Seniorenbeauftragte in Kolbermoor: Es braucht bezahlbare Wohnungen und Aufzüge

Die Riffelungauf dem Bürgersteig an der Mangfallbrücke ist speziell für sehbehinderte Menschen. iediger

Veronika Gmeiner und Dr. Berthold Suldinger arbeiten Hand in Hand: Seit 2014 setzen sich die Inklusionsbeauftragte der Stadt sowie der Seniorenbeauftragte für die Belange alter und behinderter Menschen ein. Sie sind sich einig: Es braucht mehr bezahlbare Wohnungen und Aufzüge.

Kolbermoor – –  ihre Arbeit überschneidet sich oft und so arbeiten die beiden effektiv zusammen.

So bieten sie beispielsweise einmal monatlich eine Sprechstunde für Senioren, des Weiteren helfen sie bei Anträgen zur Pflegestufe oder machen Hausbesuche, wenn die Senioren nicht mehr gut Fuß sind und Hilfe benötigen.

Die häufigsten +++

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+++Anliegen der Kolbermoorer Senioren sei die Frage nach bezahlbarem Wohnraum, so Suldinger. Ein Beispiel: Aufgrund des Alters kann eine ältere Frau nicht mehr in ihrer Wohnung im dritten Stock wohnen, da sie die Treppenstufen nicht mehr schafft. „Wir versuchen dann ihr zu helfen, indem wir nach einer geeigneten Wohnung suchen“, so Suldinger.

Die beiden haben engen Kontrakt zum Liegenschaftsamt der Stadt, um gemeinsam nach einer bezahlbaren Alternative zu suchen. „Aber zaubern kann niemand“, sagt er im Hinblick auf die bestehende Wohnungsnot, beziehungsweise angesichts des Mangels an bezahlbarem Wohnraum.

Apropos Treppen: Gmeiner drängt auf Wohngebäude samt Aufzug, denn nur so können ältere Senioren und auch gehbehinderte Menschen weiterhin in ihren Wohnungen bleiben. So ist es ihr beispielsweise gelungen, im Rahmen der Renovierung des Hauses am Glasberg 15, drei rollstuhlgerechte Wohnungen sowie einen Aufzug mit auf den Weg zu bringen. Ebenso sollen sechs rollstuhlgerechte Einheiten auf dem Conradtygelände gebaut werden.

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Ebenfalls viel getan habe sich im Bereich der Behinderten-Toiletten. So gibt es eine im Mareis-Saal, am Bahnhof . Auch im neuen Pullacher Feuerwehrhaus ist eine Behindertentoilette geplant. Sie moniert indes, dass Nichtbehinderte ihre Fahrzeuge immer wieder „einfach auf Behindertenparkplätzen“ stellen. „Das kann einfach nicht sein. Dieses Verhalten ist rücksichtlos“, so Gmeiner und stellt sich meistens dahinter.

Des Weiteren spricht sie die Absenkung der Bordsteinkanten an, die für Rollstuhlfahrer schwer zu meistern sind – „als Betroffene spürst du jeden Rumpler“, sagt sie. „Wo es machbar ist, sollte es umgesetzt werden“, fordert sie. Suldinger sagt, dass im Rahmen des Radwegekonzeptes weitere Absenkungen angedacht seien. Stolz ist sie auch auf die Riffelung des Bürgersteigs beim Brückenwirt, die für Blinde auf den Weg gebracht wurde, als die Brücke 2016 neugestaltet wurde.

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