Im Notfall schnellstens zum Ziel

Die Fahrer der Rettungswagen sind darauf angewiesen, während der Fahrt die Hausnummern schnell zu erkennen. dpa

Kolbermoor – Der Stadtrat hat in der Sitzung, die noch vor Ausbruch der Corona-Pandemie stattfand, einstimmig eine Hausnummernsatzung beschlossen.

Bürgermeister Peter Kloo (SPD), sagte, dass man diese Satzung als „Formalie ansehe“. Aber: Sie könne Leben retten, hieß es im Hinblick auf Notfälle. Denn: Wenn Rettungswagen gerufen werden, müssen sie schnellstens die genaue Adresse finden, um helfen zu können.

Orientierung istlebensnotwendig

Die Hausnummernsatzung besagt unter anderem, dass „die Nummern von innen nach außen gezählt werden“, so Kloo. Des Weiteren kann die Stadt eine neue Nummer zuteilen, wenn bauliche Veränderungen anstehen. Und: „Es besteht kein Anspruch auf die Erteilung oder Beibehaltung einer bestimmten Hausnummer“. Obendrein ist auch die Sichtbarkeit geregelt: Die Nummer muss gut sichtbar an der Straßenseite des Gebäudes, in unmittelbarer Nähe zum Hauseingang angebracht werden.“ Die Rettungsdienste fordern auch: „Am besten die Nummer nachts beleuchten.“

Und: Die Nummern müssen so angebracht werden, dass sie auch von fahrenden Fahrzeugen aus insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdiensten oder Polizei eine einwandfreie Orientierung ermöglicht.

Gerade nachtsvon Bedeutung

Thomas Neugebauer, BRK-Leiter des Rettungsdienstes des Kreisverbandes Rosenheim, der auch für Kolbermoor verantwortlich zeichnet, sagte: „Eine gute Orientierung ist lebensnotwendig.“ Denn im Einsatz sei es wichtig, schnellstens die angegebene Adresse zu finden. „Jede Minute zählt“, so Neugebauer. Er erklärt: Die Überlebenschance sinke bei verschiedenen Notfällen pro Minute um zehn Prozent.“ Gerade nachts bei Regen sei es teilweise schwierig, die genauen Adressen zu finden –  obwohl die Fahrzeuge mit Navigationssystemen ausgestattet sind. Auch der Pullacher Ulrich Rose, der die Führungskräfte beim BRK Bayern ausbildet, begrüßt die Satzung. Rose erinnert sich an einen Fall: Damals seien die Rettungsdienst-Mitarbeiter zu einem Herzinfarkt-Patienten gerufen worden. Drei- bis viermal seien sie die Straßen rauf und runter gefahren, weil die Nummer nicht erkennbar war. Natürlich gehe es nicht immer um Leben um Tod, aber das wisse man ja im Vorfeld nicht immer, so Neugebauer. Das setze auch die Fahrer „extrem unter Druck“.

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