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Zwischen Kolbermoor und Großkarolinenfeld

Noch wuchert dichtes Grün: Hier soll ein ehrgeiziges Radweg-Projekt entstehen

Wo heute noch dichtes Grün wuchert, soll künftig der Radweg nach der Moosstraße weitergehen.
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Wo heute noch dichtes Grün wuchert, soll künftig der Radweg nach der Moosstraße weitergehen.
  • VonKatharina Heinz
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  • Kathrin Gerlach
    Kathrin Gerlach
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Auf dem Fahrrad von Kolbermoor nach Großkarolinenfeld, entlang eines komfortabel ausgebauten Radweges und fernab vom Straßenverkehr – das ist die Vision einer Kooperation der beiden Nachbargemeinden. Doch wann wird sie umgesetzt?

Kolbermoor/Großkarolinenfeld – In Kolbermoor soll der neue Radweg den Radlern vor allem den gefährlichen Abschnitt über Flur-, Filzen- und Kolberstraße hinauf in Richtung Großkarolinenfeld ersparen. Momentan macht das Radfahren dort keinen Spaß, denn mitten im Verkehr und im Slalom vorbei an parkenden Autos ist das für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich.

Alternative zur unsicheren Route

„Hier fühlen sich Radfahrer sehr unsicher, da ihr Stress-Level durch den Mischverkehr aus Pkw, Lkw und Fahrrädern auf der Hauptverkehrsstraße zwischen Kolbermoor und Großkarolinenfeld besonders hoch ist“, so Mobilitätsmanagerin Veronika Winkler. Eine Lösung wäre ein neuer Radweg: „Von der alten Siedlung kommt man auf dem Radweg über die Tonwerksweiher schon sicher bis zur Filzenstraße“, beschreibt Winkler. Der Radweg endet genau am Übergang zur Moosstraße und soll hier verlängert werden. „Unsere Idee ist es, von der Moosstraße gen Osten über die Felder einen neuen Radweg zu schaffen und ihn dann in nördlicher Richtung an den Theodor-Mayer-Weg anzuschließen, der vorbei an der Moorkultur nach Großkarolinenfeld führt.“

Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, wird erst seit wenigen Wochen verfolgt, doch schon jetzt gibt es die ersten positiven Signale. „Wir brauchen dazu Grundstücke vom Freistaat Bayern und einem Privatbesitzer“, informiert Winkler. Der Tenor der ersten Gespräche sei positiv gewesen. Ab dem Theodor-Mayer-Weg seien die Grundstücke dann bis zur Gemeindegrenze im Besitz der Stadt Kolbermoor.

Nach einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit pendeln täglich 250 Menschen zwischen Kolbermoor und Großkarolinenfeld zur Arbeit. „Unser Wunsch ist es, dass sie aufs Fahrrad umsteigen können“, so die Mobilitätsmanagerin: „Deshalb soll der Radweg so ausgebaut werden, dass er auch bei schlechtem Wetter gut nutzbar ist.“

Der Radweg von Kolbermoor nach Großkarolinenfeld soll in der Moosstraße beginnen, gen Osten über die Felder führen und dann in Richtung Norden auf dem Theodor-Mayer-Weg nach Großkarolinenfeld führen.

Während der geplante Radweg auf Kolbermoorer Gebiet 1,2 Kilometer lang ist, hat er auf Großkarolinenfelder Fluren eine Länge von 2,4 Kilometern. Und auch bei den Nachbarn tut sich etwas. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte die PLW-Fraktion ihren Antrag zur Verbesserung der Radwegverbindung vor. „Das Thema Ressourcen-Sparen ist aktueller denn je“, so Klaus Höglauer, der Radverkehrsbeauftragte der PLW.

Die Strecke beginnt am Friedhof in Großkarolinenfeld und läuft über die Theodor-Mayer-Straße bis zur Moorkultur. Nach der Gemeindegrenze geht es bislang wie berichtet über die Filzenstraße ins Zentrum von Kolbermoor. „Unsere Nachbarn sind sehr motiviert und haben schon mit der Planung begonnen“, informierte Höglauer seine Ratskollegen. Daher solle man jetzt auch in Großkarolinenfeld aktiv werden. Während man in Kolbermoor etwas mehr mit Grundstückskauf und -tausch sowie der Erschließung zu tun habe, seien die Voraussetzungen in Großkarolinenfeld nahzu ideal.

Die Strecke läuft über einen Wirtschaftsweg, weit weg von Straßen. Wenn es einen gut ausgebauten Radweg gebe, so die Hoffnung des Radverkehrsbeauftragten, lasse vielleicht auch manch einer das Auto stehen. Alle Grundstücke befinden sich laut Höglauer in Gemeindebesitz. Zudem seien keine Erschließungen notwendig. Er schlug vor, ein Planungsbüro ins Boot zu holen. Die Idee ist, die Planer gemeinsam mit Kolbermoor zu beauftragen. Damit könne man rund 20 Prozent der Kosten sparen. Die tatsächlichen Kosten könnten die Gemeinden später untereinander aufteilen.

Es brauche einen Gemeinderatsbeschluss zur Durchführung, danach könnte die Realisierung starten. Bürgermeister Bernd Fessler (parteifrei) sprach von einer günstigen Situation. Sepp Lausch (FW-GBV) betonte, dass die Nutzung der Wege durch die Landwirtschaft weiter ermöglicht werden müsse. Fessler meinte, da werde es sicher noch einige Diskussionen geben.

Erst die Grundstücke, dann die Planungen

Monika Stöcklhuber (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich dafür aus, es trotzdem zu machen. Wenn man nicht einmal Grund erwerben müsse, sollte man einfach anfangen. Vorbehalte würden sich vielleicht von selbst auflösen. Das Gremium sprach sich einstimmig dafür aus, das Projekt zu starten. Zunächst soll ein Planungsangebot eingeholt werden.

Die Kolbermoorer beginnen mit den Planungen erst, wenn alle Grundstücksfragen geklärt sind. „Erst dann kommt das konkrete Projekt mit den voraussichtlichen Kosten auch in den Stadtrat“, kündigt Veronika Winkler an. „Die Idee wurde den Räten aber bereits vorgestellt und wohlwollend aufgenommen.“

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