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STADTRAT KOLBERMOOR

Scheitert Waldkindergarten an Behörde?

Ein Waldkindergarten (hier ein Symbolbild) soll auch in Kolbermoor geschaffen werden. Das „Haus für Kinder“ will eine Naturgruppe einrichten. Nun liegt es am Landratsamt, ob die Einrichtung genehmigt wird. dpa
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Ein Waldkindergarten (hier ein Symbolbild) soll auch in Kolbermoor geschaffen werden. Das „Haus für Kinder“ will eine Naturgruppe einrichten. Nun liegt es am Landratsamt, ob die Einrichtung genehmigt wird. dpa

Bekommt Kolbermoor bald einen Waldkindergarten? Wenn es nach dem Willen der Stadt geht, schon. Das „Haus für Kinder“ plant eine Naturgruppe. Der Stadtrat ist begeistert. Jetzt hängt alles an der Genehmigung durch das Landratsamt.

Kolbermoor – Mit einem neuen Projekt ist das „Haus für Kinder“, eine Kindertagesstätte an der Bodenseestraße im Kolbermoorer Süden, an die Stadt herangetreten: Man würde gerne eine Naturgruppe nach dem Prinzip „Waldkindergarten“ einrichten.

Im Rathaus stieß die Idee auf offene Ohren und auch der Stadtrat zeigte sich in jüngster Sitzung, als das Gremium über die Pläne durch Hauptamtsleiterin Elisabeth Kalenberg informiert wurde, angetan.

Wunschstandort für den Waldkindergarten wäre eine Obstwiese an der Schlarbhofener Straße, knapp 4000 Quadratmeter groß – und wohin die Kinder morgens zu Fuß vom „Haus für Kinder“ hinmarschieren könnten. Sammelpunkt für die Kinder wäre somit die Bodenseestraße, einzig Nachzügler könnten direkt zur Obstwiese gebracht werden, wie Elisabeth Kalenberg das Konzept erläuterte.

Als Schutz vor Wind und Wetter könnte eine kleine Holzhütte dienen – oder, falls dem genehmigungsrechtlich etwas im Wege stünde, ein Bauwagen. Die Unterkünfte seien ausdrücklich nicht zum dauerhaften Aufenthalt vorgesehen, wie Kalenberg ausführte, sondern nur, um beispielsweise bei Eiseskälte darin Brotzeit machen zu können. Die Hütte würde nicht einmal bestuhlt. „Der Kindergartenbetrieb an sich spielt sich komplett draußen ab“, so Kalenberg.

Bei ganz extremen Wetterlagen stünde den Kindern zudem ein Schutzraum im „Haus für Kinder“ (Untergeschoss) oder im evangelischen Gemeindehaus zur Verfügung.

Was sonst noch benötigt wird: Sonnenschutz, ein Geräteschuppen und ein spezielles Kompost-WC – „die Kosten werden also überschaubar sein“, so Kalenberg. Auch die Hygiene muss nicht vernachlässigt werden, wie Kalenberg auf Anfrage von Gerhard Duschl (CSU) ausführte: Händewaschen sei per Wasserkanister sichergestellt.

Naturgruppefür bis zu 20 Kinder

Ausgelegt wäre die neue Naturkindergartengruppe für 15 bis 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Gewünschter Startpunkt: im Frühjahr 2018.

Begeistert reagierten die Stadträte auf den Vorschlag. SPD-Fraktionssprecherin Dagmar Levin hält das Projekt für äußerst begrüßenswert, eine „tolle Initiative“. Und sie hofft, dass dem von Seiten des Landratsamtes keine Steine in den Weg gelegt werden.

Dieser Ansicht schloss sich auch Grünen-Fraktionssprecher Georg Kustermann an, der zudem die Anregung von Sabine Balletshofer (CSU) unterstützte, den Fußweg vom Kinderhaus zur Obstwiese mit Straßenbeleuchtung etc. abzusichern.

Als eine „gute Alternative“ zu einem Regelkindergarten betrachtet Dieter Kannengießer (Parteifrei) das Vorhaben.

Einstimmig bemächtigte der Stadtrat die Verwaltung, das Projekt weiter zu verfolgen.

Doch das könnte noch ein steiniger Weg werden: Während das Kreisjugendamt nach den Worten von Elisabeth Kalenberg in Vorgesprächen seine Unterstützung signalisierte, sieht die Stadt mit der Baugenehmigungsbehörde, der Bauabteilung im Landratsamt, noch deutlichen Gesprächsbedarf. Denn: Deren erste Beurteilung, die gestern dem Rathaus mitgeteilt wurde, heißt: Das Vorhaben liegt im Außenbereich – eine Genehmigung sei damit nicht möglich. Entsprechend groß ist die Irritation darüber in der Stadtverwaltung. „Wo soll denn ein Waldkindergarten entstehen, wenn nicht im Außenbereich? Wald und Natur sind nun mal Außenbereich“, befindet Elisabeth Kalenberg. „Sehr traurig, das Ganze.“

Aufgeben will sie das Projekt dennoch nicht, das Gespräch mit der Behörde auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten soll in jedem Fall gesucht werden. Einziges Manko: Es verstreicht wertvolle Zeit, für die Beantragung von Fördergeldern müssen Fristen eingehalten werden – „weil die Gruppe ja schon im Frühjahr starten soll, um sich den Sommer über einleben zu können, drängt ein wenig die Zeit“, weiß Kalenberg.

„Noch haben wir etwas Luft“

Die Naturgruppe mit bis zu 20 Plätzen würde zudem für eine Entspannung in der angespannten Kindergartensituation in Kolbermoor sorgen. Aktuell stehen laut Hauptamt zwar noch freie Plätze zur Verfügung, die allerdings zum Großteil auf die November- und Dezember-Kinder (3. Geburtstag) entfielen, die bereits auf der Warteliste stehen. „Noch haben wir etwas Luft, aber spätestens ab September 2018 werden wir eine weitere Kindergartengruppe brauchen, da wäre die Naturgruppe natürlich optimal.“ Entspannte Lage indes bei den Krippenplätzen: Für die Ein- bis Dreijährigen stehen noch ausreichend freie Plätze zur Verfügung.

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