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Ärger über Hundehaufen in Kolbermoor

Hundekacke vor der Kita: Uns Kindern stinkt‘s!

Ausgestattet mit selbstbemalten Schildern wollen die Kindergartenkinder Hundebesitzer aufklären.Haus für Kinder
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Ausgestattet mit selbstbemalten Schildern wollen die Kindergartenkinder Hundebesitzer aufklären.
  • VonNicolas Bettinger
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Vor dem „Haus für Kinder“ finden sich immer wieder liegengebliebene Hundehaufen. Mit einer kreativen Aktion wollen die Kinder nun auf die Problematik aufmerksam machen. Wie das klappt und was die Stadt zu dem Problem sagt.

Kolbermoor – „Das ist eklig, ich wäre da fast rein getreten.“ Sätze wie diesen hat man in letzter Zeit in der Umgebung des Kolbermoorer Kindergartens „Haus für Kinder“ öfters gehört. Und die Kinder haben es jetzt endgültig satt. Denn um die Einrichtung in der Bodenseestraße herum finden sich immer wieder zahlreiche liegengebliebene Hundehaufen.

„Leider müssen wir den Kindern dann erklären, dass es Hundebesitzer gibt, denen es zu viel Arbeit ist, die ‚Tretminen‘ ihrer Vierbeiner zu beseitigen“, sagt Frank Deininger, Leiter der Einrichtung. Das Ärgernis sei kein neues Problem, immer wieder finde man am Zaun entlang Hundehäufchen. Immer wieder sei er auch von Eltern angesprochen worden, ob man nicht etwas dagegen unternehmen könne, so Deininger.

Leiter Frank Deininger freut sich über die Schilderaktion.

Um nicht tatenlos zuzusehen, überlegten die Heranwachsenden während einer „Kinderkonferenz“, was die Hundebesitzer zur Vernunft bringen könnte.

„Schnell kam von den Kindern die Idee, Verbotsschilder an den Zaun zu hängen“, erzählt Deininger. Gesagt, getan. Mit Zettel und Stift gestalteten die Kinder „eindeutige Schilder“ und hätten laut dem Einrichtungsleiter dabei auch gleich etwas gelernt. Zum Beispiel: „Rund und rot - heißt Verbot.“

„Hundekacka verboten“

Die Erwachsenen durften die gemalten Schilder dann mit Texten beschriften, wie etwa „Lieber Hundebesitzer, bitte den Haufen wegräumen“ oder

„Hundekacka verboten“. Nun zieren die aussagekräftigen Hinweise rundum den Gartenzaun. „Vielleicht hilft es ja und die Richtigen fühlen sich angesprochen“, so Deininger.

In einem Facebook-Post zitierte der Einrichtungsleiter dann noch ein 5-jähriges Mädchen, dass offenbar schon mehr über die Pflichten von Hundebesitzern weiß, als zahlreichen Frauchen und Herrchen aus Kolberrmoor. „Ich habe auch einen Hund, und wir machen immer die Hundekacka weg, weil das für andere Leute doof ist wenn die da rein treten. Das gehört dazu, wenn man einen Hund hat.“ Ordentlich Rückenwind erfuhr das „Haus für Kinder“ daraufhin in den sozialen Netzwerken, wo sich zahlreiche Nutzer entsetzt über die Tatsache äußerten, dass Menschen ausgerechnet vor einem Kindergarten die Hundehaufen liegen lassen.

„Ohne Worte“, „Sauerei“

„Ohne Worte“, „Sauerei“ „zum Kotzen“ lauteten einige Kommentare. Laut Deininger hätten nach Bekanntmachung des Problems zahlreiche Menschen geholfen und die Hundehaufen kurzerhand eigenständig entfernt. Alleine an einem Wochenende seien 15 „Tretminen“ liegengeblieben. Er hofft mit der Schilderaktion darauf, die Hundehalter mehr und mehr zu sensibilisieren.

Eine Nachfrage des Mangfall-Boten bei der Stadt Kolbermoor bestätigte indes die generelle Problematik. Laut Christain Poitsch vom Stadtmarketing seien ähnliche Probleme an anderen Stellen in Kolbermoor bekannt. „Doch die Problematik stimmt ein wenig fassungslos bei der Vorstellung, dass sie direkt in der Nähe der Kita Gassi gehen.“ Womöglich könnten die dort liegengebliebenen Häufchen auch darauf zurückzuführen sein, dass die Hunde ohne Leine ausgeführt wurden.

Gut erkennbar werden die Schilder am Zaun befestigt.

Laut Poitsch unterstütze die Stadt Kolbermoor Frank Deininger mit seinem Anliegen. „Ich kann nur an die Hundebesitzer appellieren, die Haufen zu beseitigen.“ Diese einfach liegen zu lassen, gehöre sich „natürlich nirgends, aber schon gar nicht vor einem Kindergarten“. Poitsch äußerte die dringende Bitte an alle Hundehalter, ihre Pflichten wahrzunehmen.

Tütenspender aufgestellt

Die Stadt Kolbermoor zeigte sich ohnehin offen, was die Suche nach einer Lösung angeht. Denn das „Haus für Kinder“ hatte sich ans Rathaus gewendet, mit der Bitte, einen Hundetütenspender vor Ort aufzustellen. Dadurch könnten die betroffenen Hundehalter dazu animiert werden, den Hundekot aufzusammeln und zu entsorgen.

Die Stadt bestätigte, dass die Bitte von Frank Deininger eingegangen sei. Man habe die Anfrage an den Bauhof weitergeleitet. Mit Erfolg. Seit Kurzem steht nun vor dem „Haus für Kinder“ ein Hundetütenspender. Laut dem Bauhof gibt es davon mindestens 50 in Kolbermoor. Tendenz steigend. Übrigens ist die Verschmutzung durch Hundekot im öffentlichen Bereich verboten und kann durch ein Bußgeld geahndet werden.

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