stadtgärtner sind überall im Einsatz: Blumen und Bäume pflanzen, wässern, aufräumen nach Gewittern. Jetzt passen sie sogar Nachpflanzungen an den Klimawandel an.

Kolbermoor – Simon Reiter ist leicht im Stress. Der Chefgärtner der Stadt steht am Fußballplatz und telefoniert. Er muss die heutigen Aufgaben des Gärtner-Trupps umplanen. Denn an der Anlage Am Waldrand, wo das frisch gemähte Gras abgekehrt werden sollte, tummeln sich zahlreiche Fußball-Kids beim Ferien-Training.

Wetter gibt Aufgabenliste vor

„Kein Problem“, so Reiter. „Dann fangen die eben bei einem anderen Sportplatz an.“ Er gibt die Anweisung telefonisch weiter, steigt in das Bauhof-Fahrzeug und düst zum Kreisel an der Brückenstraße. Er und zwei andere Kollegen müssen dort heute noch das Unkraut aus der Bepflanzung entfernen. Arbeit haben die Bauhof-Gärtner immer jede Menge. Was genau zu tun ist, gibt ihnen aber oft das Wetter vor.

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„Wenn wir nicht gießen müssen, müssen wir mähen“, sagt Reiter und lacht. In den vergangenen Jahren sei es eher zu trocken gewesen. Dann werde die 950-Liter-Gießanlage an den Traktor gekoppelt und Blumenflächen, Gehölze und Jungbäume in Stadtgebiet mit dem Schlauch gegossen. Rund 3300 Pflanzen wachsen alleine auf den Saisonflächen wie hier am Kreisverkehr und in rund 90 Pflanztrögen. Dazu kommen pro Jahr etwa 20 Jungbäume – Nachpflanzungen und Neupflanzungen – die ebenfalls gegossen werden müssen, wenn es sehr trocken ist.

Ein Baum schluckt mehrere hundert Liter Wasser

Das ist aufwendig, denn ein Baum schluckt gleich ein paar hundert Liter Wasser. In diesem Sommer ist das aber nicht nötig. „Der Wasserhaushalt ist in Ordnung“, sagt Reiter. Zwar sei der Grundwasserpegel noch nicht im Soll, habe sich aber erholt.

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Also ist das Gärtner-Team, bestehend aus zwei gelernten Gärtnern und sechs Gärtner-Helfern, hauptsächlich mit Mähen beschäftigt. „Die Fläche kann man überhaupt nicht beziffern“, so Gärtner-Meister Reiter. Auf allen Grünanlagen, Spiel- und Sportplätzen, Grünstreifen und Kindergarten-Flächen wird regelmäßig das Gras gestutzt. Mancherorts jede Woche, andernorts alle zwei Wochen. Wenn man einmal durch ist, geht es von vorne wieder los.

Aufräum-Arbeiten nach Gewittern

Dazu kommen im Sommer die Aufräum-Arbeiten nach Gewittern, die völlig unplanbar sind. „Das sind oft Gefahrenstellen, daher muss das sofort erledigt werden“, so Reiter. Nach einem Gewitter fahren die Bauhof-Mitarbeiter durchs Stadtgebiet und kontrollieren. Oft rufen auch Anwohner an und teilen die Schäden mit. Erst kürzlich hat es eine Kastanie am Schwimmbad schwer erwischt. Ein Gewitter hatte sie noch beschädigt überstanden, beim nächsten ist sie dann umgestürzt. „Was zu retten ist, retten wir“, so Reiter.

Junge Bäume nachgepflanzt

Abgebrochene und herunterhängende Äste werden dann zum Beispiel entfernt. Doch manchmal ist einfach nichts mehr zu machen. Dann wird, wenn möglich, ein junger Baum nachgepflanzt. „Man merkt den Klimawandel, die Wetterspitzen werden immer extremer“, findet Reiter. Von den Unwettern abgesehen sei das Wetter in diesem Sommer für die Natur aber nicht schlecht. Alles wachse sehr gut. Auch das Unkraut auf dem Kreisverkehr, dem Reiter mit seinen Kollegen Sebastian Demmel und Lukas Scharl gerade zu Leibe rückt, sprießt. „Am liebsten wäre mir natürlich ein gemischter Sommer mit ausreichend Regen“, sagt der Gärtner.

Klimawandel wird berücksichtigt

Er geht aber davon aus, dass Stürme und Gewitter auch in Zukunft vermehrt auftreten werden. Auch bei den Anpflanzungen wird daher der Klimawandel berücksichtigt. In den städtischen Wäldern etwa geht man weg von der Fichte hin zu mehr einheimischen Laubbäumen.

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Im Stadtrandgebiet werden ebenfalls vermehrt Rotbuchen, Eichen, Ulmen und Co. gepflanzt. Im zentralen Gebiet von Kolbermoor setzt man auf exotische Bäume wie Ginkgo oder Blauglockenbäume, die sehr trockenrobust und hitzebeständig sind.

Einheimische Laubbäume

Bei den Pflanzen auf Saisonflächen, Blumenwiesen und Kreisverkehren setzt Gärtner-Meister Reiter auf verwildernde Arten – solche, die Pollen und Nektar produzieren sowie sich selbst vermehren.

Neben Mähen und Unkraut-Jäten gehört auch die „Lichtraumprofil“-Pflege zu den Sommer-Aufgaben der Gärtner. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, müssen die Baumkronen an den Straßen regelmäßig in vorgegebenem Maße zurückgeschnitten werden.

Im Herbst dreht sich alles ums Laub

Im Herbst dreht sich dann alles um das Thema „Laub“. Im Winter steht Gehölzpflege und Winterdienst auf dem Programm. So hat das Team rund um Gärtner Simon Reiter zu jeder Jahreszeit jede Menge zu tun, um die Kolbermoorer Grünflächen in ihrer ganzen Pracht zu erhalten.

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