Kolbermoorer Stadträte unterziehen Radlwege der Stadt einem teils ernüchternden Praxistest

Ab aufs Rad (von links): Stefan Schlarb (FDP), Sebastian Daxeder (CSU), Josef Krug (CSU), Caroline Schwägerl (Grüne), Michael Hörl (Grüne), Stefanie Peters (Grüne), Leonhard Sedlbauer (CSU) und Magdalena Franke (Junge Union Kolbermoor).
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Ab aufs Rad (von links): Stefan Schlarb (FDP), Sebastian Daxeder (CSU), Josef Krug (CSU), Caroline Schwägerl (Grüne), Michael Hörl (Grüne), Stefanie Peters (Grüne), Leonhard Sedlbauer (CSU) und Magdalena Franke (Junge Union Kolbermoor).

Rauf auf‘s Radl heiß es nicht nur jetzt während des Stadtradelns oder bei der Planung von Radschnellwegen in der Region. Radeln ist immer in. Schade nur, wenn es Schwachstellen gibt, so wie in Kolbermoor.

Kolbermoor – Auf gemeinsame Radltour begaben sich Vertreter der Ortsverbände und Stadtratsfraktionen von CSU/FDP und Bündnis 90/Die Grünen. Ihr Ziel: „Stellen im Kolbermoorer Verkehrsraum zu betrachten, an denen es Verbesserungsbedarf gibt.“ Zugleich sammelten sie Stadtradel-Kilometer für ihre Teams.

Auf Schnellweg nicht ausbremsen

Kaum am Rathaus gestartet, gab es den ersten Stopp am Parkhaus/Ecke Ludwigstraße. Eine Querung für den geplanten Radschnellweg sei an dieser Stelle nicht einfach zu realisieren, stellten die Radler fest. Die Verkehrsdichte auf der Ludwigstraße sei hoch, die Kanalbrücke für eine Unterführung zu niedrig und ein Schnellweg, auf dem man unter anderem regelmäßig ausgebremst wird, könne womöglich auch das Prädikat „schnell“ verlieren, so die Sorge.

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Im Bereich des Alten Friedhofs fielen an mehreren Kreuzungen fehlende Bordsteinabsenkungen auf. Hier sollte nach Meinung der Teilnehmer seitens der Stadt ein Monitoring stattfinden, mit dem Ziel, die Gefahrenstellen zu sichten und die Bordsteinkanten zu beseitigen.

Auch den Busverkehr nahm die Exkursion unter die Lupe. Im Bereich der Bergstraße müsse die künftige Bushaltestelle wohlüberlegt geplant werden, damit keine unnötigen Gefahrenstellen durch Fahrbahnverengung geschaffen werden, so das Anliegen der Radfahrer.

Sie betonte, sich weiterhin für eine Verbesserung des Fahrradverkehrs in Kolbermoor einzusetzen. Gleichzeitig sollten, wo immer möglich, die verschiedenen Verkehrsarten voneinander getrennt werden, damit das Gefahrenpotenzial abgemildert und die Verkehrsqualität für alle Beteiligten erhöht werden kann.

Gemeinsames Ergebnispapier „Radverkehr in Kolbermoor“

Im Rahmen des Projektes „Stadtradeln“ haben Stadträte und Mitglieder der Kolbermoorer Ortsverbände von Bündnis 90/Die Grünen und der CSU einige für den Rad- und Fußgängerverkehr „kritische Stellen“ im Stadtgebiet angeschaut

Radschnellwegführung im Stadtgebiet

Für eine optimale Anbindung des Radschnellverkehrs an Kolbermoor sei es unerlässlich, dass auf Querungsstellen zwischen Radweg und Hauptverkehrsstraßen möglichst verzichtet werden muss. Der Verkehrsfluss auf beiden Strecken könne dadurch effektiver genutzt werden. In diesem Sinne wird eine Radwegführung an der Mangfall entlang präferiert. Es soll geprüft werden, inwiefern eine Unterquerung der Mangfallbrücken entsprechend der Lösungen in den Nachbargemeinden möglich ist. Zur Anbindung der Innenstadt sollen Anschlussstellen geschaffen werden.

Verkehr in der Unteren Mangfallstraße

„Der Verkehrszustand in der Unteren Mangfallstraße wird äußerst kritisch gesehen.“ Die Verengungsstellen, die auf der Flussseite den Verkehrsfluss abbremsen sollen, „stellen eher eine massive Gefährdung des Radverkehrs durch überholende Autofahrer dar“. Auch im Bereich des Mangfallstegs als wichtigen Bestandteil des Schulwegs zur Pauline-Thoma-Mittelschule seien die Maßnahmen nicht geeignet, für Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen. Aus diesem Grund wird ein Rückbau der Verengungen als nötig angesehen. Als Beitrag zur Verkehrsberuhigung soll stattdessen über die gesamte Straßenlänge und auch fortgesetzt zum Freibad eine Tempo-30-Zone eingeführt werden. Am Straßenüberweg Mangfallsteg sollen weitere Maßnahmen wie Bremsschwellen mit deutlicher Erhöhung geprüft werden, um den Übergang für die Schulkinder zu entschärfen.

Conradty-Gebiet

Die Zufahrt in das Neubaugebiet an der Conradtystraße sei für Radfahrer aus Richtung Bahnübergang und aus Richtung Spinnerei sehr schwierig. Dies muss, eventuell durch Abbiegespuren, deutlich erleichtert werden.

Das Ergebnispapier „Radverkehr in Kolbermoor“ ist unter www.csu-kolbermoor.info und www.gruene-kolbermoor.de einsehbar.

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