Riesen-Maßnahme in Kolbermoor: Ausbau der Tonwerksunterführung startet 2020

Bürgermeister Peter Kloo informierte die rund 180 Kolbermoorer, die zur Bürgerversammlung in den Mareis-Saal gekommen waren , über den zeitlichen Ablauf des Ausbaus der Tonwerksunterführung. Thomae

Rund 180 Bürger bei Bürgerversammlung: Rathauschef Peter Kloo über den Ausbau der Tonwerksunterführung

von Johannes Thomae

Kolbermoor – Seit rund 30 Jahren stand dieses Thema immer wieder auf der Agenda der Stadt Kolbermoor, jetzt soll es losgehen: Der Ausbau der Tonwerksunterführung. Das war eine der wichtigsten Neuigkeiten, die Bügermeister Peter Kloo am Montagabend auf der Bürgerversammlung im Maries-Saal verkündet hat.

Maßnahme startet. im April 2020

Mit dem Umbau der Tonwerksunterführung wird ab Sommer 2021 ein Nadelöhr zwischen dem Stadtkern und den nördlichen Siedlungsgebieten beseitigt sein. Auch sind die Gehwege in der neuen Unterführung eine wichtige Voraussetzung dafür, dass in Zukunft die Züge Richtung Norden ohne ein Überschreiten des Südgleises bestiegen werden können.

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Allerdings steht, wie Kloo den rund 180 Kolbermoorern mitteilen musste, „vor der großen Erleichterung noch die Durststrecke einer Baustelle, die über längere Zeit hin Umleitungsstrecken nötig machen wird“. Denn wegen der Komplexität des Bauvorhabens müsse es in verschiedenen Etappen durchgeführt werden – nach heutigem Stand ergibt sich dabei folgender Zeitplan:

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Ab April nächsten Jahres wird zunächst der südliche Teil der Eisenbahnstrecke erneuert. Diese Maßnahme soll bis August andauern. Der Zugverkehr läuft in dieser Zeit eingleisig auf der Nordstrecke. Nach Fertigstellung des Südgleises kann der Nordteil der Brücke in Angriff genommen, hier ist die Fertigstellung für Dezember 2020 vorgesehen. Läuft alles nach Plan sollten die Züge auf der Bahnstrecke zum Jahreswechsel 20/21 wieder auf beiden Gleisen fahren können.

Kreisverkehr auf der Südseite

Parallel dazu laufen die begleitenden Bauvorhaben: Das ist zunächst der Neubau eines Kreisverkehres auf der Südseite, der den Autofahrern, die aus der Unterführung kommen, ein flüssiges Einfädeln in den sonstigen Verkehr ermöglichen soll. Dieses Teilprojekt soll im August nächsten Jahres beginnen und bis Mai 2021 abgeschlossen sein. Auf der Nordseite geht es um die Höhenanpassung der Bergstraße, denn die neue Unterführung wird um circa 80 Zentimeter tiefer sein als jetzt. Bei diesem Projektabschnitt, der vom April 2021 bis Juni 2021 terminiert ist, will man auch für „vernünftige Gehwege“ sorgen.

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Neu errichtet wird auch eine separate Rad- und Gehwegbrücke, die für eine bequeme Anbindung des Park-und Ride Parkplatzes an der Hasslerstraße mit dem Bahnhof sorgen soll. Fertig sein soll dieser Teil im Sommer 2021.

Auch der Stadtbus war Them aus der Bürgerversammlung:

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Kolbermoorer Bürgerversammlung war der Stadtbus. Seit September 2013 läuft er als Pilotprojekt – am 27. November muss der Stadtrat über seine Zukunft entscheiden. Das Projekt ist nicht unumstritten, weil es, wie Bürgermeister Peter Kloo auf der Versammlung einräumte, günstigere Alternativen gäbe: So könnten die Schulkinder von Taxis zur Schule gebracht werden, für Senioren und andere Nutzer gäbe es Konzepte für Sammeltaxis. Allerdings wären diese Alternativen nach Ansicht von Rathauschef Kloo weniger zukunftsfähig: In einem Ballungsraum wie dem Mangfalltal den Nahverkehr in einer individualisierten Form abwickeln zu wollen, würde das falsche Signal setzen, so Kloo und wäre auf längere Sicht weniger tauglich: Auch Kolbermoor altert, die Zahl der Senioren über 70 steigt.

Auf der anderen Seite steht eine junge Generation, für die ein Leben ohne Auto, sogar ohne Führerschein im Trend läge. Hierzu zählen nach Bürgermeister Kloo nicht zuletzt die aus München oder anderen größeren Städten zugezogenen jungen Leute, für die ein Nahverkehr ohne Auto schon zum gewohnten Alltag gehört.

Nach Ansicht des Bürgermeisters müsse man aber, wenn man weiterhin auf das Konzept des Stadtbusses setze, auch Nägel mit Köpfen machen – und dass würde letztendlich auf die Anschaffung eines dritten Busses hinauslaufen.

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Dieser könnte dann in den Morgenstunden als Schulbusverstärker dienen, nachmittags die Verbindung der südlichen Stadtbereiche mit der Bahn sicherstellen und in der Zwischenzeit die Südroute verstärken, um dort insgesamt zu kürzeren Taktzeiten zu kommen. Zusätzlich zu den Anschaffungskosten für einen weiteren Stadtbus wären pro Jahr weitere 170 000 Euro notwendig, die für den laufenden Betrieb, wie Fahrer- und Unterhaltskosten, anfallen.

Sicher kein kleiner Betrag, doch steht die Stadt hinsichtlich ihrer Finanzen auf soliden Füßen, wie Bürgermeister Peter Kloo zu Beginn der Bürgerversammlung im Mareis-Saal erläutern konnte.

Das Geld, für das Schulden aufgenommen werden mussten, steckt zu einem großen Teil im Wohnungsbau und in kommunalen Einrichtungen wie dem Wasserwerk, in Investitionen also, die nicht nur wesentlich für die Entwicklung der Stadt sind, sondern auch einen kontinuierlichen Geldrückfluss mit sich bringen, so der Rathauschef.

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