Pauline-Thoma-Schule in Kolbermoor: Abschlussklassen starten

Auf der Tafel noch der Datumseintrag vor der Zwangspause: Markus Rinner, Rektor der Pauline-Thoma-Schule ist froh, dass der Schulbetrieb nun langsam wieder anläuft. Thomae

Unterrichtsbeginn in der Corona-Krise – Am Montag, 27. April, geht der Unterricht für rund 75 Schüler der Abschlussklassen an der Pauline-Thoma-Schule wieder los. Welche Vorkehrungen getroffen wurden und was es zu beachten gibt, erklärt Rektor Markus Rinner.

von Johannes Thomae

Kolbermoor – „Hurra! Die Schule fängt wieder an!“ Das ist eine Aussage, die unter Schülern eher selten verbreitet ist, jetzt aber dürfte sie die Stimmung ganz gut treffen, so Markus Rinner, Rektor derPauline-Thoma-Schule. Denn für die Schüler, für die am Montag, 27. April, die Schule im Klassenzimmer beginnt, endet die Zwangspause.

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An die Pauline-Thoma-Schule kehren zunächst die Abschlussklassen zurück. Sprich die Zehnten, und aus den Neunten die, die sich auf den „Quali“ vorbereiten – insgesamt sind es rund 75 Schüler. Mehr, so Rinner, wären derzeit auch nicht möglich, denn die Auflagen seitens der Regierung sind streng: Nicht mehr als 15 Schüler in einer „Klasse“, jeder an einem einzelnen Tisch, die Tische mindestens eineinhalb Meter auseinander. Für die 75 angehenden Absolventen sei das machbar, für alle 370 Schüler würde es mehr als schwierig.

Einschränkungen auch bei Lehrern

Denn auch bei den Lehrkräften gibt es Einschränkungen: alle, die über 60 Jahre alt sind, sollten nach den Vorgaben derzeit keinen Schuldienst verrichten. Und in der Gruppe der 50- bis 60-Jährigen könnte sich jeder, der auch nur ansatzweise zu einer Risikogruppe gehört, per Attest vom Unterricht befreien lassen.

Für die Schüler, die jetzt starten, sind aber genug Lehrer da. „Glücklicherweise sind das auch die Stammlehrer.“ Das sei gerade in der Mittelschule besonders wichtig, denn hier gibt es das Klassenlehrerprinzip. Das heißt, dass die Kernfächer in der Regel von einem Lehrer unterrichtet werden. Der große Vorteil dabei ist, dass Lehrer und Schüler einander gut kennen. Wenigstens ist hier für die Schüler also ein wenig vertraute Normalität vorhanden.

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Die bevorstehenden Prüfungen bringen schon genug Neues: „Normalerweise fangen wir bereits im Februar und März damit an, mit den Schülern das für sie ungewohnte Format der Abschlussprüfungen zu trainieren, denn die sind ja von Dauer und Umfang ganz anders, als sie das von Klassenarbeiten gewohnt sind“, sagt Rinner. Hier werde man bis zum Prüfungsbeginn Ende Juni nachzuholen versuchen, was geht.

Wirtschaftliche Ungleichheit

Wie es hinsichtlich des Stoffes ausschaut, müsse man schauen, mit welchem Kenntnisstand die Schüler zurückkämen. Bis Mitte März sei man mit dem Unterrichtsstoff gut im Zeitplan gewesen, jetzt sei die große Frage, was die Schüler davon noch parat hätten. „Der Stoff ist trotz ,Homeschooling‘ natürlich nicht in dem gleichen Maße wiederholt worden, wie das bei normalem Unterricht passiert wäre.“

Dazu kommt die Frage, in welcher seelischen Verfassung die Schüler zurückkommen. Die Zeit, so Rinner, sei im Augenblick in keiner Familie leicht. Um hier gerüstet zu sein, sind ab Montag neben den Klassenlehrern auch die drei Sozialpädagogen der Schule im Haus. „Wenn auch 80 bis 90 Prozent die Zeit der Heimschule überraschend gut verkraftet haben, so bleibt doch ein Rest, bei dem man ein bisschen Sorge haben muss, dass er den Anschluss verpasst“, sagt der Rektor.

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Er führt das auch darauf zurück, dass die technischen Voraussetzungen für das Homeschooling nicht überall gegeben seien: „Zeiten wie diese machen auch wirtschaftliche Ungleichgewichte deutlich“. Videokonferenzen seien mit einem relativ neuen Smartphone möglich, aber es müsse auch eine Anbindung an das heimische Internet haben: „Mit dem Datenvolumen einer Prepaid-Karte kommt man hier nirgendwohin.“

Alles in allem ist Rinner aber optimistisch, weil ein wichtiger Zukunftsschritt von der Krise weitgehend unbeeinträchtigt blieb: Die Suche nach einer Ausbildungsstelle, denn die fängt für die Schüler der Mittelschule teilweise in der achten Klasse an. Rinner: „Deshalb kann man davon ausgehen, dass wohl mehr als 75 Prozent der Schüler einen Ausbildungsplatz haben. Und die Prüfungen werden wir alle zusammen auch vernünftig über die Bühne bekommen.“

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