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Neue Ausrüstung, Experte fürs Rathaus

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Eine Mammutinvestition hat die Stadt nun für die Freiwillige Feuerwehr Kolbermoor getätigt: Der Stadtrat gab "grünes Licht" für eine neue Drehleiter, versehen mit modernster Ausstattung, zum Preis von knapp 664000 Euro. Zudem stimmte das Gremium in nicht öffentlicher Sitzung der Schaffung einer neuen Stelle im Rathaus zu: einem Beauftragten für Brand- und Katastrophenschutz. Einnehmen wird diesen Posten ab dem 1. November Richard Schrank, gleichzeitig Kommandant der Kolbermoorer Feuerwehr.

Kolbermoor - Die Hochwasserkatastrophe Anfang Juni war der Auslöser: zu Überlegungen, im Rathaus eine eigene Stelle für Katastrophen- und auch Brandschutz zu schaffen. "Es gibt viele Dinge in unserer Stadt zu tun, die für unsere Feuerwehr ehrenamtlich nicht mehr zu leisten ist", erklärte dazu Bürgermeister Peter Kloo im Gespräch mit unserer Zeitung.

In nicht öffentlicher Sitzung hatte deshalb der Stadtrat "grünes Licht" dazu gegeben, die neue Stelle einzurichten - und sie mit Richard Schrank zu besetzen, dem Kommandanten der Wehr. Dieser war bislang bei einem Feuerwehrausrüster in Hohenlinden beschäftigt, der Wechsel nach Kolbermoor soll zum 1. November erfolgen.

Zu den dringlichen Aufgaben für den neuen Rathausmitarbeiter zählt Bürgermeister Kloo den Einsatzplan Hochwasser, der nach der Katastrophe von Anfang Juni überarbeitet und aktualisiert werden müsse. Zudem müssten die aktuellen Maßnahmen des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim, das derzeit beide Innenstadtabschnitte der Mangfalldeiche saniert und auf Vordermann bringt, in das Einsatzkonzept eingearbeitet werden. "Es ist wichtig, die Hochwasserthematik sauber aufzuarbeiten, aber das ist im Ehrenamt nicht mehr leistbar", weiß Kloo. Die Stadt holt sich mit dem neuen Posten einen Experten "ins Boot": Schrank hatte bei der Hochwasserkatastrophe als Einsatzleiter für den Raum Kolbermoor fungiert und sich durch sein Agieren großen Respekt erarbeitet. Und Kloo betont: "Die Hochwasserkatastrophe hat gezeigt, wie wichtig es ist, gut aufgestellt zu sein und das wollen wir auch bleiben."

Weitere Themen für Schranks Arbeitsfeld werden nach den Worten von Kloo Brandschutz und Arbeitssicherheit sein - und natürlich alles, was das Feuerwehrwesen betrifft. Neben den Brandmeldeanlagen wird die Feuerbeschau ein Schwerpunkt der Tätigkeit sein: zusammen mit einem Experten öffentliche Gebäude, aber auch Schulen, Altenheime und teils Firmen hinsichtlich Flucht- und Rettungswegen zu überprüfen.

Überdies soll sich Schrank auf Wunsch der Stadt des Themas Arbeitssicherheit annehmen, insbesondere in Bezug auf den Bauhof.

Noch in seiner Freizeit hatte Schrank die Ausschreibung der neuen Drehleiter ausgearbeitet, die nun bestellt wurde: zwischen 350 und 400 Stunden Aufwand, schätzt er - "immerhin waren 346 Leistungspunkte zu berücksichtigen", verrät er im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Vorfreude auf das neue Fahrzeug, das mit einer Reichweite von 30 Metern (Höhe) und einer Traglast von 450 Kilogramm nun wieder den technischen Anforderungen entspricht, ist groß. Im Zeitraum April/Mai rechnet der Kommandant mit der Lieferung durch die Firma Metz Aerials GmbH & Co.KG aus Karlsruhe, die mit einem Angebotspreis von 663865,04 Euro das Rennen machte. Die Investition an sich wird Kloo zufolge auf zwei Haushaltsjahre verteilt.

Als letzte Neubeschaffung im vom Stadtrat beschlossenen Feuerwehrkonzept (wir berichteten) steht dann in den Jahren 2014/15 noch ein Löschgruppenfahrzeug für die Kolbermoorer Wehr an, das zwei in die Jahre gekommene Wagen, ein Tanklöschfahrzeug und ein Löschgruppenfahrzeug, ersetzen soll. "Dann sind wir wieder gut aufgestellt", betont Schrank.

Ebenfalls ersetzt werden soll das Kommandofahrzeug der Wehr, ein roter BMW, der nach den Worten von Schrank insbesondere bei den Hochwassereinsätzen schwer gelitten hatte. Den neuen Wagen will zu einem Großteil der Feuerwehrverein finanzieren, zudem hofft der Kommandant auf Spenden. Denn dem Feuerwehrverein steht eine weitere große Investition bevor: Rund 25000 Euro soll für neue Bekleidung der Einsatzkräfte bereitgestellt werden - diese wurde beim Hochwasser ebenfalls arg in Mitleidenschaft gezogen.

Nach wie vor, gesteht Schrank, sind in der Kolbermoorer Wehr die Nachwirkungen des Hochwassers zu spüren: Zwar sei das Feuerwehrhaus wieder soweit auf Vordermann gebracht, doch die Ausrüstungsgegenstände seien immer noch lückenhaft - "wir sind zwar einsatztauglich, aber es gibt eben immer noch einiges an den Fahrzeugen und auch an der Ausrüstung zu machen", erklärt er. Mitunter deshalb konnte die Kolbermoorer Wehr auch noch keine abschließende Hochwasserbilanz ziehen - einzig in personeller Hinsicht: Rund 4500 Einsatzstunden wurden insgesamt geleistet (wir berichteten).

Das Hochwasser hinterließ jedoch nicht nur jede Menge Arbeit, sondern hatte für die Feuerwehr auch einen positiven Aspekt: 17 Neuzugänge, darunter eine Frau. "Alle im Alter zwischen 20 und 35 Jahren, wir konnten einen völlig neuen dritten Zug aufbauen", freut sich der Kommandant. Der neue Zug hatte kürzlich mit einer intensiven Grundausbildung begonnen, wofür die Wehr einen eigenen Ausbilder abgestellt hat - "damit die Neuzugänge möglichst bald einsatztauglich sind", so Schrank, der nun bald auf 84 Einsatzkräfte zurückgreifen kann. "Darauf sind wir schon stolz und es macht auch richtig Spaß."

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