Sichere Wegeverbindung zur Schule

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Der Hochwasserschutz entlang der Unteren Mangfallstraße macht deutliche Fortschritte - Grund für die Stadt, nun das Baugebiet zwischen Karl-Rager-Straße und Dr.-Hans-Jakob-Straße zu überplanen. Bislang war Bauen auf diesen Freiflächen aufgrund der Hochwassergefahr nicht zugelassen - ist der Schutz hergestellt, kann losgelegt werden. Architekt Franz Fuchs stellte dem Bauausschuss nun einen Bebauungsplanentwurf vor: mit insgesamt 16 Mehrparteienhäusern, Tiefgaragen und einem durchdachten Straßen- und Wegenetz mit besonderem Augenmerk auf den Schulweg.

Kolbermoor - Planungen für die Überbauung der noch freien Wiesen entlang der Unteren Mangfallstraße gab es schon, vorwiegend Doppel- und Reihenhäuser waren anvisiert - bis im Jahr 2002 mit den verschärften Vorgaben zum Hochwasserschutz die Pläne nicht mehr weiterverfolgt werden konnten.

Jetzt, im Zuge der Sofortmaßnahmen entlang der Mangfall, wird das Thema wieder aktuell: Steht der Hochwasserschutz, könnte losgelegt werden - wofür die Stadt nun die Grundlage mit einem Bebauungsplan schaffen will. Einen Bebauungsplanentwurf "Untere Mangfallstraße" präsentierte Architekt Fuchs nun dem Gremium - bestens bewandert mit dem Thema, denn ehemals selbst dem Stadtrat angehörend.

Sein Vorschlag für die künftige Bebauung: zwölf Mehrfamilienhäuser mit vier Geschossen und Platz für jeweils acht bis zehn Wohnungen, das oberste Geschoss zurückgesetzt, um weniger massiv zu wirken - und um die Wandhöhe der umliegenden Bebauung anzupassen. Nur drei Geschosse sieht Fuchs für die drei Baukörper im Westen vor, die er zudem aufgrund der Anfahrtssituation auf je drei Wohnungen beschränken würde; ebenso den letzten Baukörper im Süden, am Wendehammer gelegen.

Viele Gedanken hatte sich der Planer zur Erschließung des Areals gemacht: Denn sie soll nicht einzig über die Untere Mangfallstraße erfolgen, da diese an den Einmündungen Brückenstraße und Carl-Jordan-Straße eh schon belastet ist. Als eigentliche Haupterschließung des Baugebietes wünscht er sich die Zufahrt über die Dr.-Hans-Jakob-Straße, von der aus zwischen zwei Mehrfamilienhäusern hindurch ein Durchstich nach Westen möglich wäre. Auf einer zentralen Erschließungsschleife könnten dann die Tiefgaragen der Mehrparteienhäuser angebunden und zudem oberirdische Besucherparkplätze geschaffen werden.

Geh- und Radwege zur Mittelschule

Von der Unteren Mangfallstraße würde eine zweite Erschließungsstraße quer durch das Gebiet führen und an einem Wendehammer enden. Letztere hätte Fuchs gerne kleiner dimensioniert als die "Hauptzufahrt" über die Dr.-Hans-Jakob-Straße, wogegen allerdings Markus Schiffmann (CSU) Einspruch erhob und sich, angesichts der Baudichte, für zwei ausreichend dimensionierte Zufahrtsstraßen aussprach.

Sehr am Herzen liegen der Stadt und auch Planer Fuchs die Geh- und Radwegeverbindungen zur Pauline-Thoma-Mittelschule. Großes Augenmerk legte Fuchs deshalb auf eine möglichst geradlinige Verbindung von Nord nach Süd: von der Friedrich-Ebert-Straße über den Kanalsteg und die Von-Bippen-Straße entlang dem Karl-Daniels-Platz zum geplanten Mangfall-Steg. Dieser soll dann am westlichen Rand des neuen Baugebietes auf die Untere Mangfallstraße stoßen und dort über eine Rampe (nach Osten hin) und eine Treppe (nach Westen) angebunden werden.

Um die Rampenhöhe und -länge (Steigung sechs Prozent) etwas zu reduzieren, soll die Untere Mangfallstraße, die nach Ende der Hochwasserschutzarbeiten ausgebaut werden soll, an dieser Stelle erhöht und aufgepflastert werden - auch um den Verkehr zu bremsen, wie Fuchs erläuterte. "Ähnlich wie in der Von-Bippen-Straße", nannte er ein Beispiel.

Vergleichsweise sicher könnten die Schulkinder an dieser Stelle dann die Untere Mangfallstraße überqueren - und würden dort auf eine neue Wegeverbindung geleitet: ein Geh- und Radweg, der schnurstracks zur Pauline-Thoma-Schule führt und dort im Bereich der Kinderkrippe/Jugendtreff (östlich) aufs Schulgelände trifft.

Fuchs wollte auf dieser Nord-Süd-Verbindung möglichst Kreuzungspunkte vermeiden und auch sonstiges Zusammentreffen mit Autoverkehr - weshalb ein Teil der Geh- und Radwegestrecke durch das Baugebiet, der auch für die Erschließung der drei im Westen angesiedelten Mehrfamilienhäuser genutzt wird, auf reinen Anliegerverkehr beschränkt werden soll; ebenso die Wohnnutzung dieser Häuser auf nur je drei Wohnungen.

Eine weitere Fuß- und Radwegeverbindung zur Schule hin will Fuchs von Ost nach West schaffen: vom Knick Dr.-Hans-Jakob-Straße quer durchs Baugebiet in Richtung Jugendtreff/Schule, wo bereits ein "Minikreisel" für die ankommenden Verbindungen gebaut worden ist.

Lob für seine Planung erhielt der Architekt quer durch die Fraktionen, einzig Grünen-Stadträtin Else Huber äußerte sich kritisch angesichts der ihrer Meinung nach "sehr hohen" Verdichtung.

Günther Zellner (CSU) zeigte sich indes sehr angetan, auch von der Erschließung, weil damit eine Mehrbelastung der Unteren Mangfallstraße entfiele. Ein "gefällt mir sehr gut" entlockte die Planung Dagmar Levin (SPD), die sich ebenfalls von der Straßen- und Wegeführung begeistert zeigte. Und als ein "schlüssiges Konzept" lobte Josef Hartinger (Parteifreie Kolbermoor) den Entwurf. Erfreut äußerte sich überdies Sonja Weczerek (REP), die hier bezahlbaren Wohnraum für Familien mit mehreren Kindern und wohl auch kleinere Wohnungen für Alleinstehende geschaffen sieht - und dies alles nah an Schule und Jugendtreff.

Der Bauausschuss zeigte sich letztlich mit dem Bebauungsplanvorentwurf einverstanden. Er wird nun in der nächsten Stadtratssitzung erneut diskutiert, um dann in die vorzeitige Auslegung zu gehen. Das bisherige Bebauungsplanverfahren für dieses Gebiet (Nummer 45b) wird eingestellt.

Bürgermeister Peter Kloo informierte zudem, dass die Stadt bereits erste Anstrengungen unternommen habe, um die Straßenplanung Untere Mangfallstraße federführend im eigenen Hause durchführen zu können - denn bislang liegt sie beim Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, da begleitend zum Hochwasserschutz. Weil aber viele Belange der Stadt berührt wären, ist Kloo davon überzeugt, dass die Planung besser im Rathaus aufgehoben wäre - auch angesichts der städtebaulich so bedeutsamen Verkleidung der Spundwände. "Das dürfen wir nicht aus der Hand geben", zeigt er sich kämpferisch.

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